Militärische Gewalt und politische Ethik

Neues Buch aus dem Exzellenzcluster über Recht, Frieden und Religion

Buchcover „Recht und Frieden. Beiträge zur politischen Ethik“

Buchcover

© Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

Mit den Traditionen des protestantischen Rechts- und Friedensverständnisses beschäftigt sich ein neues Buch des evangelischen Theologen und Ethikers Prof. Dr. Hans-Richard Reuter vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Unter dem Titel „Recht und Frieden. Beiträge zur politischen Ethik“ entwickelt der Forscher das Leitbild eines gerechten, auf die Menschenrechtsidee gegründeten Friedens. Dabei behandelt er strittige Themen wie etwa die Frage des legitimen Einsatzes militärischer Gewalt und das Verhältnis von Staat und Religion.

Durch Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen, gehört nach protestantischer Tradition zu den eigenständigen, jedoch ethisch zu verantwortenden Aufgaben des Staates, wie Prof. Reuter betont. Wie sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Konfliktlinien zwischen Gerechtigkeit und Recht, Frieden und Gewalt sowie Religion und Politik dem Theologen zufolge verschärft haben, legt er in seinem Buch dar. Diese Konfliktlinien sind laut dem Autor Gegenstand kontroverser Debatten, die auf Grundprobleme politischer Ethik verweisen.

Prof. Reuter vom Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES) leitet am Exzellenzcluster das Projekt A2-16 „Religiöse Traditionen der Kapitalismuskritik in Deutschland im 20. Jahrhundert“. Bis 2012 forschte er im Cluster-Projekt A7, das unter dem Titel „Die religiöse Tiefengrammatik des Sozialen“ die Rolle der Religionsgemeinschaften für die Entwicklung der europäischen Wohlfahrtsstaaten untersucht hat. Der Theologe ist Hauptantragsteller des Exzellenzclusters. (han)


Hinweis: Hans-Richard Reuter: „Recht und Frieden. Beiträge zur politischen Ethik“, Reihe „Öffentliche Theologie“ 28, Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt, 2013. ISBN 978-3-374-03179-5, 38 Euro.