Juden und Christen im Mittelalter

Vortrag des Heidelberger Historikers Prof. Dr. Johannes Heil

dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr, Hörsaal F2 Fürstenberghaus am Domplatz 20-22

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Prof. Dr. Johannes Heil

© Flo Hagena

Über Juden und Christen im Mittelalter spricht Historiker Prof. Dr. Johannes Heil von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg heute in der öffentlichen Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ und des neuen Centrums für Mittelalter und Frühneuzeitforschung (CMF). Die Reihe beschäftigt sich im Sommersemester mit dem Thema „Verfolgung um Gottes willen. Politisch-religiöse Konflikte in Vormoderne und Moderne“. Der Vortrag „Differenz, Kohabitation und Konflikt – Juden und Christen im Mittelalter“ ist von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 zu hören.

Der Referent skizziert den theologischen Rahmen, den die christliche Seite im Mittelalter gegenüber den Juden definiert hat. Dabei geht es laut Prof. Heil wesentlich um die Frage, ob Gewalt, hier gegenüber Juden, ein zwingendes Ergebnis von Religion sei. „In Kontrast zum eifernden Ambrosius von Mailand wird dazu am Beispiel der Kirchenväter Augustins und Gregors I. ein theologisch begründetes Ordnungssystem herausgearbeitet, das den Juden zwar einen untergeordneten Platz in der christlichen Gesellschaft zuwies, aber zugleich die Grundlage für kirchlichen wie weltlichen Judenschutz bereitstellte“, so Prof. Heil.

Die Ringvorlesung geht der Diskriminierung und Verfolgung Andersgläubiger anhand zahlreicher Beispiele quer durch die mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte nach. Die Themen reichen von der christlichen Häresiebekämpfung im Frühmittelalter und den Konfessionskonflikten der Frühneuzeit über den Kirchenkampf in der DDR bis zur Buddhistenverfolgung im kommunistischen Kambodscha und zur Christenverfolgung im Nahen Osten. Zu Wort kommen Geschichts- und Religionswissenschaftler, Soziologen, Theologen, Buchwissenschaftler, Romanisten und Byzantinisten. (bhe)


Ringvorlesung „Verfolgung um Gottes willen. Politisch-religiöse Konflikte in Vormoderne und Moderne“

Sommersemester 2013
dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr
Hörsaal F2 im Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
48143 Münster