
Nachbericht
Roundtable: Islamisch-Theologische Genderforschung
Thema: Göttliche Ordnung? Zur Diskussion um binäre Geschlechterkonstruktionen und Perspektiven für die Islamische Theologie
21.–22. Mai 2026 | Münster
Am 21. und 22. Mai 2026 fand in Münster der Roundtable „Islamisch-Theologische Genderforschung“ zum Thema „Göttliche Ordnung? Zur Diskussion um binäre Geschlechterkonstruktionen und Perspektiven für die Islamische Theologie“ statt. Die Veranstaltung brachte Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen theologischen und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen zusammen, um aktuelle Fragestellungen der Genderforschung im Kontext islamisch-theologischer Reflexionen interdisziplinär zu diskutieren.

Im Zentrum des zweitägigen Austauschs stand die kritische Auseinandersetzung mit binären Geschlechterkonstruktionen in religiösen Deutungstraditionen. Diskutiert wurden sowohl historische und systematisch-theologische Perspektiven auf Vorstellungen von Geschlecht als auch gegenwärtige Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Islamische Theologie. Dabei ging es insbesondere um die Frage, inwiefern tradierte Geschlechterordnungen theologisch begründet werden, welche hermeneutischen Zugänge alternative Lesarten eröffnen und welche Perspektiven sich daraus für gegenwärtige wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatten ergeben.
Die Referentinnen beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln. Ihre Beiträge eröffneten vielfältige Perspektiven auf die Zusammenhänge von religiöser Normativität, gesellschaftlichem Wandel und geschlechtertheoretischen Fragestellungen. Dabei wurden islamisch-theologische Ansätze mit Impulsen aus der christlichen Theologie, Judaistik, Ethik sowie sozialwissenschaftlichen und migrationsbezogenen Forschungsfeldern in einen produktiven Dialog gebracht.

Ein besonderes Merkmal des Roundtables war das dialogische Format, das Raum für intensive Diskussionen und vertiefte fachliche Auseinandersetzungen bot. Im gemeinsamen Austausch wurden grundlegende Begriffe, methodische Zugänge und gegenwärtige Herausforderungen der islamisch-theologischen Genderforschung kritisch reflektiert. Dabei zeigte sich, wie relevant interdisziplinäre Perspektiven für die Weiterentwicklung des Forschungsfeldes sind. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Diskussion um Geschlechterkonstruktionen in religiösen Kontexten weit über rein theoretische Fragestellungen hinausweist. Sie berührt grundlegende Fragen nach theologischer Autorität, hermeneutischer Offenheit und der gesellschaftlichen Verantwortung wissenschaftlicher Reflexion.

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