Prof. Dr. Georg Mohr
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  • Vita

    Prof. Dr. Georg Mohr ist Professor im Ruhestand für Philosophie mit dem Schwerpunkt Praktische Philosophie an der Universität Bremen. Nach dem Magister-Studium der Philosophie, ev. Theologie, Erziehungswissenschaften und zwei Semestern Musikwissenschaft an der Universität Bonn (1976–1982) sowie dem Promotionsstudium an den Universitäten Genf und Neuchâtel (Schweiz) (1982–1984) war er Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien (1984–1985) und Assistent licencié am Philosophischen Seminar der Universität Neuchâtel (1985–1989). Dort wurde er 1989 mit der Arbeit „Das sinnliche Ich. Innerer Sinn und Bewußtsein bei Kant“ zum Docteur ès lettres promoviert.

    An der Universität Münster war er wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Seminar (1989–1995) und habilitierte sich dort 1994 mit der Arbeit „Kants Grundlegung der kritischen Philosophie“. Nach einer Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin (1995–1997) wurde er 1998 zum Universitätsprofessor für Philosophie (Schwerpunkt Praktische Philosophie) an der Universität Bremen berufen. 2004 und 2005 hatte er Kurzzeit-Gastprofessuren an der Université de Paris 1 – Panthéon-Sorbonne und der Université Catholique du Congo inne. Von 2008 bis 2014 war er Fachvertreter im Fachkollegium 108 „Philosophie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

    Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a. – historisch – die Philosophie Kants sowie – thematisch – Zeitbewusstsein und Subjektivität; Willensfreiheit/Zurechnung/Person; philosophische Implikationen demokratischer Rechtskultur, insbesondere des Strafrechts, des Völkerrechts und der Menschenrechte; sowie in der Musikphilosophie insbesondere die Ontologie des musikalischen Kunstwerks, musikalischer Ausdruck, Musikwahrnehmung/Musikverstehen, Komposition und Improvisation, Gustav Mahler: Musik als Philosophie und Philosophie des Jazz. 

  • Publikationen (Auswahl)

    Das ausführliches Verzeichnis der Publikationen ist abrufbar unter https://uni-bremen.academia.edu/GeorgMohr.

    Monographie

    • Das sinnliche Ich. Innerer Sinn und Bewußtsein bei Kant, Würzburg: Königshausen & Neumann, 1991.

    Sammelbände

    • Die Realität der Zeit, hg. v. Johann Kreuzer u. Georg Mohr, München: Fink, 2007.Schwerpunkt: Musikphilosophie, hg. v. Georg Mohr, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 6/2009, S. 876-952.
    • Vom Sinn des Hörens. Beiträge zur Philosophie der Musik, hg. v. Georg Mohr u. Johann Kreuzer, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2012.

    Aufsätze zur Erkenntnistheorie

    • „Thesen über Zeitbewußtsein und innere Erfahrung“, in: Forum für Philosophie Bad Homburg (Hg.), Zeiterfahrung und Personalität, Frankfurt/M.: Suhrkamp (stw 986), 1992, S. 181–206.
    • „Wahrnehmungsurteile und Schematismus“, in: Proceedings of the 8th International Kant Congress, Memphis, 1995, hg. v. Hoke Robinson, Milwaukee: Marquette University Press, 1995, Vol. II, Part 1, S. 331–340.
    • „Was sind eigentlich Wahrnehmungsurteile?“, in: Marcus Willaschek (Hg.), Feld – Zeit – Kritik. Die feldtheoretische Transzendentalphilosophie in der Diskussion, Münster/Hamburg/London: LIT, 1997, S. 142–153.
    • „Transzendentale Ästhetik, §§ 4–8 (A30/B46–A49/B73)“, in: Georg Mohr u. Marcus Willaschek (Hgg.), Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, Berlin: Akademie Verlag, 1998 (Klassiker Auslegen, Band 17/18), S. 107–130; 2. Aufl. 2024, S. 83–102.
    • „Indexikalische Repräsentation von Zeit und die Simultaneität von innerer und äußerer Erfahrung“, in: Helmut Pape u. Matthias Kettner (Hgg.), Indexikalität und sprachlicher Weltbezug, Paderborn: Mentis, 2002, S. 215–233, Literatur: S. 271–280 pass.
    • „Descartes über Selbstbewußtsein und Personen“, in: Helmut Linneweber-Lammerskitten u. Georg Mohr (Hgg.), Interpretation und Argument, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2002, S. 129–144.

    Aufsätze zur Musikphilosophie

    • „Das Gehör als Tor zur Welt. Mahlers Dritte Symphonie als Musik über Musik“, in: Nachrichten zur Mahler-Forschung, hg. v. d. Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, Wien, Nr. 48, 2003, S. 3–22.
    • Kurzfassung unter dem Titel „Das Gehör als Tor zur Welt. Musik und Philosophie in Mahlers Dritter Symphonie“, in: Impulse aus der Forschung, Universität Bremen, 1/2003, S. 16–19. 
    • „Schopenhauer, Arthur“, in: Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 15, Kassel: Bärenreiter und Stuttgart/Weimar: Metzler, 2006, S. 7–10.
    • „Auf der Suche nach Gustav Mahler“ (Buchbesprechung zu: Jens Malte Fischer, Gustav Mahler. Der fremde Vertraute, und: Wolfgang Johannes Bekh, Gustav Mahler oder die letzten Dinge), in: Musik & Ästhetik, 10. Jg., Heft 39, Juli 2006, S. 97–102.
    • „,Rücksichtslose Polyphonie‘ oder: Was geschah unter dem Lindenbaum? Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen“, in: Musik-Konzepte 136, IV/2007, S. 5–26.
    • „,Die Musik ist eine Kunst des inneren Sinnes und der Einbildungskraft‘. Affekt, Form und Reflexion bei Christian Friedrich Michaelis“, in: Musik-Konzepte, Sonderband Musikphilosophie, München: edition text + kritik, 2007, S. 137–151.
    • „Philosophie der Musik“, in: Enzyklopädie Philosophie, hg. v. Hans Jörg Sandkühler, 2. Aufl. in drei Bänden, Hamburg: Meiner, 2010, Bd. 2, S. 1980–1987.
    • „Musikphilosophie – Musikästhetik“, in: Carl Friedrich Gethmann (Hg.), Deutsches Jahrbuch Philosophie 02. Lebenswelt und Wissenschaft, Kolloquien und Abendvorträge des XXI. Deutschen Kongresses für Philosophie, Essen 2008, Hamburg: Meiner, 2011, S. 1317–1326.
    • „,Die Gedanken sind frei!‘ Gustav Mahler und die Philosophie seiner Zeit“, in: Erich Wolfgang Partsch und Morten Solvik (Hg.), Mahler im Kontext – Contextualizing Mahler, Wien: Böhlau, 2011, S. 67–89.
    • „Schopenhauer und Mahler“, in: Matthias Koßler (Hg.), Musik als Wille und Welt. Schopenhauers Philosophie der Musik, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2011, S. 203–220.
    • „Meine Zeit wird kommen. Gustav Mahler hundert Jahre nach seinem Tod“, in: Musik & Ästhetik, 15. Jg., Heft 60, Oktober 2011, S. 76–94.
    • „Einleitung: Vom Sinn des Hörens. Nutzen und Notwendigkeit einer Philosophie der Musik“, in: Georg Mohr u. Johann Kreuzer (Hg.), Vom Sinn des Hörens. Beiträge zur Philosophie der Musik, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2012, S. 9–20.
    • „Musik als erlebte Zeit“, in: Philosophia naturalis, Band 49, 2012, Heft 2, S. 319–347.
    • „Kant über Musik als schöne Kunst“, in: Kant und die Philosophie in weltbürgerlicher Absicht. Akten des XI. Internationalen Kant-Kongresses, Pisa 22.–26. Mai 2010, hg. v. Stefano Bacin u.a., Berlin/ Boston: de Gruyter, 2013, S. 153–168.
    • „Kann Musik erzählen? Musikphilosophische Kurzgeschichten“, in: Frédéric Döhl und Daniel Martin Feige (Hg.), Musik und Narration. Philosophische und musikästhetische Perspektiven, Bielefeld: tran¬script, 2015, S. 325–347.
    • „On the Very Idea of Understanding Music“, in: Stefan Majetschak, Anja Weiberg (Hg.), Aesthetics Today. Contemporary Approaches to the Aesthetics of Nature and of Arts. Proceedings of the 39th International Wittgenstein Symposium in Kirchberg, Berlin/Boston: de Gruyter, 2017, S. 127–137.
    • „Was ist eigentlich ‚Musikverstehen’?“, in: Sym, Das Magazin der Symphoniker Hamburg, Nr. 1, Oktober 2018, S. 38–50.
    • „Jazz als Interferenz“, in: Adorno-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, hg. von Richard Klein, Johann Kreuzer, Stefan Müller-Doohm, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Berlin: Metzler, 2019, S. 194–201.
    • „’Sehen wir doch die Musiksituation unserer Zeit nicht zu eng und einseitig an’. Philosophische Nachlese zum Komponisten Jürg Baur und der musikalischen Avantgarde“, in: Musik-Konzepte, Neue Folge, 184/185: Jürg Baur, hg. v. Ulrich Tadday, V/2019, München: edition + kritik, 2019, S. 9-25.
    • „Inside Out? Über Ausdruck im Jazz“, in: Jürgen Stolzenberg (Hg.), Ausdruck in der Musik. Theorien und Formationen. München: edition text + kritik, 2021, S. 494–526.
    • „Musik-Wahrnehmung – ein nicht-begriffliches Wissen?“, in Elk Franke (Hg.), Wissen um die Form. Zur Voraussetzung kultureller Theoriebildungen, Bielefeld: transcript, 2022,  S. 225–238.