
Universität Münster gewinnt den Willem C. Vis Moot
Für das Team der Universität Münster steht die Geschichte für einen Moment still als am 2. April 2026 um 16:42 Uhr Ortszeit drei Worte über die Lautsprecher der Messehalle Wien erklingen: „University of Münster“.

In diesem Augenblick hat die Universität Münster das Finale gegen die renommierte Elite-Universität Cambridge aus England gewonnen. Eine Leistung, dessen Tragweite beim Blick auf die Größe des Wettbewerbs deutlich wird: jedes Jahr in der Woche vor Ostern kommen 384 Universitäten aus über 90 verschiedenen Rechtsordnungen, 2622 Teammitglieder, 1340 Coaches und 1074 Schiedsrichter nach Wien. An den zwischen den Universitäten stattfindenden 831 Verhandlungen nehmen damit mehr Personen als Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina teil.
Die 831. Verhandlung, das große Finale des Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot, fand vor mehr als 2000 Zuschauern in der Messehalle Wien statt. Die unzähligen Zuschauer, die das Finale im Livestream auf YouTube verfolgt haben, sind dabei noch gar nicht mitgezählt.

Als Team das Finale zu gewinnen ist die größte Ehre, die einer Universität im Willem C. Vis Moot zu Teil werden kann. Der Sieg bedeutet den Erhalt des „Eric E. Bergsten Award for the Best Team in the Oral Hearings“, benannt nach dem Gründungsvater des Vis Moot. Dieses Ergebnis setzt voraus, dass es eine Universität nach vier „General Rounds“ unter die besten 64 Teams geschafft hat. Im Anschluss muss sich die Universität in sechs „Elimination Rounds“ gegen die besten Teams aus der ganzen Welt durchsetzen. Mit jeder weiteren Runde steigt das Niveau, mit jeder weiteren Runde wird die Luft der Leistungsunterschiede zwischen den Teams dünner. Auf dem Weg in das Finale hat die Universität Münster gegen Faculdade Milton Campos aus Rio de Janeiro (Round of 64), die Universität Hamburg (Round of 32), Universidad Panamericana aus Mexiko City (Round of 16), University of New South Wales aus Sydney (Round of 8) und die School of Law Christ University aus Bangalore (Round of 4) jeweils gewonnen.
Das Finale, wie die 830 Verhandlungen zuvor, war ein Schiedsverfahren unter den Regeln des Singapore International Arbitration Centre (SIAC) zwischen Orchis Worldwide Ltd und Darwin Natural Food plc. Zwei Jurastudierende der Universität Münster, Clara-Sophie Büschken und Caspar Prenger-Berninghoff, haben die Universität Münster im Finale auf der Klägerseite des Rechtsstreits vertreten. Sie hatten dort die besondere Ehre, vor drei der weltweit gefragtesten Schiedsrichtern Lucy Reed, Siegried Elsing und Edgardo Muñoz anzutreten.

Die Münsteraner Clara-Sophie Büschken und Caspar Prenger-Berninghoff zeigten im Finale eine herausragende, kaum in Worte zu fassende Leistung. Diese bemerkenswerte Leistung war notwendig, um aus dem hochklassigen Finale gegen Cambridge siegreich hervorzugehen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann das Finale unter diesem Link auf YouTube anschauen. Dass ausgerechnet diese beiden „Co-Counsel“ die Universität Münster in Wien vertreten durften hat eine besondere Note. Beide sind im Münsterland geboren und aufgewachsen, und haben sich schließlich für das Jurastudium an der renommierten Rechtswissenschaftlichen Fakultät entschieden.
Dieses Ergebnis setzt die monatelange akribische Vorbereitung des gesamten Teams voraus. Claas Heck und Leonard Arp, die Coaches des diesjährigen Teams, arbeiten und promovieren bei Prof. Dr. Gerald Mäsch am Institut für Internationales Wirtschaftsrecht, Abteilung I. Im Juni 2025 starteten sie ein vielschichtiges Auswahlverfahren, um ein schlagkräftiges Team für den 33. Willem C. Vis Moot zu finden. Aus diesem Verfahren sind neben Clara-Sophie Büschken und Caspar Prenger Berninghoff Edith Sophie Büchner, Erik Wiggers, Friedrich Tiller und Geeske Buß hervorgegangen. Über den Sommer 2025 hat sich das Team intensiv auf die Saison vorbereitet. Ab Oktober begann die Schriftsatzphase, und ab Ende Januar die Mündliche Phase des Wettbewerbs. Im Verlauf der Mündlichen Phase reiste das Team nach Rio de Janeiro, San Diego, New York City, Rom, London und München, um sich bestmöglich auf die Finalrunden in Hong Kong und Wien vorzubereiten. Während das Team in Hong Kong den Sprung in die „Elimination Rounds“ (Round of 32) aus insgesamt 161 Teams schaffte, gelang in Wien der ganz große Wurf.
Der große Erfolg in Wien ist ein Teamerfolg, der ohne die leidenschaftliche Arbeit der Coaches und aller Teammitglieder nicht möglich gewesen wäre. Er setzt großen Teamgeist und intensive Arbeit während jeder einzelnen Etappe des Wettbewerbs voraus. Das Team bedankt sich sehr herzlich bei den Münsteraner Professoren Dr. Gerald Mäsch und Dr. Bettina Heiderhoff für die Unterstützung und das Vertrauen von Beginn an, und über jede einzelne Etappe des Wettbewerbs.

Der Gewinn des Vis Moot steht stellvertretend für die Exzellenz der Juristenausbildung an der Universität Münster und dafür, was möglich ist, wenn ein Team immer an sich glaubt.
