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Ministerin Feller hebt Bedeutung des islamischen Religionsunterrichts hervor

Schulministerin Dorothee Feller besucht Fachtagung zum islamischen Religionsunterricht an der Universität Münster

„Der islamische Religionsunterricht in NRW – Chancen und Herausforderungen“ am 13. April 2026“

Großes Interesse, hochrangige Beteiligung und intensive Diskussionen: Am 13. April 2026 fand in der Professional School der Universität Münster eine Fachtagung zum islamischen Religionsunterricht statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Evaluation des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen gemäß § 133 Abs. 3 SchulG NRW realisiert, die im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie), Abdulkerim Şenel (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie) sowie Luisa Wellems (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät) durchgeführt wurde, die auch für die Konzeption und Organisation der Fachtagung verantwortlich waren.

v. l. n. r.: Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Zentrum für Islamische Theologie), Schulministerin Dorothee Feller, Prorektor Prof. Dr. Michael Quante, Luisa Wellems (Evangelisch-Theologische Fakultät) und Abdulkerim Şenel (Zentrum für Islamische Theologie)
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Im Zentrum der Tagung stand die Vorstellung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation durch Mouhanad Khorchide, Abdulkerim Şenel und Luisa Wellems. Präsentiert wurden zentrale empirische Befunde, die Einblicke in strukturelle Rahmenbedingungen, die unterrichtliche Praxis sowie in die Perspektiven der beteiligten Akteur*innen geben und zugleich im Hinblick auf zukünftige Entwicklungsperspektiven des islamischen Religionsunterrichts eingeordnet wurden. Dabei traten neben erkennbaren Fortschritten auch weiterhin bestehende Herausforderungen zutage, insbesondere in Bezug auf institutionelle Strukturen, die Professionalisierung von Lehrkräften sowie die curriculare und didaktische Weiterentwicklung des Faches.

Im weiteren Verlauf der Tagung rückten Fragen nach der zukünftigen Ausgestaltung religiöser Bildung in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Die Zukunft des Religionsunterrichts in der pluralen Gesellschaft“ brachten Clauß Peter Sajak (Universität Münster), Antje Roggenkamp (Universität Münster) und Naciye Kamçılı-Yıldız (Universität Paderborn) Perspektiven aus katholischer, evangelischer und islamischer Religionspädagogik ein. In den Beiträgen wurde deutlich, dass religiöse Bildung durch das Zusammenspiel schulischer Praxis, bildungspolitischer Rahmenbedingungen und vielfältiger religiöser Orientierungen geprägt ist. Die anschließende Diskussion sowie die Fragerunde aus dem Plenum griffen zentrale Aspekte der Vorträge auf und zeigten das große Interesse der Teilnehmenden, unterschiedliche Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen und weiterzudenken.

Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion, in der Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammengeführt wurden. Es diskutierten Jakim Essen (Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Universität Münster), Reyhan Yıldız (Lehrkraft und Fachleiterin für den islamischen Religionsunterricht), Thomas Schlüter (Bildungsdezernent und Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen) sowie Reinhard Schulte (Schulleiter des Gymnasiums zum Altenforst in Troisdorf). Im Austausch wurden insbesondere Fragen der strukturellen Verankerung des Faches, der Qualifizierung von Lehrkräften, der konkreten unterrichtlichen Umsetzung sowie der Weiterentwicklung im Kontext religiöser Vielfalt thematisiert. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven deutlich: Während die bildungspolitische Ebene vor allem strukturelle Rahmenbedingungen wie die Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften in den Blick nahm, standen aus wissenschaftlicher Sicht Fragen der inhaltlichen und didaktischen Ausgestaltung im Vordergrund, während die schulische Praxis konkrete Herausforderungen der Umsetzung und des Unterrichtsalltags hervorhob. Zugleich zeigte sich, dass die Weiterentwicklung des islamischen Religionsunterrichts wesentlich vom Zusammenspiel bildungspolitischer Rahmenbedingungen, wissenschaftlicher Begleitung und schulischer Praxis abhängt und nur im Dialog der beteiligten Akteur*innen nachhaltig gestaltet werden kann.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll die anhaltende Relevanz des Themas. Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, schulischer Praxis sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen kamen zusammen, um über Gegenwart und Zukunft des Faches zu diskutieren. Auch die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller nahm an der Veranstaltung teil und unterstrich die hohe bildungspolitische Bedeutung sowohl der Evaluationsstudie als auch des islamischen Religionsunterrichts für das Land Nordrhein-Westfalen.

Eröffnet wurde die Tagung von Mouhanad Khorchide, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie und Leiter der Evaluationsstudie, der gemeinsam mit der Schülerin Fatima Yahyaoui in die Thematik einführte und die Tagung in den aktuellen bildungspolitischen und gesellschaftlichen Kontext einordnete. In seinem Grußwort betonte der Prorektor der Universität Münster, Prof. Dr. Michael Quante, die zentrale Rolle des islamischen Religionsunterrichts für die religiöse Bildung in Deutschland und hob zugleich die besondere Stellung der Universität Münster als Ausbildungsstandort hervor. Dabei verwies er auf die Etablierung der Islamischen Theologie als 16. Fakultät der Universität Münster, sowie auf den im Aufbau befindlichen „Campus der Theologien und Religionswissenschaft“ als Ausdruck aktueller institutioneller Weiterentwicklungen. Schulministerin Dorothee Feller unterstrich, dass die Ergebnisse der Evaluation eine wichtige Grundlage für die bildungspolitische Weiterentwicklung des islamischen Religionsunterrichts darstellen, und würdigte die Studie als Beitrag zu einer evidenzbasierten Gestaltung des Faches.

Grußwort von Schulministerin Dorothee Feller
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Die Tagung endete mit einem anschließenden Empfang, der den Teilnehmenden Raum bot, Gespräche in informeller Atmosphäre fortzuführen und den fachlichen Austausch zu vertiefen.

Abschlussbericht zur wissenschaftlichen Evaluierung des islamischen Religionsunterrichts

Podiumsdiskussion, v. l. n. r.: Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Zentrum für Islamische Theolo-gie), Thomas Schlüter (Evangelische Kirche von Westfalen), Reinhard Schulte (Gymnasium zum Altenforst), Reyhan Yıldız (ZfsL Münster) und Jakim Essen (Ministerium für Schule und Bildung)
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