
Peter Schüren (1953 - 2026)
Von 1989 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2022 prägte Peter Schüren als feste Größe die arbeitsrechtliche Forschung und Lehre in Münster. Der Austausch mit der Praxis, den er auch im Ruhestand weiterhin pflegte, war ihm ein besonderes Anliegen. Sein fachlicher Rat war weit über Münster hinaus gefragt. Die Studierenden, die wussten, dass sie ihm mit inhaltslosem Gerede nicht kommen mussten, schätzten die besondere Stringenz seines Vortrages und seiner Lehre.
Peter Schüren wurde am 9. Juli 1953 in Gaggenau im Kreis Rastatt in Baden-Württemberg geboren. Nach der Schulausbildung leistete er als Soldat auf Zeit einen zweijährigen Wehrdienst. Anschließend studierte er von 1974 bis 1978 Jura und Politik in Freiburg und absolvierte im Dezember 1978 dort die Erste Juristische Staatsprüfung.
Es folgte der juristische Vorbereitungsdienst und eine erste Mitarbeit am Institut für Arbeitsrecht der Universität Freiburg. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung im Jahr 1981 und einem Forschungsaufenthalt in Berkely wurde Schüren mit einer summa cum laude bewerteten Untersuchung zum Job Sharing promoviert und anschließend 1983 zum Hochschulassistenten ernannt. Im Rahmen einer halbjährigen Tätigkeit bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart sammelte er schon während seiner Freiburger Assistentenzeit vertiefte Einblicke auch in die Rechtspraxis des Arbeitsrechts.
Schüren habilitierte sich 1988 mit einer Arbeit über die Legitimation der tariflichen Normsetzung für die Fachgebiete Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht und Rechtsvergleichung. 1989 folgte er einem Ruf nach Münster. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2022 blieb er der Universität Münster, trotz eines Rufs an die Universität Mannheim, als Universitätsprofessor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht sowie als geschäftsführender Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrechts treu. Von 1998 bis 2000 war er De-kan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.
Sein besonderes Interesse galt den Fragen des Fremdpersonaleinsatzes, der bedarfsorientierten Arbeitszeitformen und der kollektiven Interessenvertretung. Seine Forschungen dazu be-einflussten die Rechtspraxis nachhaltig. Im öffentlichen Diskurs war er mit seiner herausragenden Expertise stets sichtbar.
Am 18. Juni 2026 ist Peter Schüren im Alter von 72 Jahren verstorben. Die Fakultät verliert einen wirkmächtigen Wissenschaftler und eine aufrichtige und charakterstarke Persönlichkeit.
Wir werden uns an Peter Schüren immer mit großer Dankbarkeit erinnern.
