Israelitisches Kinderkurheim
© Kreisarchiv Soest, F2 Nr. 4796

Ab 1906 engagierte sich der Verband der Synagogen-Gemeinden in Westfalen für die Gründung eines Israelitischen Kinderheims in Bad Sassendorf. Die Kosten für die Errichtung wurden von den jüdischen Gemeinden in Westfalen und dem Rheinland finanziert. 1909 feierte der Verband die Eröffnung des Heimes. Im Heim wurde die jüdische Konfession gelebt, aufgenommen wurden aber auch Kinder anderer Konfessionen. Die erholungsbedürftigen Kinder standen unter ärztlicher Betreuung. Die häusliche Leitung lag bei Oberin Irene. Die Verwaltung des Israelitischen Kinderheimes übernahm ein zu diesem Zweck gegründeter Verein. Im Durschnitt wurden in jedem Sommer drei Kuren durchgeführt. Die Anzahl der kurenden Kinder schwankte zwischen 200 und 360 Kindern im Jahr, mit einem Höhepunkt der Zahlen in den 1920er-Jahren. Als Heilmittel kamen Solebäder in den institutionseigenen Baderäumen und die Freiluftkur mit Soleinhalation in der salzhaltigen Luft der Bad Sassendorfer Gradierwerke zum Einsatz. Im Jahr 1933 wurde das Israelitische Kinderheim an die katholische Filialgemeinde Bad Sassendorf verkauft.