Sozialwissenschaftliche Islam-Studien im Dilemma: Tagung diskutierte Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik

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Am 8. und 9. Mai 2026 fand an der Universität Münster die Tagung „Sozialwissenschaftliche Islam-Studien im Dilemma: Zwischen wissenschaftlichem Anspruch und öffentlicher Erwartung“ statt. Veranstaltet wurde sie von der Forschungsstelle „Islam und Politik“ am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“.

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Im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung stand ein zentrales Spannungsfeld sozialwissenschaftlicher Islamforschung: Forschung zu Muslim*innen, Islam, Integration oder Islamismus steht häufig unter besonderer öffentlicher Beobachtung. Je nach Ergebnis werden Studien entweder politisch vereinnahmt, kritisiert, ignoriert oder in öffentlichen Debatten zugespitzt. Die Tagung fragte daher danach, wie sozialwissenschaftliche Forschung in diesem sensiblen Feld wissenschaftlich fundiert, gesellschaftlich verantwortlich und öffentlich verständlich kommuniziert werden kann.

In mehreren Panels diskutierten renommierte Vertreterinnen aus Wissenschaft, Journalismus, Wissenschaftskommunikation und Praxis über die Herausforderungen empirischer Forschung zu Musliminnen in Deutschland. Beiträge kamen unter anderem aus der Religionssoziologie, Migrationsforschung, Kommunikationswissenschaft, Kriminologie sowie aus journalistischer Perspektive. Dabei wurde deutlich, dass gerade in polarisierten Debatten eine differenzierte, methodisch saubere und zugleich verständlich vermittelte Forschung unverzichtbar ist.

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Ein wiederkehrendes Thema war die Frage, wie Forschungsergebnisse vor politischer Instrumentalisierung geschützt werden können, ohne unbequeme Befunde auszublenden. Zugleich wurde diskutiert, welche Verantwortung Wissenschaftler*innen, Medien und wissenschaftliche Einrichtungen tragen, wenn komplexe Ergebnisse in eine öffentliche Debatte gelangen, die häufig von Zuspitzung, Emotionalisierung und Lagerdenken geprägt ist.

Die Tagung machte sichtbar, dass sozialwissenschaftliche Islam-Studien einen wichtigen Beitrag zum Verständnis religiöser Vielfalt, gesellschaftlicher Konflikte und demokratischer Aushandlungsprozesse leisten können. Gerade deshalb braucht es Räume, in denen kontroverse Befunde offen, sachlich und differenziert diskutiert werden können.

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Die Forschungsstelle „Islam und Politik“ bot mit der Tagung ein Forum für einen interdisziplinären Austausch über Wissenschaftsfreiheit, öffentliche Verantwortung und die Rolle empirischer Forschung in einer pluralen Gesellschaft. Zeitnah wird ein Policy Paper erscheinen, in dem zentrale Perspektiven, Positionen und Statements der Referent*innen und Diskutant*innen — darunter Prof. Dr. Ruud Koopmans, Dr. Yasemin El-Menouar, Dr. Alexander Yendell, Prof. Dr. Michael Quante, Prof. Dr. Peter Wetzels, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Constantin Schreiber, Jan-Martin Wiarda, Prof. Dr. Naika Foroutan, Prof. Dr. Thorsten Quandt, Dr. Miguel Zulaica y Mugica, Thomas Thiel, Canan Topçu und Murat Kayman — gebündelt werden..

Weitere Informationen zur Forschungsstelle „Islam und Politik“ finden Sie auf den Seiten des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster.