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Religionswissenschaftler über multireligiöse Identitäten

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Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel

© ska

Immer mehr Menschen lassen sich laut Religionswissenschaftler Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ von mehreren Religionen inspirieren. „Waren die westlichen Gesellschaften in der Vergangenheit noch weitgehend monoreligiös, nehmen sie inzwischen zunehmend multireligiöse Gestalt an“, sagte der Wissenschaftler im Eröffnungsvortrag der Ringvorlesung „Transfer zwischen Religionen. Wenn religiöse Traditionen einander beeinflussen“. Ein empirisch gut belegter Fall für multireligiöse Identitäten im Westen seien buddhistische Christen und buddhistische Juden, so Prof. Schmidt-Leukel.

Vortrag „Warum mit nur einer Religion leben? Anmerkungen zum Phänomen multi-religiöser Identität“

Die Themen der öffentlichen Reihe, die der Exzellenzcluster und das Centrum für religionsbezogene Studien (CRS) im Sommersemester 2015 organisiert, reichen von multi-religiösen Identitäten in modernen pluralen Gesellschaften über den Transfer in der regulierten Religionsvielfalt Chinas bis zum christlich-muslimischen Dialog im Nahen Osten. Auf dem Programm stehen auch der Kulturaustausch zwischen Juden, Christen und Muslimen durch Buch und Bild im Mittelalter, Reliquientransfer zwischen dem östlichen und dem westlichen Christentum und das gemeinsame Erbe von Philosophie und Wissenschaft in Judentum, Christentum und Islam. Erörtert werden auch die christliche Kabbala, Wechselwirkungen zwischen dem Buddhismus und anderen indischen Religionen sowie die Rezeption hinduistischer Konzepte im Westen und umgekehrt. Vertreten sind die Fächer Religionswissenschaft, Byzantinistik, Indologie, Islamwissenschaft, Judaistik, Sinologie, Theologie und Philosophie. Am Exzellenzcluster werden Transfer-Phänomene seit 2012 im Forschungsfeld „Integration“ untersucht.

Mehr Informationen zum Vortrag vom 14. April 2015 finden sich auf der Website des Exzellenzclusters. Journalisten können sich bei Interesse an sendefähigen O-Tönen an das Zentrum für Wissenschaftskommunikation unter der Telefonnummer +49 251/83-23376 oder per E-Mail an religionundpolitik@uni-muenster.de wenden.