Forschungsstelle 'Institut für die Geschichte des Bistums Münster'

Im Semester
In der vorlesungsfreien Zeit

Mo.–Fr.:   09.00 – 13.00 Uhr
Mo.–Do.: 14.00 – 16.30 Uhr

Mo.–Fr.:   09.00 Uhr–12.00 Uhr
Mi.:           12.00 Uhr–16.00 Uhr

Im August
Di. - Do.:     09.00 Uhr-16.00 Uhr

Im September
Di. - Do.:     09.00 Uhr-12.00 Uhr
Mi.:              12.00 Uhr-16.00 Uhr


Erschienen:

Scopingau

Die Beiträge zur Kirchengeschichte des Scopingaus dokumentieren die Ergebnisse der Arbeit des regionalgeschichtlichen Arbeitskreises Kulturraum Scopingau über einen Zeitraum von 2006 bis 2014. Bis heute ist vielen Menschen, die in dieser Region des westlichen Münsterlandes leben und arbeiten, unbekannt, dass es sich - historisch gesehen - zur Zeit des Frankenreiches um sächsisches Gebiet handelte, das in Gaue aufgeteilt wurde. Der lateinische Name war pagus scopingus; daraus leitet sich sprachlich das heutige Schöppingen ab.
Die Beiträge behandeln einen Zeitraum von über 1200 Jahren: von der Christianisierung, über die Entstehung und Bedeutung von Frauenklöstern, die Rolle der Täufer im westlichen Münsterland, bis hin zu Entwicklungen der Kirchlichkeit nach 1945.

Franz Von F _rstenberg

Franz von Fürstenberg (1729-1810). Aufklärer und Reformer. Beiträge der Tagung am 16. und 17. September 2010 in Münster, hg. mit Werner Freitag und Alwin Hanschmidt (Westfalen in der Vormoderne. Studien zur Mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgschichte 11), Münster 2012.
Am 16. September 1810 starb in Münster mit Franz von Fürstenberg eine der bedeutendsten Gestalten der westfälischen Geschichte. Zusammen mit Fürstin Amalia von Gallitzin war er die zentrale Figur des sogenannten Kreises von Münster. Fast ein halbes Jahrhundert prägte Fürstenberg als Minister und Generalvikar die religiösen und politischen Geschicke des Fürstbistums Münster. So bemühte er sich um die Sanierung des Landeshaushalts und trug maßgeblich zur Reform der Justizverwaltung sowie des Militär- und Polizeiwesens bei. Bekannter ist Fürstenberg allerdings wegen seines Engagements für das Bildungswesen. Seit den 1770er Jahren reformierte er die Gymnasien (Schulverordnung 1776), initiierte die Gründung einer Landesuniversität in Münster (1780) und sorgte schließlich für eine Verbesserung des ländlichen Elementarschulwesens.
Anlässlich seines 200. Todestages wurden im Rahmen einer Tagung in Münster Leben und Werk Fürstenbergs näher beleuchtet, deren Beiträge nun in diesem Band erscheinen. Sie geben u.a. einen Einblick in ausgewählte Handlungsfelder Fürstenbergs im Bereich der Wirtschafts-, Religions- und Bildungspolitik sowie in das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Fürstbistum Münster im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Maximilian Kaller

Maximilian Kaller- Bischof der wandernden Kirche. Flucht und Vertreibung - Integration - Brückenbau, hg. mit Hans-Jürgen Karp (Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Beiheft 20), Münster 2012.
Der Sammelband würdigt das Wirken des ermländischen Bischofs Maximilian Kaller (1880-1947). Zugleich behandelt er die Frage, wie sich die nationalen und internationalen Diskussionen über Zwangsumsiedlungen von Bevölkerungen, die Eingliederung der Vertriebenen in die Aufnahmeländer und das Verhältnis zwischen Opfern und Tätern entwickelt haben.
Für Kallers pastorales Wirken war das ab Ende 1933 entwickelte neuartige Seelsorgemodell der Wandernden Kirche kennzeichnend, das den durch staatliche Binnenwanderung aus ihrer gewohnten Umgebung gerissenen Katholiken weiterhin eine kirchliche Anbindung ermöglichen und sie in einem weiteren Schritt zur religiösen Mündigkeit führen sollte. Zwei Regionalstudien zeigen, welche Impulse von den heimatvertriebenen Katholiken ausgegangen sind und welche seelsorglichen Konzepte für deren Betreuung und Integration maßgebend waren. Weitere Themen sind die NS-Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten im Osten als Vorgeschichte von Flucht und Vertreibung, die deutsch-polnischen Kirchenbeziehungen während des zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit sowie der jüngere, national überformte und von Diktaturen beeinträchtigte geschichtspolitische Diskurs in Deutschland und Polen über Flucht und Vertreibung. Eine Brückenfunktion können von Vertreibungserfahrungen geprägte Bevölkerungsgruppen - die polnischen wie die deutschen Vertriebenen – einnehmen. Ob künftig eine europäische Erinnerung möglich sein wird, entscheidet sich maßgeblich im fortdauernden deutsch-polnischen Dialog.

Boersting

Münster im Krieg. Bombenbilder 1943-1945 von Heinrich Börsting, hg. mit Hubert Wolf, Münster 2005; 2. Aufl. Münster 2012.
Der Priester und Historiker Dr. Heinrich Börsting (1900–1969) war der erste Archivar der Diözese Münster. Mit seiner Leica hielt er von Oktober 1943 bis April 1945 im Auftrag Bischof von Galens die Zerstörungen an den Kirchen der Stadt fest. Börsting fotografierte unmittelbar nach den Bombardements, unter persönlicher Lebensgefahr, mit professionellem Wagemut und mißachtete dabei oft die Grenzen seiner Fotografiererlaubnis. So sind die Bilder Zeugnisse seines Pflichtbewußtseins der Nachwelt gegenüber und Ausdruck stummer Klage in der Katastrophe … Bilder von unglaublicher Nähe.
60 Jahre nach Beendigung des Kriegs werden diese eindrücklichen Bilddokumente erstmals veröffentlicht (2. Auflage).

Galen-buch

Wolf, Hubert: Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen. Der kürzlich selig gesprochene Galen war Bischof von Münster 1933-46. Sein Auftreten gegen die Ermordung von Behinderten durch die Nazis hat ihm den Beinamen "Löwe von Münster" eingebracht. Hubert Wolf stellt Erkenntnisse aus bislang unbekannten Dokumenten vor. Er zeigt einen Mann, der auch Seiten hatte, die ihn als sperrig, ja fragwürdig erscheinen lassen. Und der dennoch an entscheidender Stelle Mut bewies -- ein differenziertes Bild zwischen Grenze und Größe. Aktuell zum 60. Todestag am 16.3.2006.