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Einen Ort, der den Namen Lennestadt trägt, gibt es erst seit 1969. Doch die Siedlungen im heutigen Stadtgebiet sind weit zurückzuverfolgen. Anfang des 12. Jahrhunderts überblickten die Herren von Gevore den strategisch wichtigen Übergang über die Lenne von der Peperburg aus, bevor sie 1225 im Veischedetal ihren neuen Stammsitz Burg Bilstein errichteten, deren Namen sie fortan trugen. Im Kampf um die Vorherrschaft im südlichen Westfalen zwischen den Grafen von der Mark und Arnsberg konnten sich die Bilsteiner Edelherren nicht lange halten, 1363 starb das Adelsgeschlecht aus. Unterhalb der Burg entstand eine Siedlung, die 1445 erstmals als Freiheit erwähnt wurde. Bilstein wurde zum Sitz eines Amtes, das in unterschiedlichen Herrschafts- und Verwaltungszusammenhängen bis 1969 bestand. Das Gebiet der heutigen Stadt ist geprägt durch den namengebenden Fluss Lenne und seine Zuflüsse. An diesen konnte sich mit Hammerwerken und Mühlen schon früh ein vor allem eisenverarbeitendes Gewerbe entwickeln, das 1861 mit dem Bau der Ruhr-Sieg-Bahn Anschluss an die industrielle Revolution fand. Um dieser Entwicklung verwaltungstechnisch zu entsprechen, begannen bereits 1926 erste Überlegungen zur Gebietsreform, die schließlich 1969 zur Vereinigung von sieben Gemeinden und zur Gründung von Lennestadt führten.
Bibliographische Angaben:
Becker, Günther/Wilfried Reininghaus, Bilstein und Lennestadt – Historischer Atlas westfälischer Städte. Band 19, hg. von der Historischen Kommission für Westfalen und dem Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Thomas Tippach, Aschendorff Verlag Münster 2025.
Kartographie: Tobias Kniep
Interaktive Karten
Kooperation
Historische Kommission für Westfalen
