Mittelalterliche Kulturen des Lehrens

Historikerin Sita Steckel über Autorität und Netzwerke von Gelehrten

Buchcover
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© Böhlau

Kulturen des Lehrens im Früh- und Hochmittelalter stehen im Mittelpunkt einer Monografie der Historikerin Prof. Dr. Sita Steckel vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“. „Die Gelehrtenkultur des lateinischen Westens vor der Entstehung der Universitäten im 12. Jahrhundert erscheint in neuem Licht, wenn man sie nicht nur als Vorgeschichte späterer Wissenschaftskulturen versteht“, erläutert die Wissenschaftlerin. In ihrer Studie legt sie dar, wie die Lehrer des frühen und hohen Mittelalters nicht nur Wissen vermittelten, sondern auch religiöse „Lehre“. Die Historikerin verortet daher Gelehrte nicht in Schulen, sondern in kirchlichen Netzwerken. Das Buch ist unter dem Titel „Kulturen des Lehrens im Früh- und Hochmittelalter. Autorität, Wissenskonzepte und Netzwerke von Gelehrten“ im Kölner Böhlau Verlag erschienen.

Die Mittelalter-Historikerin geht den Strategien nach, mit denen Lehrer zwischen 800 und 1150 sakralisierte Autorität beanspruchten. Sie vergleicht dabei die kirchlich geprägte Wissensvermittlung des frühmittelalterlichen karolingischen Imperiums mit den deutschen und französischen Schullandschaften des Hochmittelalters. Die Wissenschaftlerin sucht insbesondere neue Zugänge zur Differenzierung europäischer Wissenskulturen um das Jahr 1100. (Böhlau Verlag/ill/vvm)


Hinweis: Steckel, Sita: Kulturen des Lehrens im Früh- und Hochmittelalter. Autorität, Wissenskonzepte und Netzwerke von Gelehrten, Köln u. a.: Böhlau Verlag 2011, 1295 S., ISBN 978-3-412-20567-6, 149,90 Euro