„Streit um Körperschaft eine symbolische Debatte"

Prof. Dr. Hinnerk Wißmann
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Über die staatlichen Organisationsvorgaben für Religionen und künftige Herausforderungen an das Religionsverfassungsrecht hat der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Hinnerk Wißmann vom Exzellenzcluster in der Ringvorlesung „Religionspolitik heute“ gesprochen. „Die Organisation von Religion ist ein Grundthema des religionsfreundlich-neutralen Verfassungsstaats“, sagte der Rechtswissenschaftler. Eine gelingende Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften sei Qualitätsmerkmal einer freiheitlichen Rechtsordnung. „Ein zukunftsfestes Religionsrecht muss und kann unterscheiden: Der Anspruch auf Gleichbehandlung aller Religionen ist nicht durch Gleichförmigkeit einzulösen. Überkommene Rechtsinstitute wie der Körperschaftsstatus sind dabei nur eine Bauform und der Streit darüber trägt Züge einer symbolischen Debatte. Eine Öffnung darf nicht in einen Religionsetatismus neuer Art führen.“ Die Ausführungen kommentierte Religionswissenschaftlerin PD Dr. Astrid Reuter aus Münster.

Vortrag von Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Hinnerk Wißmann „Freiheit braucht Form!? Organisationsvorgaben als Herausforderung des Religionsverfassungsrechts“

Der Kommentar zum Vortrag von Religionswissenschaftlerin PD Dr. Astrid Reuter

Die öffentliche Reihe befasste sich mit aktuellen Fragen der Religionspolitik. Ziel der Vorträge und Podien war es, Grundsatzfragen sowie aktuelle Konflikte und Lösungen zu erörtern, auch im internationalen Vergleich. Die Reihe brachte Wissenschaft, Politik, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften durch Vorträge und Podiumsdiskussionen ins Gespräch. Veranstalter der öffentlichen Vortragsreihe waren der Exzellenzcluster und das Centrum für Religion und Moderne (CRM) der Universität Münster.

Mehr Informationen zum Vortrag vom 12. Juli 2016 finden sich auf der Website des Exzellenzclusters. Journalisten können sich bei Interesse an sendefähigen O-Tönen an das Zentrum für Wissenschaftskommunikation unter der Telefonnummer +49 251/83-23376 oder per E-Mail an religionundpolitik@uni-muenster.de wenden.