

Neues Forschungsprojekt untersucht Instrumentalisierung von Geschichte durch rechtsextreme Ideologien
Prof. Dr. Thorsten Quandt erhält gemeinsam mit internationalen Partner:innen eine Förderung der VolkswagenStiftung für das Projekt „Manipulation of the Past“.
(10.07.2026) Wie nutzen rechtsextreme Akteure historische Narrative, um junge Menschen zu erreichen und demokratische Diskurse zu verschieben? Dieser Frage widmet sich das neue Forschungsprojekt „Manipulation of the Past: Far-Right Ideologies and the Weaponization of History“ (MAP), das von der VolkswagenStiftung im Rahmen des Programms „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert wird.
Das vierjährige Projekt erforscht, wie rechte Gruppen in Deutschland, Italien und Spanien das Erbe von Nationalsozialismus, Faschismus und Franco-Regime strategisch aufgreifen, um geschichtsrevisionistische Erzählungen zu verbreiten, gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen und insbesondere junge Zielgruppen anzusprechen. Im Fokus steht dabei das Zusammenspiel von Online- und Offline-Räumen. Untersucht wird unter anderem, inwiefern Plattformen wie TikTok, YouTube, Telegram, 4chan, Facebook und X zur Verbreitung und Verstärkung solcher Narrative beitragen.
Das internationale Konsortium verbindet kommunikationswissenschaftliche, informatische, soziologische und ethnografische Perspektiven. Neben groß angelegten Daten- und Narrativanalysen (Large Language Models und Netzwerkanalysen) kommen unter anderem Computer Vision, Interviews, Fokusgruppen und ethnografische Beobachtungen zum Einsatz. Auf diese Weise soll transparent werden, wie geschichtsrevisionistische Inhalte entstehen, wie sie sich in digitalen Öffentlichkeiten verbreiten und wie junge Menschen diese Narrative im Alltag wahrnehmen.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Thorsten Quandt. Internationale Partner sind Prof. Dr. Walter Quattrociocchi von der Sapienza-Universität Rom sowie Dr. Mathias Felipe De Lima Santos von der Universität Pompeu Fabra Barcelona. Darüber hinaus arbeitet das Projekt mit zivilgesellschaftlichen und digitalen Organisationen zusammen, darunter RED ACOGE, Complexium und DataNinja.
Ziel des Projekts ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisrelevantes Wissen zu übersetzen. Geplant sind unter anderem Policy Briefs, Unterrichtsmodule und Medienkompetenz-Toolkits, die Lehrkräfte, politische Entscheidungsträger sowie zivilgesellschaftliche Akteure dabei unterstützen sollen, kritisches Denken zu fördern und demokratische Strukturen im digitalen Zeitalter zu stärken.
Erst im Mai wurde bereits das Projekt „SYNDIKAT“ bewilligt. Anlässlich der doppelten Förderung berichtet auch die Universität Münster ausführlich über beide Projekte.
Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Stephan Völlmicke
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