Ist Integration steuerbar?

Tagung am Exzellenzcluster beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Politik und Islam in Deutschland

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Um das „Verhältnis von Politik und Islam in Deutschland“ geht es bei einer Tagung des Exzellenzclusters.

© Katy Otto/ Deutsche Islam-Konferenz

Vom Moscheebau über Sicherheitsaspekte bis zum muslimischen Religionsunterricht – die Beschäftigung mit dem Islam hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Davon sind die Initiatoren einer Tagung am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ überzeugt, die sich am 11. und 12. Februar mit dem „Verhältnis von Politik und Islam in Deutschland“ auseinandersetzt.

13 Referenten aus ganz Deutschland sowie aus Washington stellen ihre Perspektiven auf den Islamdialog vor und zur Diskussion. Dabei geht es um die muslimischen Dachverbände, um muslimische Binnenvielfalt sowie um Fragen des Religionsunterrichts. Die Tagung mit dem Titel „Zum Verhältnis von Politik und Islam. Zwischen symbolischer Inszenierung und materieller Neuerung“ findet im Franz-Hitze-Haus am Kardinal-von-Galen-Ring 50 statt. Die Bildungsstätte ist neben dem Institut für Politikwissenschaft auch Kooperationspartner der Tagung. Organisiert wird der wissenschaftliche Austausch von Prof. Dr. Klaus Schubert und Hendrik Meyer vom Clusterprojekt C15 „Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland: Integration durch politische Steuerung?“.

Der Islam in der bundesdeutschen Verbändelandschaft

Die Organisatoren der Tagung gehen davon aus, dass das prinzipielle Verhältnis von Politik und Islam häufig unscharf und kontrovers bleibt. Was das Verhältnis von Politik und Islam anginge, sei es durch die Große Koalition zu bemerkenswerten Innovationen gekommen. „Mit der Einrichtung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) und dem Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) fand zunächst eine symbolische Einbeziehung des Islam in die bundesdeutsche Verbändelandschaft statt“, heißt es in der Ankündigung.

Die Teilnehmer gehen der Frage nach, ob Integration durch politische Steuerung und mittels muslimischer Interessenvertretung überhaupt gelingen kann und ob die symbolische Inszenierung dafür ein adäquates Mittel sei. Anhand dieser und anderer Leitfragen sollen konkrete und aktuelle Probleme im Politik-Staat-Islam-Verhältnis erörtert werden. Bei Interesse an einer Teilnahme bitten die Veranstalter um Rücksprache. (bhe)

Programm

Donnerstag, 11. Februar
14:00 Klaus Schubert, Hendrik Meyer, Münster Begrüßung und Einführung
14:15 Andreas Blätte, Duisburg/ Essen Die Organisationsfähigkeit von Muslimen. Plädoyer für einen Institutionalismus ’within limits‘
14:30 Dirk Halm, Essen Die öffentliche Wahrnehmung des Islam
14:45 Debatte
15:15 Wael El-Gayar, Düsseldorf Die politische Dimension des Islamdialogs
15:30 Kerstin Rosenow, Bochum, und Matthias Kortmann, Münster Die muslimischen Dachverbände und der politische Islamdiskurs in Deutschland
15:45 Debatte
17:00 Haci-Halil Uslucan, Hamburg Religionsunterricht
17:15 Norbert Gestring, Oldenburg „Parallelgesellschaft“, Ghettoisierung und
Segregation
17:30 Debatte
Freitag, 12. Februar
09:00 Raida Chbib, Bochum Einheitliche Repräsentation und muslimische Binnenvielfalt
09:15 Levent Tezcan, Bielefeld Loyalitätskonflikte gegenüber dem Staat
09:30 Debatte
10:30 Claudia Diehl, Göttingen Geschlechtergleichheit und Religiosität. Ein Vergleich zwischen türkischen Muslimen und Deutschen
10:45 Mounir Azzaoui, Washington, DC Perspektiven muslimischer Verbände und Organisationen