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Symposium: Digitale Ökologien des Rechtsextremismus – Grüne Narrative im Vergleich Brasilien-Deutschland

Das Symposium "Digital Ecologies of the Far Right: Socio-Environmental Discourse in Brazil and Germany" (Digitale Ökologien des Rechtsextremismus: Sozio-ökologische Diskurse in Brasilien und Deutschland) zeigte einmal mehr, wie fruchtbar interdisziplinärer und internationaler Austausch sein kann.

Organisiert von Dr. Bruna Távora im Rahmen ihrer WiRe Fellowship und unterstützt vom International Office der Universität Münster, brachte die Veranstaltung Forscher:innen, Studierende und Interessierte zusammen, um zu untersuchen, wie rechtsextreme Akteur:innen ökologische Narrative für ihre Zwecke instrumentalisieren. Trotz unterschiedlicher politischer Kontexte, von Bolsonarismus bis zur AfD, wurden übergreifende Muster sichtbar: Wie ökologische Rhetorik politische Spaltungslinien vertieft und bestehende Machtverhältnisse verfestigt.

Von gemeinsamer Forschung zu neuen Erkenntnissen

Insgesamt wurden bei der Veranstaltung vier Vorträge gehalten, die aus internationalen Kooperationen und Diskussionen gewachsen sind. Dr. Bruna Távora analysierte, wie rechtspopulistische Politiker:innen in Brasilien und Deutschland ökologische Themen auf Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook strategisch einsetzen - und dabei zwischen verschiedenen politischen Lagern unterscheiden. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Luana Moraes Costa, die ihrerseits eine innovative multimodale Methode zur Bildanalyse vorstellte. Am Beispiel einer rechtsextremen indigener Politikerin untersuchte sie, wie visuelle Strategien gezielt eingesetzt werden, um Botschaften zu verstärken.

In Zusammenarbeit mit Bruna Távora, Thorsten Quandt und Johanna Klapproth führte Sofie Beisemann eine vergleichende Studie zu TikTok-Narrativen in Brasilien und Deutschland durch, die sie ebenfalls im Rahmen des Symposiums präsentierte. Dabei zeigte sie auf, wie rechtsextreme Akteur:innen typische „grüne“ Themen strategisch rahmen, um sowohl breitere als auch ideologisch polarisierende Effekte zu erzielen.

Anna Davydova, deren Arbeit im Exzellenzcluster „Politik und Religion“ verankert ist, widmete sich in ihrem Vortrag dem Narrativ „Zurück zur Natur“ als strategischem Element rechtsextremer Esoterik. Sie veranschaulichte, wie ökologische Sehnsüchte mit rechtsextremen, rassistischen und nationalistischen Ideologien verknüpft werden - von der völkischen Bewegung bis zu den Reichsbürgern.

Interdisziplinärer Austausch: Methoden und Kontexte im Dialog

Die lebhaften Diskussionen zeigten, wie wichtig es ist, Forschungsergebnisse in ihrem spezifischen politischen Kontext zu verorten - ohne dabei übergreifende Muster aus den Augen zu verlieren. Die Teilnehmenden, darunter Vertreter:innen aus Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Stadtforschung, tauschten sich über Herausforderungen wie „westliche Zentrierung“ in der Forschung aus und betonten die Notwendigkeit, lokale Besonderheiten mit globalen Vergleichen in Einklang zu bringen.

Ein zentrales Ergebnis: Trotz unterschiedlicher Parteiensysteme, Kommunikationsstile und Nachhaltigkeitsverständnisse lassen sich gemeinsame Strategien identifizieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass textbasierte Analysen allein nicht ausreichen - Bilder, Symbole und Memes spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung rechtsextremer ökologischer Narrative.

Ein Plädoyer für neue Forschungsperspektiven

Die Frage, wie globale Vergleiche mit lokaler Kontextualisierung in Einklang gebracht werden können, zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen. Die Veranstaltung zeigte: Während jedes Land - von der AfD in Deutschland bis zum Bolsonarismus in Brasilien - seine eigenen Spezifika hat, gibt es doch wiederkehrende Muster, die über Grenzen hinweg relevant sind.

Fotos

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  • Dr. Bruna Távora untersuchte die Umweltbotschaften rechtsextremer Politiker, wobei sie den Fokus auf Akteure der Agrarindustrie legte und die Meta-Plattformen unter die Lupe nahm.
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  • Anna Davydova untersuchte „Zurück zur Natur“ als eine esoterische Strategie der Rechten.
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  • Sofie Beisemann stellte eine vergleichende Studie zum Bolsonarismus und zu den Nachhaltigkeitsnarrativen der AfD auf TikTok vor.
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  • Luana Moraes Costa stellte eine neue multimodale Methodik zur Analyse der visuellen Strategien der extremen Rechten vor.
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