Physiologie der Angst wird erforscht

Muz 702 Pape
Prof. Hans-Christian Pape

 

Einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise, der Max-Planck-Forschungspreis, geht in diesem Jahr an den Neurophysiologen Hans-Christian Pape vom Institut für Physiologie des UKM. Er erhält ebenso wie der zweite Preisträger, der irische Neurowissenschaftler und Humboldt-Forschungspreisträger Ray Dolan, 750000 Euro.
Geehrt wird Pape für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Angsterkrankungen. Er untersucht die körperlichen Grundlagen, also die Frage, wie das Gehirn Angst erzeugt, wie Angst erlernt und behalten wird, aber auch wie sie wieder vergessen werden kann. Normalerweise werden begründete Angsterlebnisse nach einiger Zeit im Gehirn wieder überschrieben. Bei Angstpatienten allerdings funktioniert dieser Vorgang wahrscheinlich nicht, so dass das traumatische Ereignis immer wieder von neuem erlebt wird.

Pape hat mit seinem Team lokalisiert, welche Hirnregionen beim Erleben von Angst eine Rolle spielen. Beteiligt sind die Amygdala, zuständig für negative Emotionen, der Hippocampus, in dem Erinnerungen verarbeitet werden und der präfrontale Kortex, in dem Emotionen kontrolliert und eingeordnet werden. Mithilfe von bildgebenden und elektronischen Verfahren macht Pape das Geschehen im Gehirn sichtbar. So lassen sich grundlegende Prozesse verstehen und auch die Frage, wie die Angsterinnerungen wieder gelöscht werden können, kann hoffentlich beantworten werden.

bn