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Die Menschenrechte bilden weltweit ein Fundament für das Zusammenleben von Menschen und eine unerlässliche Grundlage für die Anerkennung jeder einzelnen Person als Rechtssubjekt. Viele Menschen, auch hierzulande, wissen dennoch wenig über Menschenrechte, kennen ihre Rechte und die der Anderen kaum. Dass Menschenrechtsbildung selbst als Rechtsanspruch im Menschenrecht auf Bildung verankert ist, löst immer wieder Erstaunen aus. Seit dem Jahr 2012 gibt es sogar eine eigene „Erklärung der Vereinten Nationen über Menschenrechtsbildung und -training” der Vereinten Nationen. – In diesem Seminar wollen wir uns aus der Perspektive der Sozialethik und der Religionspädagogik mit Menschenrechtsbildung als grundlegender Dimension ethischer Bildung auseinandersetzen und gleichzeitig die Teilnehmenden dazu befähigen. Dabei wollen wir auch der Frage nachgehen, was die Theologie zur Menschenrechtsbildung beitragen kann.
Zur ersten Orientierung empfehlen wir die Internetseite „Menschenrechtsbildung” des Deutschen Instituts für Menschenrechte: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/menschenrechtsbildung/
- Lehrende/r: Maria Anna Heimbach-Steins
- Lehrende/r: Judith Könemann
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
In diesem Seminar wird die Schule als eine pädagogische Institution in den Blick genommen. Sie wird im ersten Teil des Seminars von anderen Institutionen und Organisationen unterschieden; dadurch werden schon einige Merkmale pädagogischer Institutionen genannt, die für die pädagogische Arbeit von großer Bedeutung sind. Pädagogisches Handeln in Organisationen/Institutionen sowie ihre Rahmenbedingungen bilden den Gegenstand des zweiten Teils des Seminars, dabei werden die Spannungen aufgrund unterschiedlicher Anforderungen diskutiert. Abschließend, soll drittens anhand neuerer Ergebnisse der deutschen sowie der angloamerikanischen Forschung thematisiert werden, wie die Schule als organisierte Institution – positive oder negative – Effekte auf den Schul(miß)erfolg bestimmter Schülerpopulationen haben kann.
- Lehrende/r: Marcelo Parreira do Amaral
Der sogenannte Investiturstreit ist vor allem wegen seiner heftigen Auseinandersetzungen zwischen Päpsten und Kaisern bekannt – oder präziser formuliert, zwischen der päpstlich geleiteten lateinischen Kirche des Hochmittelalters und mehreren weltlichen Herrschern, unter denen neben dem römisch-deutschen Kaiser auch weitere europäische Könige waren. In einem über Dekaden währenden Ringen zwischen diesen und vielen weiteren Akteuren wurden im 11. und 12. Jahrhundert wichtige Weichen für das Verhältnis von Religion und Politik neu gestellt, deren Abläufe und Kontexte Gegenstand der Vorlesung sind.
Grundlegend werden zunächst die wichtigsten Stationen der Erforschung des Hochmittelalters und seiner Umbrüche zu reflektieren sein, da es häufig Gegenstand identitätsstiftender historischer Meistererzählungen geworden ist. In Aufnahme neuerer Forschungen sucht die Vorlesung dann, entlang des roten Fadens der politischen Ereignisse auch tiefergehende kulturelle Transformationen ins Auge zu fassen, besonders für den Bereich der Konfliktkultur und Öffentlichkeit: Das 11. und 12. Jahrhundert sind nicht nur eine Zeit neuer religiöser Bewegungen und institutioneller Transformation in der Politik, sondern brachten auch wichtige Neuerungen in Recht und Wissenschaft. Gesellschaftliche Spannungen führten zur Entstehung neuer Formen öffentlicher Debatte, während gleichzeitig die kulturellen Grenzen und Identitäten der Regionen, die wir heute als 'Europa' bezeichnen, in Begegnung mit angrenzenden Kulturen neu ausgehandelt wurden.
- Lehrende/r: Sita Steckel
Der um 1200 entstandene ›Iwein‹, ein Spätwerk Hartmanns von Aue, gehört zu den zentralen Texten des deutschen Mittelalters. Erzählt wird die Geschichte des jungen Artusritters Iwein, der durch seine Tapferkeit die schöne Landesherrin Laudine zur Frau gewinnt, sie und seine Identität durch eigenes Fehlverhalten verliert und als „Löwenritter“ in der Begleitung eines Löwen unerkannt umherzieht, bis er sich nach einer Reihe von Abenteuern, in denen er seine Eignung zum Landesherrn unter Beweis stellt, mit Laudine wieder versöhnen kann. Am Beispiel dieses Artusromans, der, wie die ›Iwein‹-Bilderzyklen des frühen 13. Jhs. in Schmalkalden und Rodenegg zeigen, schon bei den Zeitgenossen Hartmanns auf ein breites Interesse stieß, sollen grundlegende Fragestellungen der germanistischen Mediävistik behandelt werden. Die Kenntnis des Textes wird zu Semesterbeginn vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Im 11. Jahrhundert veränderte sich der Charakter der westlichen Kirche, des Papsttums und der römischen Kurie ausgehend von kirchlichen Reformgedanken grundlegend. Die Neuordnung des Verhältnisses von geistlicher und weltlicher Macht sowie das erstarkte päpstliche Selbstverständnis als Petrus-Nachfolger und ein damit verbundener universaler Anspruch hatten nachhaltige Auswirkungen auf die politische und kirchliche Ordnung in Europa. Der sogenannte „Investiturstreit“ zwischen dem deutschen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. ist eingebunden in eine größere gesamtkirchliche und gesellschaftliche Entwicklung. In diesem Seminar werden wir in gemeinsamer Quellen- und Literaturarbeit die wichtigsten Entwicklungen der Zeit von ca. 1049-1085 von Leo IX. bis zu Gregor VII. behandeln.
- Lehrende/r: Christine Kleinjung
Diese Leichtathletik-Veranstaltung orientiert sich an den Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes und den Lehrplänen der Schulen in NRW. Sie thematisiert neben ausgewählten Disziplinen vor allem die Aufarbeitung und Erprobung von Themen einer vielschichtigen und motivierenden Schul- und Vereins-Leichtathletik. Durch die Kooperation mit Münsteraner Schulen und Vereinen können auch schul- und vereinspraktische Erfahrungen gesammelt werden. Aufgrund der Kooperationsmöglichkeiten mit der Sportmedizin, dem HSP sowie Schulen und Vereinen können 3-4 Sondertermine innerhalb des Semesters am Nachmittag stattfinden.
- Lehrende/r: Andreas Klose
Diese Leichtathletik-Veranstaltung orientiert sich an den Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes und den Lehrplänen der Schulen in NRW. Sie thematisiert neben ausgewählten Disziplinen vor allem die Aufarbeitung und Erprobung von Themen einer vielschichtigen und motivierenden Schul- und Vereins-Leichtathletik. Durch die Kooperation mit Münsteraner Schulen und Vereinen können auch schul- und vereinspraktische Erfahrungen gesammelt werden. Aufgrund der Kooperationsmöglichkeiten mit der Sportmedizin, dem HSP sowie Schulen und Vereinen können 3-4 Sondertermine innerhalb des Semesters am Nachmittag stattfinden.
- Lehrende/r: Andreas Klose
‚Es war einmal…‘ – diese Formel markiert den Beginn einer besonders spannenden literarischen Gattung und Erzählform, die den meisten von uns bereits aus der Kindheit bekannt ist. Im Märchen ist vieles möglich: Verwandlungen von Menschen und Tieren, Zauberei, moralische Grenzüberschreitungen und Tabubrüche oder die Aufhebung von Naturgesetzen. Märchen sind zudem Wissensarchive, sie geben Auskunft über soziale, gesellschaftliche und familiäre Bedingungen, aber auch darüber, wie diese Gegebenheiten verbessert werden könnten. Alle Kulturkreise kennen die mündliche Überlieferung von Märchen. Für die deutsche Literaturgeschichte spielen die zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmalig aufgelegten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm eine besondere Rolle, denn sie prägten die Erwartung des deutschen Publikums, wie ein Märchen zu sein hat. In dem Seminar werden wir schwerpunktmäßig Märchen in deutscher Sprache des 19. Jahrhunderts behandeln, aber gegebenenfalls auch über den Tellerrand schauen. Neben grundlegenden erzähltheoretischen und gattungstypologischen Analyseansätzen interessieren uns kulturwissenschaftliche Deutungsansätze aus dem Bereich der Gendertheorie, der Anthropologie und der Psychoanalyse.
Eine konkrete Bibliografie mit Primär-, Theorie- und Forschungsliteratur wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt.
- Lehrende/r: Julia Bodenburg
Die Frage, wie das Leben auf fernen Planeten sein mag, weckte nicht allein die Phantasie moderner Science-Fiction-Autoren. Bereits in der frühen Neuzeit finden sich diverse Berichte von Mondreisen. Und auch Jule Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist nicht die erste Schilderung eines Besuchs in der Unterwelt. Ausgehend von Vorbildern aus der Antike und der Renaissance (Vergils „Aeneis“ und Dantes „Divina Commedia“) werden wir uns im Kurs anhand verschiedener Texte mit den Himmels- und Unterweltsvorstellungen der frühen Neuzeit beschäftigen. Hierbei wird zu zeigen sein, wie in diesen Texten christliche und naturkundliche Erklärungsmodelle parallel die Beschreibung der dem Menschen unzugänglichen Räume prägen. Neben kanonischen Texten, wie Auszügen aus Grimmelshausens „Simplicissimus“, der deutschen Übersetzung von Miltons „Paradise Lost“ oder Johannes Keplers „Somnium“, sollen auch unbekanntere Texte wie Agricolas „Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen“ oder Eberhard Christian Kindermanns „Geschwinde Reise auf dem Lufft-Schiff nach der obern Welt“ besprochen werden. Der textliche Befund soll zudem immer wieder durch bildliche Darstellungen ergänzt werden.
Für die Kursteilnahme werden die Textkenntnis von Dantes „Inferno“ und des sechsten Buchs der „Aeneis“ vorausgesetzt.
Zur Anschaffung während des Semesters empfohlen wird Johannes Kepler: Der Traum, oder: Mond-Astronomie. Somnium sive astronomia lunaris. Mit einem Leitfaden für Mondreisende von Beatrix Langner (Broschur-Ausgabe lieferbar ab dem 21. Mai 2021).
- Lehrende/r: Joana van de Löcht
Das Seminar gibt Einblick in Theorie und Geschichte der Novelle. An ausgewählten Texten des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart werden die Grundlagen literaturwissenschaftlicher Textanalyse erprobt. Die Texte werden im Seminar zur Verfügung gestellt. Wer sich vorab orientieren möchte, sei verwiesen auf: Horst Thomé, Winfried Wehle: Novelle, in: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte, 3 Bde., Bd. 2: H–O, hg. von Harald Fricke u. a. Berlin, New York 2000, S. 725–731. (Link)
- Lehrende/r: Marvin Hölscher
- Lehrende/r: Lars Korten
Zur Gattungstradition des bürgerlichen Trauerspiels gehört die Selbst-/Tötung der (meist jugendlichen) Protagonistinnen. Die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts ist demensprechend übermäßig bevölkert von Töchtern und Ehefrauen, die sterben müssen. In dem Seminar sollen diese weiblichen Tode unter dem Aspekt des Opfers betrachtet werden. Dazu soll zunächst die Figur des Opfers aus kulturwissenschaftlicher Perspektive eruiert und in ihren antiken Ursprüngen beleuchtet werden. Im Anschluss daran werden an ausgewählten Textbeispielen (Lessing, Lenz, Hebbel, Hauptmann u. a.) Formen und Funktionen des weiblichen Opfers in der deutschen Literatur des 18.‒20. Jahrhunderts untersucht.
Die Lektüreliste wird vor Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben. Bitte lesen Sie zur ersten Sitzung „Emilia Galotti” von G. E. Lessing.
- Lehrende/r: Irene Husser
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das Seminar 'Organisations- und Sozialisationsprozesse in Schule und Unterricht: Anforderungen, Wahrnehmungen und Grenzen' beleuchtet Aspekte der Schul- und Unterrichtsorganisation, der Professionalisierung und Professionalität von Lehrkraften sowie der Sozialisation in schulischen Kontexten. Aktuelle Problemstellen im deutschen Schulsystem dienen als Anker, um zum einen Bezüge zur erziehungswissenschaftlichen Forschung und zum anderen zur Mikroebene des Unterrichts herzustellen.
Eine Festlegung auf thematische Schwerpunkte erfolgt in der ersten Sitzung. Sie sind herzlich eingeladen, in der ersten Sitzung Themenvorschläge und -wünsche vorzustellen, denen wir uns zusätzlich und ergänzend widmen sollten. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Grundlagenliteratur wird erwartet!
- Lehrende/r: Patrick Gollub
- Lehrende/r: Lara Estelle Reckel
„Aber was genau sind diese trendigen, hippen und coolen Medien, die Innovationen in den Hochschulen bedeuten sollen? Wie sehen denn die Medien an den Hochschulen aus? Die ernüchternde Antwort lautet: PDFs. Schaut man in die Moodles, OLATs oder ILIASe an deutschen Hochschulen, findet man Vorlesungsskripte und Präsentationsdateien im PDF-Format. […] Mit PDFs sind wir bei ‚wischbaren‘ Büchern mit Suchfunktion, aber doch wohl kaum bei innovativem Medieneinsatz im 21. Jahrhundert.” Was Anja Lorenz für die Hochschuldidaktik feststellt, ist auch für die Schule nicht abwegig. Unter „Digitalisierung” wird weithin ein technisches Upgrade verstanden - anstelle eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der über kurz oder lang auch die Bildung grundlegend verändern wird.
Seminar und Peer-Learning legen den Schwerpunkt auf die Digitalisierung im Religionsunterricht und umfassen klassische und experimentelle Anteile. Dazu wird zunächst das Phänomen „Digitalisierung” genauer bestimmt und ausgehend von einem aktuellen Verständnis von religiösen Lernprozessen überlegt, welche Chancen digitalisierte Lernsettings und Methoden beinhalten. Mit dem Unterricht selbst werden sich auch die Rollen der Lehrenden und Lernenden verändern.
Die Peer-Learning-Projekte (im Umfang von 2 SWS) sind in hohem Maße praxis- und zukunftsorientiert; in ihnen widmen sich Gruppen von i. d. R. drei Studierenden der Erstellung digitaler Lernsettings und -materialien. Besondere digitaltechnische Kompetenzen sind nicht erforderlich, aber ggf. die Bereitschaft, verschiedene Features selbst zu erkunden.
In diesem Fachdidaktischen Modul geht es um den Erwerb grundlegender Kenntnisse und Kompetenzen bezüglich der Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht auf der Grundlage einer vertieften Auseinandersetzung mit den elementaren Begriffen und Prinzipien aus der religionsdidaktischen Einführungsvorlesung. Ein besonderer Schwerpunkt wird in diesem Projekt-Seminar auf den Bereichen Digitalisierung und Inklusion liegen. Damit werden die Grundlagen für die Peer-Learning-Projekte gelegt, die selbstständig durchgeführt, aber aus dem Seminar heraus organisiert und begleitet werden. Evtl. ist auch eine Erprobung in der Schule möglich. Das Modul stellt einen wichtigen Baustein auf dem Weg zum Forschenden Lernen im Praxissemester dar.
Die Ergebnisse des Peer-Learnings werden an einem Kolloquiumstag (Termine siehe "Abschluss-Kolloquium zum Fachdidaktischen Peer-Learning-Modul von G. Hunze") vorgestellt und diskutiert.
- Lehrende/r: Leonie Bertels
- Lehrende/r: Katharina Freye
- Lehrende/r: Guido Hunze
- Lehrende/r: Eileen Komlóssy
- Lehrende/r: Mara Timmermann
ACHTUNG - Projektseminar für 4 LP
In diesem Projektseminar werden wir euch das sozialwissenschaftliche, empirische Forschen mithilfe realer Forschungsprojekte vermitteln. Dabei werdet ihr sowohl die Möglichkeit haben, quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden kennenzulernen und auf reale Projekte (zum Beispiel in Kooperation mit der Deutschen Handball-Bundesliga) anzuwenden. Zum einen erhaltet ihr dadurch eine vertiefte Einsicht in die Bandbreite sozialwissenschaftlicher Themen und Forschung. Zum anderen werdet ihr bestmöglich auf eine empirische Masterarbeit vorbereitet.
Der Kurs richtet sich vor allem an Studierende, die 4 LP beötigen. Für 3 LP besuchen Sie bitte den Kurs "Kommerzialisierung und Professionalisierung im Sport" bei Prof. Dr. Henk Erik Meier.
- Lehrende/r: Malte Jetzke
- Lehrende/r: Mara Verena Konjer
Eine gute Aussprache ist eine wichtige Voraussetzung für eine
erfolgreiche Kommunikation. Im Mittelpunkt des Aussprachetrainings
stehen daher die besonderen Ausspracheschwierigkeiten von Deutschlernern
beim Erwerb des Deutschen. Es werden phonetische Regeln vermittelt, die
dann in Hör- und Sprechübungen ihre Anwendung finden. Übungen im
„Freien Sprechen“ sowie das Lesen und Vortragen von Texten bilden dabei
den zentralen Aspekt des Sprechtrainings.
- Lehrende/r: Ulrich Wannagat
Die Vorlesung findet online über Zoom statt. Die Zugangsdaten werden rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn zugesandt.
„Wir leben im Zeitalter der Psyche.“ (J. Gründer/H.-W. Schmuhl/M. Thießen) Schon seit einigen Jahren wird weltweit ein drastischer Anstieg der Belastung von Gesellschaften durch geistig-seelische Erkrankungen diagnostiziert. Gleichzeitig werden psychische Befindlichkeiten und Handicaps immer öfter offen und medial diskutiert. Sie sind – auch im Zeichen des Inklusions-Gedankens – kein wirkliches Tabuthema mehr. Die Corona-Pandemie hat diese Tendenzen noch verstärkt.
Dagegen war die Psychiatrie bis in die jüngere Zeitgeschichte hinein vom Gedanken der Exklusion geprägt. Mehrheitlich hinter Anstaltsmauern „weggesperrt“, wurde ihre Klientel als „unnormal“ und „verrückt“ abgestempelt. Im deutschen Fall gipfelte die Diskriminierung der psychisch Kranken und geistig Behinderten in der NS-Politik massenhafter Zwangsterilisationen und „Euthanasie“-Morde. Die NS-Psychiatrieverbrechen wurden nach 1945 lange beschwiegen und verdrängt. Heute sind sie Teil unserer Erinnerungskultur.
Die Vorlesung geht der Frage nach, wie sich dieser Verlauf der Psychiatriegeschichte im 20. Jahrhundert erklären lässt. Dabei wird die nationale und auch international vergleichende Perspektive immer wieder mit Beispielen aus der Region Westfalen/Nordrhein-Westfalen kombiniert. In jeder Sitzung soll der thematische Überblick zudem durch die gemeinsame Lektüre und Diskussion eines ausgewählten Quellentextes vertieft werden. Ferner wird regelmäßig auch Film- und Fotomaterial zur Analyse und Veranschaulichung der Einzelthemen eingesetzt.
Die Veranstaltung findet auf Zoom und im Learnweb statt.
- Lehrende/r: Franz-Werner Kersting
- Lehrende/r: Leonie Vinkelau
Quer pasticciaccio brutto de Via Merulana – eine römische Kriminalstudie SS 2021, Felicitas Böshagen
Wir werden uns in diesem Kurs mit Carlo Emilio Gaddas Hauptwerk Quer pasticciaccio brutto de via Merulana (1957) beschäftigen, das vordergründig ein Krimi, doch im Kern eine (nicht nur) römische Sozialstudie ist, die Einblick in die unterschiedlichen Schichten der ewigen Stadt zu Zeiten des aufkommenden Faschismus unter Benito Mussolini gibt. Gadda (1883–1973), der selbst aus Mailand stammte, hat mit Quer pasticcicaccio nicht nur Rom, sondern auch seinem Dialekt ein Denkmal gesetzt: Weite Teile des Romans sind auf Römisch (it. romanesco) verfasst, aber auch andere regionale Färbungen des Italienischen vom napoletano bis zum veneto finden in diesem vielseitigen Werk Würdigung und machen einen Teil des Sinngemischs aus, auf das bereits der Titel hindeutet. Pasticciaccio ist abgeleitet von it. pasticcio, einem Wort, das auf Deutsch sowohl mit ‚Mischmasch‘ als auch mit pejorativeren Lesarten wie ‚Schlamassel‘ und ‚Schmuddelei‘ übersetzt werden kann, und genau damit haben wir es bei diesem Fall zu tun, der sich auch für Inspektor Francesco Ingravallo kaum ‚entwirren‘ oder gar lösen lässt.
Gaddas Kriminalgeschichte erfüllt hohe sprachästhetische Ansprüche – dem werden wir im Kurs dadurch Rechnung tragen, dass wir nach Themenkomplexen ausgewählte Ausschnitte unter Einbeziehung der deutschen Übersetzung von Toni Kienlechner lesen werden. Zur Veranschaulichung des Dialektgewebes werden wir zudem auf die von Fabrizio Gifuni gesprochene Hörbuchversion des Romans im Emons-Audiolibri-Verlag zurückgreifen. Zielsetzung ist, dass Sie am Ende des Kurses Ihr Verständnis des Romans soweit vertieft haben, dass Sie die Einzelaspekte, die die Semantik des Textes ausmachen, identifizieren können, erste eigene Fragen an den Text stellen und diesen in einer Hausarbeit nachgehen können.
Für den Erwerb von 3 LP ist ein Referat von 30 Minuten vorgesehen, für 4 LP hingegen ist eine Hausarbeit im Umfang von 12–15 Seiten anzufertigen. Über die Formalia werden wir am Anfang des Kurses sprechen. Während des Semesters werden Sie immer wieder Gelegenheit haben, für ein Referat und insbesondere für eine Hausarbeit erforderliche Fertigkeiten und Techniken einzuüben, denn das Proseminar soll Sie auf die Anforderungen des Hauptseminars vorbereiten.
- Lehrende/r: Felicitas Böshagen
In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung ein neues Bild der Epoche zwischen dem Augsburger Religionsfrieden und der Anfangsphase des Dreißigjährigen Krieges entworfen. Über die Gräben hinweg, die die alten Bezeichnungen "Gegenreformation" (Leopold von Ranke) oder "katholische Reform" (Hubert Jedin) aufgeworfen hatten, gelang es, diesen Zeitabschnitt unter der Begriffsbildung der "Konfessionalisierung" neu zu gliedern. "Konfessionalisierung" beschreibt einen langfristigen Prozeß, in den Staaten und Territorien unterschiedlicher bekenntnismäßiger Ausprägung eine eigenständige politische und religiöse Grundordnung zu schaffen, die nach innen Stabilität und nach außen Selbstbehauptungs-vermögen gewährleistete. Dabei gingen die Interessen der politischen Machthaber und der geistlichen Amtsträger Hand in Hand: Durch eine gegenüber dem Spätmittelalter verstärkte Kooperation von Staat und Kirche in allen Lebensbereichen wurde die herrschaftsmäßige Durchdringung in vielen deutschen Territorien im fraglichen Zeitraum vorangetrieben. Ungeachtet dieses innenpolitischen Erfolgs misslang die Konflikteinhegung nach außen und führte den großen Krieg herbei, der den Kontinent drei Jahrzehnte lang zerrüttete.
Um sowohl Quellentexte zu studieren als auch historiographische Bewertungen in zeitlich freierer Gestaltung zu vergleichen, wurde die Form des Blockseminars gewählt. Zur Vorinformation und Vergabe von Referatsthemen findet eine Vorbesprechung statt:
Die Teilnahme der Vorbesprechung ist obligatorisch.
Bei Verhinderung kann die Themenvergabe per Sprechstunde erfolgen. Absprachen sind möglich über das Sekretariat II (Frau Zielinski, Tel. 0251 / 83-24315) oder über E-Mail(arndtj@uni-muenster.de).
- Lehrende/r: Johannes Arndt
„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum” ließ Nietzsche im Jahr 1889 verlauten und das hat sich auch knapp 130 Jahre später nicht verändert. Vor allem die medienvermittelte Musik, ob nun über Schallplatte, im Radio, als CD, als Download oder via Spotify, bestimmt unseren alltäglichen Musikkonsum nachhaltig. Obwohl das Hören von Musik zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen zählt, wird das Forschungsfeld im Fach häufig eher randständig betrachtet.
Das Seminar setzt sich daher intensiv mit der alltäglichen Rezeption medienvermittelter Musik aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht auseinander. Dabei werden zum einen wichtige historische und technologische Veränderungen und deren Konsequenzen für die Rezeption von Musik diskutiert, als auch aktuelle Trends in diesem Bereich verortet und aufgeschlüsselt.
Prüfungsleistung:
Neben aktiver Mitarbeit und Lektüre ausgewählter Texte wird die Vor- und Nachbereitung einer Textdiskussion oder eines Kurzreferates verlangt. Als Prüfungsleistung ist das Verfassen einer Hausarbeit vorgesehen.
- Lehrende/r: Jo Marie Dominiak
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirklichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Das Verhältnis von Peerkultur und Unterricht, schulaversives Verhalten, doing-gender im Unterricht, Integration von Jugendlichen mit Migrati-onshintergründen, Gelingen und Scheitern der Inklusion sind mögliche Themen. Methodische Aspekte gelingenden Unterrichtens werden auch erarbeitet werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirklichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Das Verhältnis von Peerkultur und Unterricht, schulaversives Verhalten, doing-gender im Unterricht, Integration von Jugendlichen mit Migrati-onshintergründen, Gelingen und Scheitern der Inklusion sind mögliche Themen. Methodische Aspekte gelingenden Unterrichtens werden auch erarbeitet werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
Die sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ist im Unterricht eine Herausforderung und Chance zugleich. Zuerst werden in der Lehrveranstaltung diverse Aspekte der Mehrsprachigkeit und des Deutschen als Zweitsprache im Blick auf den Religionsunterricht und seine Spezifik thematisiert. Verschiedene Konzepte zum Umgang mit der sprachlichen Heterogenität werden mit Bezug auf den Religionsunterricht erörtert. In einem weiteren Schritt wird gemeinsam nach Wegen gesucht, die Mehrsprachigkeit der Kinder und Jugendlichen als Ressource im Religionsunterricht zu entdecken und in Lernprozessen aktiv zu nutzen. Die Studierenden werden dabei begleitet, Materialien zum Umgang mit sprachlicher Heterogenität selbständig zu entwickeln.
WICHTIG: Anmeldung im HISLSF erforderlich!
- Lehrende/r: Yauheniya Danilovich
Im Gegensatz zu anderen europäischen Sprachen ist Deutsch eine plurizentrische Sprache. Das heißt, dass sie sich in ihrer geschichtlichen Entwicklung aus verschiedenen raum-zeitlich gebundenen Traditionen speist. Für die Gestalt der neuhochdeutschen Schriftsprache sind die sprachlichen, kulturellen und politischen Zusammenhänge der Frühen Neuzeit von besonderer Bedeutung, denn in dieser Zeit entstand zum ersten Mal der Bedarf nach einer großräumig verbreiteten, relativ einheitlichen deutschen Schriftsprache. Im Seminar sollen einerseits die Hauptlinien der sprachsystematischen Entwicklungen dieser Zeit und anderseits die wichtigsten Faktoren und Erklärungsmodelle behandelt werden.
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Anhand des Lehrbuchs von H.-G. Herrlitz, W. Hopf, H. Titze und E. Cloer zur Einführung in die deutsche Schulgeschichte von 1800 bis zur Gegenwart befassen wir uns im Seminar mit den Grundlinien und -problemen der neueren deutschen Schulgeschichte. Hierbei geht es keineswegs bloß um historische Daten und Fakten, sondern darum, Schulgeschichte als einen fortlaufenden Prozess gesellschaftlicher Auseinandersetzungen zu begreifen. – Für die gemeinsame Lektüre und Teilnahme am Seminar ist es erforderlich, dass Sie sich ein Exemplar des Lehrbuchs (H.-G. Herrlitz, W. Hopf, H. Titze und E. Cloer: Deutsche Schulgeschichte von 1800 bis zur Gegenwart. Eine Einführung. 5., aktualisierte Auflage. Weinheim 2009) anschaffen oder in der Bibliothek ausleihen.
- Lehrende/r: Tim Zumhof
Auf 50 Studierende begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich!
Seit Beginn dieses Jahrtausends lassen sich in verschiedenen Bundesländern deutliche Veränderungen in der Struktur ihres Schulsystems erkennen. Die Frage ist, warum sich plötzlich solche Veränderungen, die in den 1960er Jahren heftige bildungspolitische Auseinandersetzungen schon im Vorfeld erzeugten, ohne größere Aufmerksamkeitswellen in der breiten Öffentlichkeit vollziehen. Ausgehend von aktuellen schulstrukturellen Entwicklungen werden gesellschaftliche Trends und Debatten nachgezeichnet, die sich um die Frage ranken, wie die Leistungen des deutschen Bildungssystems gesteigert und sozial gerechter werden können. Hierzu werden historische, schultheoretische, demografische, bildungs- und sozialpolitische, internationale sowie empirische Zugänge genutzt.
- Lehrende/r: Sabine Gruehn
Mehrsprachigkeit stellt nicht nur in Deutschland den Regelfall dar. Die sprachstrukturellen und sozialen Implikationen von Mehrsprachigkeit in einer Gesellschaft sind vielfältig. Aus dieser Vielfalt sollen im Seminar Aspekte herausgegriffen und vertieft besprochen werden, die einen Einfluss auf die Ausgestaltung des Deutschunterrichts haben.
Zum Einstieg und in der ersten Hälfte des Semesters soll der Zusammenhang von Migration und Sprache sowie sprachliche Vielfalt thematisiert werden, etwa mit der Frage danach, wie sich Mehrsprachigkeit in Institutionen und bei Individuen beobachten lässt, welche Kontexte der mehrsprachigen Kommunikation in der deutschen Gesellschaft relevant erscheinen und welche Folgen der Sprachkontakt sozial und strukturell hat. Die sprachliche Identität mehrsprachiger Schüler- und Schülerinnen im deutschen Bildungssystem bildet den Punkt, an dem das Seminar in der zweiten Hälfte des Semesters sich mit Mehrsprachigkeit im Zusammenhang mit dem Deutschunterricht beschäftigen wird. Themenbereiche, die im Zusasmmenhang mit dem Erwerb des Deutschen als Zweitsprache und der Vermittlung des Deutschen im Deutschunterricht in der Sekundarstufe stehen - wie z.B. Möglichkeiten der Sprachstandsdiagnose, Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen in den Bereichen "Lesen" und "Schreiben" (aber auch der "Unterrichtsdiskurs" und Lehrer-Schüler-Interaktionen)-, werden anhand authentischer Daten im Seminar analysiert und diskutiert.
Für die Leistungserbringung werden sowohl mündliche als auch schriftliche Formen zur Auswahl gestellt, d. h. Referate (einzeln oder in Gruppen) zu ausgewählten Aspekten der sprachlichen Vielfalt/Sprache und Migration oder schriftliche Analysen authentischer Materialien (Unterrichtsinteraktion, Schülerinterviews, Schülerteste).
- Lehrende/r: Yazgül Simsek
Mehrsprachigkeit stellt nicht nur in Deutschland den Regelfall dar. Die sprachstrukturellen und sozialen Implikationen von Mehrsprachigkeit in einer Gesellschaft sind vielfältig. Aus dieser Vielfalt sollen im Seminar Aspekte herausgegriffen und vertieft besprochen werden, die einen Einfluss auf die Ausgestaltung des Deutschunterrichts haben.
Zum Einstieg und in der ersten Hälfte des Semesters soll der Zusammenhang von Migration und Sprache sowie sprachliche Vielfalt thematisiert werden, etwa mit der Frage danach, wie sich Mehrsprachigkeit in Institutionen und bei Individuen beobachten lässt, welche Kontexte der mehrsprachigen Kommunikation in der deutschen Gesellschaft relevant erscheinen und welche Folgen der Sprachkontakt sozial und strukturell hat. Die sprachliche Identität mehrsprachiger Schüler- und Schülerinnen im deutschen Bildungssystem bildet den Punkt, an dem das Seminar in der zweiten Hälfte des Semesters sich mit Mehrsprachigkeit im Zusammenhang mit dem Deutschunterricht beschäftigen wird. Themenbereiche, die im Zusasmmenhang mit dem Erwerb des Deutschen als Zweitsprache und der Vermittlung des Deutschen im Deutschunterricht in der Sekundarstufe stehen - wie z.B. Möglichkeiten der Sprachstandsdiagnose, Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen in den Bereichen "Lesen" und "Schreiben" (aber auch der "Unterrichtsdiskurs" und Lehrer-Schüler-Interaktionen)-, werden anhand authentischer Daten im Seminar analysiert und diskutiert.
Für die Leistungserbringung werden sowohl mündliche als auch schriftliche Formen zur Auswahl gestellt, d. h. Referate (einzeln oder in Gruppen) zu ausgewählten Aspekten der sprachlichen Vielfalt/Sprache und Migration oder schriftliche Analysen authentischer Materialien (Unterrichtsinteraktion, Schülerinterviews, Schülerteste).
- Lehrende/r: Yazgül Simsek
Lehrkräfte sind in unserer medial-digitalisierten Welt aufgefordert, ihre Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Raumdarstellungen über Sprache konstruiert werden und sich kulturelle Merkmale im Sprechen über Raum manifestieren. Die Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) weisen darüber hinaus Kommunikation als Kompetenzbereich explizit aus und umreißen diesen Kompetenzbereich mit der Fähigkeit, „geographische/geowissenschaftliche Sachverhalte zu verstehen, sich angemessen unter der Verwendung der Fachsprache auszudrücken und damit anderen verständlich zu machen”. Im Seminar sollen zunächst theoretische Grundlagen diskutiert werden, die dann anschließend in Handlungsmöglichkeiten im Rahmen einer sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung umgesetzt werden.
- Lehrende/r: Sonja Schwarze
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Die Sozialgeschichte der Schule analysiert vor allem die Problemkreise der Chancengleichheit, der Bildungsgerechtigkeit, der Qualifikationsentwicklung und der gesellschaftlichen Integrationsleistung. Im Seminar soll das Problem untersucht werden, ob es im deutschen Schulwesen in den letzten 75 Jahren eher Egalisierungsprozesse mit Humanisierungsgewinnen oder mehr Verfestigungen von Statusunterschieden und Hierachisierungen gegeben hat. Diese Fragestellung soll an Ansätzen der Schulgeschichtsschreibung und an Teilthemen der Schulentwicklung untersucht werden.
Ganz grob kann man die deutsche Schulgeschichte nach 1945 einteilen in (a) die unmittelbare Nachkriegszeit bis 1949, (b) Schule im geteilten Deutschland - BRD und DDR bis 1990, (c) Schule im vereinten Deutschland seit 1990. Die soziale Seite der Schulentwicklung in dieser Zeit umfasst den Wandel von vielen Aspekten: Schulstrukturen, Schulpolitik, Bildungsbeteiligung verschiedener gesellschaftlicher Schichten/Gruppen; Unterschiede zwischen Bundesländern, Mädchen und Jungen; die Partizipation von Behinderten, Vertriebenen, Flüchtlingen und Migranten; Schülerschaft, Lehrerschaft und Eltern. Auch Fragen der Microorganisation von Schule können sozialgeschichtlich thematisiert werden: Interaktionspraktiken zwischen Lehrkräften und Lernenden, Strafpraktiken, Unterrrichtsstile, Klassenbildungen und Sitzordnungen etc.
Zu Veranstaltungsbeginn wird für die Teilnehmer*innen ein Learnweb-Kurs und gedruckter Reader mit Quellen und bildungsgeschichtlichen Texten zur Verfügung stehen.
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg
Die einführende Vorlesung erschließt den Gegenstandsbereich der spanischen Kulturwissenschaft nicht über einen historisch-chronologischen Ansatz und auch nicht über eine landeskundliche/landeswissenschaftliche Systematik, sondern über eine Reihe kulturwissenschaftlicher Basiskonzepte, die sich in den letzten Jahren in der deutschen Forschungslandschaft und universitären Ausbildung als zentral erwiesen haben. Behandelt werden in den einzelnen Vorlesungen unter anderem die folgenden Themen- und Fragenkomplexe: „Was ist spanische Kulturwissenschaft?“, „Der Raum als Zeichen: Territoriale Identitäten“, „Die zeitliche Dimension der Kultur“, „Die Entwicklung der nationalen und kulturellen Identität(en)“, „Spanische Fremd- und Selbstbilder“, „Kulturkontakte: (Post-) Kolonialismus und Migration“, „Geschlechterordnungen und Körperdiskurse“, „Erinnerungskultur(en) und Gedächtnisorte“, „Kulturspezifische Besonderheiten des spanischen Mediensystems“ etc. Der Schwerpunkt der Einführung liegt vor allem darauf, das Problembewusstsein für die unterschiedlichen Dimensionen der spanischen Kultur zu fördern und die Relevanz zentraler Begriffe herauszuarbeiten. Kulturelle Daten und Fakten stehen daher nie für sich, sondern immer im Fokus eines Ansatzes, der die Symbolik kultureller Sachverhalte und Gegebenheiten zur Richtschnur der Darstellung macht.
Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft zur Erledigung kleinerer Vorbereitungsaufgaben. Spanischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung für den Besuch der Vorlesung.
Literatur: Zur Anschaffung, Vorbereitung und begleitenden Lektüre empfehle ich die folgenden Werke: Arno Gimber/José Manuel Rodríguez Martín/Jutta Schütz/Klaus Peter Walter, Spanien verstehen, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012; Jochen Mecke/Hubert Pöppel/Ralf Junkerjürgen (Hrsg.), Deutsche und Spanier – ein Kulturvergleich, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2012.
Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über LSF.
Hinweis: Über die Lernplattform Learnweb sind die Präsentationen zu den einzelnen Vorlesungen sowie weitere Materialien (Programm, Bibliographie, evtl. vorzubereitende Texte) jeweils zu den entsprechenden Vorlesungsterminen abrufbar. Bitte melden Sie sich daher rechtzeitig auf Learnweb zur Vorlesung an!
- Lehrende/r: Mara Behle
- Lehrende/r: Christian von Tschilschke