„Romantische Liebe ohne Christentum undenkbar“

Studie von Kirchenhistoriker Arnold Angenendt über Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum

Buchcover
© Aschendorff Verlag

Kirchenhistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ hat eine neue Publikation über Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum vorgelegt. „Die heutige Vorstellung von partnerschaftlicher und ‚romantischer‘ Liebe ist historisch ein Spätprodukt“, sagt der renommierte Wissenschaftler. In seinem Überblicksband, der mit der Antike und der Bibel einsetzet, legt der Theologe dar, dass die Geschichte der praktizierten Sexualität von Liebe zeuge, aber zugleich voller Zwänge und Grausamkeiten gewesen sei. „Dennoch ist die heute zum Weltexportartikel gewordene romantische Liebe ohne Christentum nicht denkbar“.

Die Monographie beschreibt viele Kontroversen um Ehe, Liebe und Sexualität aus historischer Perspektive. „Das Christentum sah sich seit seiner Entstehung praktisch wie reflexiv herausgefordert“, erläutert Prof. Angenendt. Es habe gleichermaßen die Vorstellung von gleichberechtigter Partnerschaft wie auch von Lustfeindlichkeit geprägt. Heute würden kirchliche Aussagen zur Sexualität breit kritisiert oder gänzlich zurückgewiesen.

Prof. Angenendt lehrte von 1981 bis 1999 Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU. 1997 wurde er in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Die schwedische Universität Lund verlieh ihm 1999 die Ehrendoktorwürde. Am Exzellenzcluster leitet er das Forschungsprojekt „Sexualität und Ehe in religionsgeschichtlicher Perspektive“. (Aschendorff Verlag/ska/vvm)

Hinweis: Angenendt, Arnold: Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum. Von den Anfängen bis heute, Münster: Aschendorff Verlag 2015, ISBN 978-3-402-13146-6, 19,90 Euro.