Der letzte Apfel
Vortragsreihe über Wissenschaft, Leben und die letzte Frage

6. Juli 2026 | 18:00 Uhr | JO 1, Johannisstr. 4, 48143 Münster

Im Rahmen der Vortragsreihe „Der letzte Apfel“ wird Prof. Dr. Andrea Tafferner (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen) den ersten Vortrag unter dem Titel „Wo bist du?“ (Gen 3,9). Wenn Gott so fragt … halten.

Prof. Dr. Andrea Tafferner lehrt seit 1997 Theologie und Sozialphilosophie im Fachbereich Sozialwesen an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen am Standort Münster. Zum Ende des Sommersemesters 2026 wechselt sie in den Ruhestand.

In der pseudo-aristotelischen Schrift Liber de pomo (Buch vom Apfel), begegnet Aristoteles am Ende seines Lebens seinen Schülern. Er spricht nicht mehr über einen beliebigen Gegenstand unter anderen. Er spricht über das, was den Menschen im Innersten angeht: über das Sterben und die Seele, über die Wahrheit und das Glück, über das Denken und über das, was von einem Leben bleibt, wenn es sich vor seinem Ende sammelt. Die Schrift ist keine historische Quelle über Aristoteles, aber sie bewahrt eine große philosophische Szene: Ein Mensch sagt noch einmal, was ihm wesentlich geworden ist. An diese Szene knüpft die Vortragsreihe „Der letzte Apfel“ an.

© N.K.

Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen werden eingeladen, einen Vortrag zu halten, als wäre es der letzte Vortrag ihres Lebens. Nicht im Sinne eines Abschieds, sondern im Sinne einer äußersten Konzentration. Die Reihe fragt danach, was wissenschaftliche Arbeit im Leben eines Menschen bedeutet, welche Fragen ein Denken über Jahre prägen, welche Erkenntnisse sich als tragfähig erweisen und welche Verantwortung aus Wissen erwächst. Sie fragt auch, was in einer Disziplin auf dem Spiel steht, wenn man sie nicht nur als Beruf, Methode oder Institution versteht, sondern als Form der Selbst- und Weltbeziehung.

Die Vorträge fragen nicht nach Bilanz, Erfolg oder Vermächtnis. Sie fragen nach dem Wesentlichen: Was hat dieses eine wissenschaftliche Leben sehen gelernt? Welche Frage hat es nicht losgelassen? Was hat sich als wahr, als schwierig, als unverzichtbar gezeigt? Warum liebt man, was man tut und tut, was man liebt? Was ist die letzte und bedeutsame Erkenntnis, die erringt wurde oder erringt werden soll? Was muss noch gesagt werden?

Jeder Vortrag dauert 30 Minuten. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit dem Publikum. Die Reihe öffnet einen Raum, in dem Wissenschaft persönlich, existenziell und öffentlich sprechen darf, ohne ihre Genauigkeit zu verlieren.

Die Vortragsreihe wird von Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi, Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster, organisiert.

Das Plakat finden Sie hier