Finn Marz B.A.
© Universität Münster | Stefan Klatt
  • Forschungsschwerpunkte

    • Systematisch: Philosophie der (gewöhnlichen) Sprache, Ontologie des Sozialen, Logik und Beweistheorie
    • Historisch: Bolzano, Wittgenstein, Gentzen
  • Promotion

    Was ist Kreativität? Eine Untersuchung der Nichtbefolgung von Regeln

    Betreuer
    Promotionsfach
    Philosophie
    Abschlussgrad
    Dr. phil.
    Verleihender Fachbereich
    Fachbereich 08 – Geschichte/Philosophie

    Was meinen wir damit, wenn wir jemanden oder etwas kreativ nennen? Und meinen wir immer dasselbe? Es scheint doch, wir schreiben einer Person, indem wir dieselbe kreativ nennen, ganz andere Eigenschaften zu als etwa einem Werk, welches diese Zuschreibung verdient. Angesichts der offenkundigen Verschiedenheiten in der Gebrauchsweise des Kreativitätsprädikats kann es hoffnungslos scheinen, den Kreativitätsbegriff analysieren zu wollen, denn es scheint prima facie überhaupt zweifelhaft, ob von dem Kreativitätsbegriff die Rede sein kann.

    In dem Dissertationsprojekt wird der Versuch unternommen, diesen Zweifeln dadurch zu begegnen, dass die verschiedenen Gebrauchsweisen des Kreativitätsprädikats in eine Ordnungsrelation gestellt und so prioritäre von abgeleiteten Gebrauchsweisen unterschieden werden. Dabei treten zwei konzeptuelle Grundsatzfragen auf.

    (i): Wenn das Kreativitätsprädikat sowohl auf persons (Subjekte), products (Artefakte, oder enger: Werke) als auch processes (Geschehnisse, oder enger: Handlungen) angewandt wird, kann man sich fragen, ob diese Zuschreibungsmöglichkeiten in eine pragmatische Lehrbarkeitsordnung gebracht werden können. Es scheint vielversprechend, eine dieser Möglichkeiten als prioritär zu setzen und zu zeigen, dass allein mit ihr die Einführung und informative Definition der anderen Gebrauchsweisen gelingt. Die nähere semantische Analyse dieser Gebrauchsweise ist dann das wichtigste Projekt einer materialen Semantik des Kreativitätsprädikats. Es sind diejenigen Bedingungen anzugeben, welche eine Entität x erfüllen muss, um unter den Kreativitätsbegriff (in der prioritären Gebrauchsweise des Kreativitätsprädikats) zu fallen.

    (ii): Man kann sich außerdem fragen, mit Vokabular welcher Art es gelingen kann, die prioritäre Gebrauchsweise des Kreativitätsprädikats semantisch zu explizieren.

    Demgegenüber wird im Dissertationsprojekt Folgendes vertreten und argumentativ verteidigt:

    (i): Die prioritäre Gebrauchsweise des Kreativitätsprädikats besteht in der Zuschreibung an tokens einer Unterart der Geschehnisse: nämlich Handlungen.

    (ii): Um diese prioritäre Gebrauchsweise semantisch zu explizieren, wird normatives Vokabular benötigt.

    Von dieser Weichenstellung ausgehend wird eine Definition des Kreativitätsprädikats vorgenommen, wobei auf durch Wittgensteins Spätwerk bereitgestelltes Vokabular wie „x folgt (nicht) einer Regel“ und „x ist der Witz einer Praxis“ zurückgegriffen wird.

  • Vita

    Akademische Ausbildung

    Promotion im Fach Philosophie an der Universität Münster (Titel der Dissertation: Was ist Kreativität? Eine Untersuchung der Nichtbefolgung von Regeln; Gutachter: Prof. Dr. Reinold Schmücker; Prof. Dr. Niko Strobach). Note: summa cum laude.
    Studium der Philosophie und Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster. Abschluss: Bachelor of Arts (Titel der Bachelorarbeit: Was besagt eine Referenztheorie der Sprache? Zur Genese eines Missverständnisses; Gutachter: Prof. Dr. Niko Strobach, Prof. Dr. Reinold Schmücker). Note der Abschlussarbeit: 1,0.

    Beruflicher Werdegang

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschungsgruppe "Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel"
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Philosophische Ästhetik, Theorie der Kulturwissenschaften und Medienphilosophie (Prof. Dr. Reinold Schmücker) an der Universität Münster
    Assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“
    Studentische Hilfskraft der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“
    Tutor für Logik und Argumentationstheorie (bei Prof. Dr. Niko Strobach) am Philosophischen Seminar der Universität Münster
    Tutor für das Schreiben philosophischer Hausarbeiten (Schreibwerkstatt) am Philosophischen Seminar der Universität Münster
    Studentische Hilfskraft bei der Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Philosophische Ästhetik, Theorie der Kulturwissenschaften und Medienphilosophie (Prof. Dr. Reinold Schmücker) an der Universität Münster
  • Lehre

    • Seminar: Formalismus und Moderne [084604]
      • [ | Do., | | DPL 23.201]
    • Seminar: Kierkegaard und Wittgenstein über religiösen Glauben [082601]
    • Seminar: Philosophie der Kreativität [080598]
    • Seminar: Was es kraft Handelns gibt [088574]
      (zusammen mit Reinold Schmücker)
    • Seminar: Jürgen Habermas: Wahrheitstheorie und Ästhetik [086646]
    • Übung: Logik und Argumentationstheorie [084555]
      (zusammen mit Niko Strobach)
    • Tutorium: Schreibwerkstatt [082553]
      (zusammen mit Ariane Filius)
    • Übung: Logik und Argumentationstheorie [080555]
      (zusammen mit Niko Strobach)
    • Tutorium: Schreibwerkstatt [080563]
      (zusammen mit Ariane Filius)
  • Artikel

    • . . „Kalkül.“ In Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online: Sprachphilosophie, herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer, Christoph Demmerling und Cyrill Mamin. Berlin | Boston: De Gruyter.
    • . . „Sequenz.“ In Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online: Sprachphilosophie, herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer, Christoph Demmerling und Cyrill Mamin. Berlin | Boston: De Gruyter.
    • . . „Sequenzenkalkül.“ In Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online: Sprachphilosophie, herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer, Christoph Demmerling und Cyrill Mamin. Berlin | Boston: De Gruyter.
    • . . „Adäquatheit.“ In Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online: Sprachphilosophie, herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer, Christoph Demmerling und Cyrill Mamin. Berlin | Boston: De Gruyter.
    • . . „Kalkül des natürlichen Schließens.“ In Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online: Sprachphilosophie, herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer, Christoph Demmerling und Cyrill Mamin. Berlin | Boston: De Gruyter.
    • . . „Buchbesprechung: Was ist Bedeutung? Eine kommunikationstheoretische Erklärung.Zeitschrift für Philosophische Forschung 78 (4): 621625. doi: 10.3196/004433024839255693.
  • Wissenschaftliche Vorträge

    • Marz, Finn : “Semantik des Kreativitätsprädikats und semantische Kreativität”. MüBiOs-Treffen 2026, Münster, .
    • Marz, Finn : „Können objektiv-nichtwirkliche Entitäten erfunden werden?GAP12, Düsseldorf, .
    • Marz, Finn : „In welchem Sinne sind kreative Akte möglich? “. 26. DKPhil, Münster, .