

Projekt DANCE: Dark Nerd Communities
Überblick
- Titel: Dark Nerd Communities: A multi-method exploration of toxic degradation in the adolescent technosphere
- Förderung: European Research Council (ERC)
- ERC Grant agreement ID: 101200945
- Förderzeitraum: 1. März 2026 - 28. Februar 2031
- Leitung: Prof Dr. Thorsten Quandt
Digitale Nerd-Gemeinschaften galten lange als vergleichsweise harmlose Rückzugsorte für Menschen mit Interessen an digitalen Spielen, Technologie und Fankulturen. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch Teile dieser Gemeinschaften deutlich verändert. Aus Nischenräumen sind teils Umgebungen entstanden, in denen Ausgrenzung, Misogynie und extremistische Positionen an Bedeutung gewinnen.
Das ERC-Projekt DANCE untersucht, wie und warum sich bestimmte Online-Nerd-Gemeinschaften in solche toxischen Räume entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie problematische Dynamiken im alltäglichen kommunikativen Miteinander entstehen, sich verfestigen und über längere Zeiträume hinweg verstärken. Der Fokus liegt dabei nicht auf einzelnen Extremereignissen, sondern auf schleichenden Transformationsprozessen innerhalb konkreter Communities.
Methodisch verbindet das Projekt unterschiedliche Zugänge, um sowohl individuelle Erfahrungen als auch strukturelle Bedingungen in den Blick zu nehmen. Dazu zählen qualitative Einblicke in Community-Praktiken und -Selbstverständnisse ebenso wie quantitative und computergestützte Analysen von Kommunikations- und Interaktionsmustern in digitalen Räumen. Diese Kombination ermöglicht es, toxische Entwicklungen als soziale und kommunikative Prozesse zu verstehen, die sich im Zusammenspiel von Akteuren, Gruppen und Plattformen entfalten.
Ziel des Projekts ist es, die Vielfalt von Nerd-Gemeinschaften sichtbar zu machen, zentrale Mechanismen toxischer Dynamiken zu identifizieren und Ansatzpunkte zu entwickeln, wie destruktiven Entwicklungen in digitalen Gemeinschaften begegnet werden kann.
Das Projekt DANCE wird als ERC Advanced Grant von der Europäischen Union gefördert und am Online Communication Lab der Universität Münster (Institut für Kommunikationswissenschaft) durchgeführt.
