„Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie“

Neuauflage der Habilitationsschrift von Philosoph Ludwig Siep über Hegel

Buchcover „Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie“

Buchcover

© Meiner Verlag

Unter dem Titel „Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie“ ist die Habilitationsschrift des Philosophen Prof. Dr. Ludwig Siep vom Exzellenzcluster aus dem Jahr 1979 in einer Neuauflage erschienen. Sie hat die neuere  Entwicklung der Anerkennungstheorie angestoßen und wird daher im Meiner Verlag erneut veröffentlicht. Der Autor setzt sich in einer Einleitung der Neubearbeitung mit der internationalen Diskussion  seit der Erstveröffentlichung auseinander. Der neue Band aus dem Meiner Verlag trägt den Untertitel „Untersuchungen zu Hegels Jenaer Philosophie des Geistes“.

Der Gedanke der Anerkennung als Norm zwischenmenschlichen Verhaltens und Kriterium der Beurteilung von sozialen Lebensformen und Institutionen wurde in der Sozialphilosophie des 20. Jahrhunderts aus der Philosophie Fichtes und Hegels aufgenommen. Er hat im amerikanischen Pragmatismus von George Herbert Mead bis Charles Taylor und Robert Brandom eine ebenso bedeutende Rolle gespielt wie im  Existentialismus und der Phänomenologie in Frankreich von Alexandre Kojève bis Paul Ricoeur.

Das Buch verfolgt die Entstehung von Georg Wilhelm Friedrich Hegels Philosophie des objektiven Geistes in der Jenaer Zeit, in der „Anerkennung“ das organisierende Systemprinzip ist. Dabei werden zeitgenössische Theorien der Intersubjektivität (Jean Paul-Sartre, Jacques Lacan) oder der gelungenen Sozialisation (Jürgen Habermas, Hans Peter Dreitzel) als Maßstab sozialer Institutionen auf ihre Nähe zu Hegel hin untersucht, wie der Autor darlegt. Besonderes Augenmerk legt die Studie auf Hegels Methode, zum Verständnis und zur Kritik einer existierenden Gesellschaftsordnung auf die historische Genese von Normen und Institutionen zurückzugreifen. Ein solches genetisch-kritisches Verfahren scheine auch heute einem apriorisch-deduktiven überlegen (so auch Michael Walzer oder Raymond Geuss). Hegel vermag dem Wissenschaftler zufolge das Potential seiner Theorie aber, wie auch anhand der Berliner Rechtsphilosophie gezeigt wird, aufgrund bestimmter metaphysischer Prämissen nur unvollkommen auszuschöpfen.

Der Philosoph leitet am Exzellenzcluster das Forschungsprojekt A2-17 Anthropologie, Autonomie und Individualismus als normative Grundlagen der Idee des Rechtsstaates. (Meiner Verlag/han)


Hinweis: Siep, Ludwig: Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie. Untersuchungen zu Hegels Jenaer Philosophie des Geistes. Neuauflage mit einem einführenden Essay  „Anerkennung und praktische Philosophie heute“ (Blaue Reihe), Hamburg: Meiner Verlag 2014, ISBN: 978-3-7873-2524-5, 341 Seiten, 22,90 Euro.

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