Tagung „Aufschlagen, Weiterdenken. Künstler*innenpublikationen erforschen: Zugänge zwischen Objekt, Theorie, Geschichte und ästhetischer Praxis“
© Abbildung/Image: Courtesy of Vadim Zakharov | Dokumentationsbände der Gruppe Kollektive Aktionen

Am 5. Juni 2026 findet die Tagung „Aufschlagen, Weiterdenken. Künstler*innenpublikationen erforschen: Zugänge zwischen Objekt, Theorie, Geschichte und ästhetischer Praxis“ statt. Veranstaltungsort ist das Auditorium der Hochschule für Künste (HfK) Bremen (Am Speicher XI 8, 28217 Bremen). Die Tagung wird veranstaltet vom Forschungsverbund Künstlerpublikationen in Kooperation mit dem Bremer Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Hochschule für Künste Bremen, der Universität Siegen und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ (Universität Münster).

Konzept und Organisation: Dr. Anne-Grit Becker in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ursula Frohne, Prof. Heike Kati Barath und Prof. Katrin von Maltzahn 

Anmeldungen sind bis zum 3. Juni 2026 möglich über anne-grit.becker@uni-siegen.de.

Programmflyer (PDF) zum Download

Weitere Informationen zum Forschungsverbund Künstlerpublikationen unter www.kuenstlerpublikationen.de

Im Mittelpunkt der Tagung stehen ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Bremer Zentrums für Künstlerpublikationen und der Forschungsstelle Osteuropa. Ausgehend von diesem reichen, zum Teil wenig bekannten Materialfundus bringt die Tagung kunstwissenschaftliche Forschung und praxisästhetische Reflexion in einen Dialog. Welche Erfahrungen ermöglichen Künstler*innenpublikationen beim Aufschlagen, Durchblättern und Weiterdenken? Welches Wissen bringen sie hervor und welche imaginären oder tatsächlichen Handlungen regen sie an? Spätestens seit den 1960er Jahren haben Künstler*innenpublikationen jenseits kommerzieller Verlage „alternative Räume“ für die Kunst geschaffen (Gwen Allen 2011) und neue Zugänge zu ihr eröffnet. Die Tagung untersucht, wie diese Zugänge durch sichtbare und unsichtbare Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen geprägt sind und wie sie sich im Zuge gesellschaftlicher und technologischer Transformationen verändern. Die Tagung macht den Forschungsverbund Künstlerpublikationen als mobiles, dezentrales und offenes Netzwerk sichtbar. Sie findet im hybriden Format statt; ausgewählte Objekte werden vor Ort ausgestellt.

Der Forschungsverbund Künstlerpublikationen wird gefördert von der Universität Bremen, der Hochschule für Künste, der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen und der Weserburg Museum für moderne Kunst in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen.

Freitag, 5. Juni 2026

10:15 Uhr
Begrüßung
Anne Thurmann-Jajes (Zentrum für Künstlerpublikationen, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen)

Einführung
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)

10:30 Uhr
Session I: Alternative Kommunikationsräume

Die Dokumentationsbände der Gruppe Kollektive Aktionen: Vom Samizdat zum World Wide Web
Sabine Hänsgen (Bochum)

11:00 Uhr
Transgression und Subversion. Suche nach einer neuen Sprache in „Schaden“
Constanze Fritzsch (Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut)

11:30 Uhr
Pause

11:50 Uhr
Session II: Information, Algorithmus, Kritik

Produktion, Information, Revision. Zu den (Dys-)Funktionen des Mediums Künstler*innenbuch in der US-amerikanischen Konzeptkunst um 1970 am Beispiel von Sol LeWitts „The Location of Eight Points“ (1974)
Michael Rottmann (Hochschule Düsseldorf)

12:20 Uhr
Alle Wege, kein Ziel: Zur Kritik algorithmischer Logik im Künstlerbuch „100 this-way-brouwn-problems for computer I.B.M. 360 model 95“ (1970) von stanley brouwn
Regine Ehleiter (Universität Witten/Herdecke)

12:50 Uhr
Transparency matters. „The Chocolate Master“ (1982) by Hans Haacke
Eleonora Minna (Kolleg-Forschungsgruppe/Universität Münster und eCampus University, Novedrate)

13:20 Uhr
Sichtung der ausgestellten Publikationen | Mittagspause

14:30 Uhr
Session III: Zwischen Institution und Unabhängigkeit. Zeitgenössische Künstler*innenpublikationen

Venice after Representation: Ignasi Aballí’s „Venecia“ and the Artist’s Publication as Critical Device
Francesca Valentini (École Supérieure des Arts de l’image LE 75, Brüssel)

15:00 Uhr
Artists as Independent Publishers (mit Preview)
Heike Kati Barath und Katrin von Maltzahn (Hochschule für Künste Bremen)

16:00 Uhr
Pause

16:20 Uhr
Keynote: Vom Objekt zur Intervention
Überschreibungen: Schrift und Stimme als Reartikulation bei Timm Ulrichs und Pipilotti Rist
Ursula Frohne (Kolleg-Forschungsgruppe/Universität Münster)

17:15 Uhr
Abschlussbemerkungen
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)

17:30 Uhr
Ende