

1907 weihte die Harpener Bergbau AG aus Dortmund ein eigenes Kinderkurheim mit dem Namen „Kaiser Wilhelm und Auguste Viktoria-Heim“ in der Gartenstraße ein. Das Gradierwerk neben dem Grundstück stürzte 1927 ein, was zu Streitigkeiten mit der Saline führte. Nur Kinder von Mitarbeitenden – Bergarbeitern und Angestellten – wurden aufgenommen. In der Anfangszeit wurden pro Kur 40 erholungsbedürftige Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren aufgenommen. In den 1950er Jahren wurden in den Kuren bis zu 60 Kinder betreut. Für die jüngeren Kinder standen zwei große Schlafsäle zur Verfügung, die älteren Kinder wurden in kleineren Gruppenschlafräumen untergebracht. Die Kinder erhielten während der Kur im Gebäude Solebäder, Liegekuren und kräftigende Speisen. Sie verbrachten viel Zeit bei Spaziergängen an der frischen Luft. 1944 wurde das Heim kurzzeitig von der Flakgruppe Westfalen genutzt. In der direkten Nachkriegszeit galt das Heim als Bergmannerholungsheim. Zu dieser Zeit kam es zum Teil zu Lärmbeschwerden bei der Badverwaltung. Auch Kinderkuren fanden nach dem Krieg wieder regelmäßig statt, doch ab den 1960er Jahren sanken die Zahlen. 1972 wurde das Heim geschlossen. Das im Heimatstil errichtete Gebäude beherbergt heute ein Gesundheitszentrum.
