Rhetorik der Gewalt im Kirchenlied

Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Wagner-Egelhaaf untersucht Gesangbücher

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Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf

© Julia Holtkötter

Über die Rhetorik der Gewalt in Kirchenliedern spricht Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf morgen in der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Ihr Vortrag trägt den Titel „‚...und steuere deiner Feinde Mord.‘ Gewalt im Kirchenlied“. Die Wissenschaftlerin untersucht darin katholische und evangelische Gesangbücher in historischen Versionen sowie in aktuellen Fassungen. Die darin zu findende Sprache der Gewalt hat nach ihrer Einschätzung häufig zu „gewaltfreundlichen Auslegungen“ geführt.

„Bis in die heutigen Ausgaben hinein fällt die kämpferisch-kriegerische Metaphorik auf, die für uns in hohem Maß Gewalt oder zumindest Gewaltbereitschaft bedeutet“, sagt Prof. Wagner-Egelhaaf. Auch wenn sich die Kirchenlieder prinzipiell gegen Gewalt aussprächen, seien sie häufig in Gewaltkontexte eingebunden, so die Forscherin.

Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ beschäftigt sich im Sommersemester mit dem Thema „Religion und Gewalt – Erfahrungen aus drei Jahrtausenden Monotheismus“. Zu Wort kommen Vertreter unterschiedlicher Disziplinen wie Historiker, Germanisten, Theologen und Religionswissenschaftler. Die öffentlichen Vorträge mit anschließender Diskussion finden dienstags ab 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (frö)