

Miteinander wachsen: Studierende der ersten Kohorte berichten vom MA Knowledge and Communication
(22.06.2026) Für den englischsprachigen Masterstudiengang „Knowledge and Communication“ am Institut für Kommunikationswissenschaft läuft derzeit die Bewerbungsphase für die zweite Kohorte. Der Studiengang ist zum Wintersemester 2025/26 gestartet und richtet sich an Studierende, die sich mit der Entstehung, Kommunikation und Wirkung von Wissen in einer vernetzten Welt beschäftigen möchten. Aktuell studieren im Masterprogramm Studierende aus vier Ländern.
Julia Prawitz (23) und Becky Osazuwa (37) berichten im Interview, warum sie sich für den Studiengang entschieden haben, wie sie die ersten beiden Semester erlebt haben und welche beruflichen Perspektiven sie mit dem Master verbinden. Bewerbungen für den MA Knowledge and Communication sind ebenso wie Bewerbungen für die beiden deutschsprachigen Masterstudiengänge des Instituts, MA Kommunikationswissenschaft und MA Strategische Kommunikation, noch bis zum 15. Juli möglich.
Warum habt ihr euch für den Studiengang „Knowledge and Communication“ entschieden?
Julia Prawitz: Mich fasziniert die Frage, wie Menschen mit komplexen Themen umgehen, die zwar nach Lösungen verlangen, die aber selten einfach sind. Aus meinem Umfeld und aus eigener Erfahrung nehme ich zunehmend Frustration und Überforderung im Umgang mit Medien wahr: Wie soll man mit der Flut an Informationen, Meinungen und Formaten umgehen? Wer sagt was, und wo kommen die Informationen her? Wem kann ich vertrauen – und ist das überhaupt echt oder KI-generiert? Wer in der falschen „Bubble“ landet oder nicht über ausreichende Medienkompetenz verfügt, ist der Informationsflut oft schutzlos ausgesetzt. Mir macht es Angst, wie leicht Hass und Diskriminierung im Internet geteilt werden können und normalisiert werden. Durch das Studium möchte ich besser verstehen, wie und warum bestimmte Informationen zu Menschen gelangen und von ihnen aufgenommen werden – und vor allem, was getan werden kann, um Menschen zu schützen und einen faktenbasierten, toleranten Diskurs zu ermöglichen.
Becky Osazuwa: Ich habe mich für das Masterprogramm entschieden, weil es auf Englisch unterrichtet wird und sehr gut an meinen akademischen Hintergrund in Massenkommunikation anschließt. Gleichzeitig bietet der Master einen aktuelleren und überfachlichen Fokus, was mir sehr wichtig war. Ich wollte ein Studium, das über die klassische Kommunikationswissenschaft hinausgeht und die Realitäten des 21. Jahrhunderts widerspiegelt, in denen künstliche Intelligenz, digitale Medien und die Art und Weise, wie Menschen mit öffentlichen Streitfragen umgehen, ständig im Wandel sind. Deutschland war auch deshalb meine Wahl, weil ich hier während meiner frühen Kindheit mit meiner Familie gelebt habe, bevor wir nach Nigeria zurückgezogen sind. Außerdem wollte ich eine andere akademische Umgebung erleben.
Haben sich eure Erwartungen bestätigt?
Becky Osazuwa: Ja, meine Erwartungen wurden erfüllt. Obwohl das erste Semester herausfordernd war, war die bisherige Erfahrung belohnend. Das Masterprogramm hat mir geholfen, kritischer über Kommunikation und ihre Rolle in der Gesellschaft nachzudenken, und es hat mein Verständnis von Kommunikation erweitert. Ich habe mich mit verschiedenen Forschungsmethoden auseinandergesetzt, darunter qualitative Ansätze, die auf Menschen, die Kultur und alltägliche Praktiken fokussieren, sowie analytische Methoden, die Muster in der Kommunikation erforschen. Außerdem habe ich im bisherigen Studium Einblicke in aktuelle Diskussionen rund um KI und die Rolle von KI in der journalistischen Redaktionspraxis erhalten.
Julia Prawitz: Die Details aufzuzählen, würde hier zu weit führen, aber ich bin sehr zufrieden und habe die Entscheidung nicht bereut. Die Inhalte finde ich super, ich lerne viel Neues – vor allem methodisch – und fühle mich als Teil des Studiengangs sehr wohl. Es ist ein fordernder Studiengang, da man zum Beispiel in den „Computational Methods“ praktisch ein ganz neues Feld erarbeitet, aber das schätze ich, weil man daran wächst. Auch von unserem Miteinander im Kurs und den Erfahrungen der anderen lerne ich viel – das bereichert den Studiengang sehr.
Was gefällt euch besonders an diesem Studiengang?
Julia Prawitz: Besonders schätze ich die Nähe zum Institut und zu den Dozierenden – das schafft eine angenehme Atmosphäre, in der man leichter Fragen stellt und auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird. Da wir eine kleine Gruppe sind, lernt man sich schnell kennen, alle sind gefordert, aber gleichzeitig ist genügend Raum für alle da. Das sorgt für eine Dynamik, in der man wirklich mitdenkt und sehr gut am Ball bleiben kann.
Becky Osazuwa: Ich schätze die internationale Lernumgebung auch sehr. In Kursen mit Studierenden mit verschiedenen akademischen und kulturellen Hintergründen zu sein, bereichert die Diskussionen und hilft mir, Kommunikationsprobleme aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Was mir außerdem besonders an dem Studiengang gefällt, ist sein interdisziplinärer Charakter. Er verbindet verschiedene Perspektiven auf Kommunikation und knüpft sie an aktuelle soziale Themen wie Desinformation, öffentliches Vertrauen, Online-Kommunikation und die Frage, wie komplexes Wissen für verschiedene Zielgruppen zugänglich gemacht werden kann.
Julia Prawitz: Die Seminare ergänzen sich gegenseitig sehr gut und eröffnen dabei immer wieder neue Perspektiven. Das war auch, was ich mir erhofft hatte: mich zu spezialisieren, ohne den breiten Horizont/die Interdisziplinarität zu verlieren. Die Lehr- und Prüfungsformate sind sehr abwechslungsreich, und es bleibt viel Raum, eigene Fragen einzubringen oder in den Prüfungsleistungen eigene Schwerpunkte zu setzen. Was den Studiengang weiter ausmacht, sind die verschiedenen Hintergründe und Perspektiven, die zusammenkommen: Mediensysteme, Politik, Internetnutzung und vieles mehr unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Genau deshalb finde ich den Austausch untereinander wertvoll.
Was möchtet ihr später beruflich machen?
Becky Osazuwa: Ich hoffe auf eine Karriere im Bereich der digitalen Kommunikation und Content-Strategie. Ich bin besonders an Berufen interessiert, die komplexe Informationen für verschiedene Zielgruppen klar, zugänglich und vertrauenswürdig aufbereiten. Gerne wäre ich in einer Rolle tätig, die Kommunikation und digitale Medien verbindet, insbesondere in Kontexten, in denen klare, nutzungsfreundliche und verantwortungsvolle Kommunikation wichtig ist.
Julia Prawitz: Eine ganz genaue Vorstellung habe ich noch nicht – zum einen, weil ich meine Erwartungen nicht an dem sich ständig wandelnden Jobmarkt festmachen möchte, zum anderen, weil man im Studium viele neue Perspektiven aufgezeigt bekommt. Grundsätzlich sehe ich mich aber dabei, Projekte, Organisationen oder Vereine mit meinem Wissen über Mediensysteme, Informationsverbreitung und -verarbeitung sowie methodische Skills zu unterstützen – solche, deren Arbeit darauf abzielt, Menschen mit Wissen zu stärken. Das könnten NGOs oder internationale Organisationen sein, wissenschaftliche Einrichtungen, Anti-Diskriminierungsprojekte oder auch Initiativen im Bereich Fact-Checking und Desinformationsbekämpfung. Vielleicht führt mich der Weg auch in die Wissenschaft, denn mit neuem Wissen kommen unweigerlich auch immer neue Fragen.
Weitere Infos in der Meldung der Universität Münster und in der wissen|leben
Interview: Julia Harth (Redakteurin wissen|leben)
Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Stephan Völlmicke
Telefon: +49 251 83-23006
Telefax: +49 251 83-21310 (Geschäftszimmer IfK)
