Gesche Gerdes

Just put a little fun in feminism? Geschlechterdiskurse und Literatur im Postfeminismus

Gesche Gerdes

In den Printmedien und im Internet sind seit einigen Jahren verstärkt junge, gut ausgebildete Frauen präsent, die sich selbstbewusst als Feministinnen bezeichnen. In Blogs, neu gegründeten Zeitschriften und popkulturellen Kontexten versuchen sie, die Forderung nach Gleichberechtigung vom Vorurteil der Lust- und Spaßfeindlichkeit zu befreien. Führt deren Verbindung mit der Populärkultur zu einer Kommerzialisierung und Verniedlichung queer-feministischer Ideale, wie es oft von Feministinnen der Zweiten Frauenbewegung befürchtet wird? Oder haben wir es hier mit einer generationsspezifischen Erfahrung von Wirklichkeit zu tun?

Das Forschungsprojekt wird in einem ersten Schritt den aktuellen feministischen Diskurs mitsamt seiner Narrative analysieren. Hierbei werden die Magazine Missy, Hugs & Kisses und fiber, sowie z.B. die Blogs Mädchenmannschaft, Genderblog und Mädchenblog einbezogen. Des Weiteren geht die Arbeit der Frage nach, wie sich die Gegenwartsliteratur zu diesem in den Medien stattfindenden Diskurs verhält. Dabei werden besonders die Romane betrachtet, die von den zeitgenössischen feministischen Aktivistinne zur Lektüre empfohlen und als positive Identifikationsmodelle rezensiert werden. Hierzu zählen u.a. Feuchtgebiete von Charlotte Roche, Das wird mir alles nicht passieren...Wie bleibe ich Feministin. von Marlene Streeruwitz und Horchen von Anke Stelling.

Fach: Germanistik/Neuere deutsche Literatur
Betreuer/innen: Prof. Martina Wagner-Egelhaaf (WWU Münster) und Prof. Ulrike Vedder (HU Berlin)

Lebenslauf

seit 2015 Ausbildung zur wissenschaftlichen Bibliothekarin, Universitätsbibliothek Bern (CH)
2012 - 2013 Visiting Fellow am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG) der Universität Bern
2012 Lehrbeauftragte an der WWU Münster
seit 2011 Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst
seit 2010 Promotion an der WWU Münster
2010 Praktikum beim Stroemfeld Verlag in Frankfurt am Main
2009 - 2010 Teilnahme am Promotionskolleg Gender Studies der Universität Hamburg
2007 - 2008 Studentische Hilfskraft am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig
2005 Auslandssemester an der Universidad de Salamanca (Spanien)
2004 - 2009 Tutorin an der Universität Leipzig
2003 - 2004 Studium der Germanistik, Hispanistik und Erziehungswissenschaften an der Universität Leipzig
2002 - 2003 Freiwilligenarbeit in Chile
2002 Abitur
1983

geboren

Vorträge & Publikationen

12/2013 "Feminismus als Gemeinschaft. Die deutsche Feminismus-Debatte um Feuchtgebiete, Alphamädchen und Pseudo-Emanzen." Vortrag: Lesbenreferat (AStA), Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
2013 Partizipation und Empowerment? Marlene Streeruwitz' crossmediales Projekt "Das wird mir alles nicht passieren... Wie bleibe ich FeministIn." In: Brigitte E. Jirku/Marion Schulz (Hg.): Fiktionen und Realitäten. Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Peter Lang 2013, S. 283-300.
2013 "Feminismus als Theater? Frauenbewegung und feministische Theorie bei She She Pop, Fräulein Wunder AG und anderen aktuellen Inszenierungen" (in Vorbereitung)
2013 „Partizipation und Empowerment? Marlene Streeruwitz’ crossmediales Projekt ‚Das wird mir alles nicht passieren... Wie bleibe ich FeministIn’“. In: Fiktionen und Realitäten. Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Hg. von Marion Schulz (im Erscheinen)
2012 ’Bauern’ und ‚Frauen’. Macht in ländlichen Lebensräumen – eine wirtschaftshistorische Gender-Perspektive auf literarische Repräsentationen in der deutschsprachigen Schweiz (1850-2009)“. Gemeinsam mit Roman K. Abt. S. 55-71. In: Macht in der Deutschschweizer Literatur. Hg. von Gonzalo Vilas-Boas und Teresa Oliveira. Frank & Timme
2012 „Der Postfeminismus-Vorwurf. Beobachtungen zum feministischen Selbstkonzept junger Theaterkünstlerinnen und Journalistinnen am Beispiel des ‚Missy Magazine’“. In: Gender. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur, Gesellschaft. 1/2012. S. 9-23
2011 „Wir sind ja mit dem Feminismus aufgewachsen‘ – Die Selbstdarstellung zeitgenössischer Theaterkünstlerinnen im Missy Magazine“, Vortrag an der Universität Paderborn
2011 „Literaturtheorie und Geschlecht – eine zeitgemäße Allianz? Historische und aktuelle Verwendungsweisen der Analysekategorie Geschlecht in der Literaturwissenschaft“, Vortrag an der Universität Heidelberg
2008 „Die Sprache im rechtsextremen Fanzine ‚Der Foiersturm’“. In: Sprache des Rechtsextremismus. Hg. von Georg Schuppener. Edition Hamouda