Prof. Dr. Ingo Saenger, Prof. Dr. Dr. hc mult. Peter Hommelhoff, Prof. Dr. Carsten Schäfer, Prof. Dr. Matthias Casper, Dr. Gunther Lehleiter
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Harry Westermann-Gedächtnissymposium

Am 11. Juni 2026 fand im gut gefüllten Karl-Bender-Saal ein Gedächtnissymposium der Fakultät aus Anlass des 40. Todestages ihres am 31. Mai 1986 verstorbenen Kollegen Harry Westermann (1909–1986) statt. Westermann hat von 1945 bis zu einer Emeritierung 1974 nicht nur mit herausragendem Erfolg an der juristischen Fakultät gelehrt, sondern sie auch in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg maßgeblich geprägt und vorangebracht. Im akademischen Jahr 1953/54 war er zudem Rektor der Universität Münster.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Ingo Saenger als einem der Veranstalter sowie durch den Dekan, Prof. Dr. Mark Deiters, wurden zunächst drei Fachvorträge gehalten, die den Forschungsfeldern von Harry Westermann entsprachen. Dies waren neben dem Sachen- und Raumplanungsrecht vor allem das Gesellschafts- sowie das Genossenschaftsrecht.

Zunächst referierte Prof. Dr. Carsten Schäfer (Universität Mannheim) zu zwei Jahren MoPeG (Modernisierung des Personengesellschaftsrechts) und adressierte in seiner Bestandsaufnahme viele offene Fragen, um sodann erste Klärungen und eigene Lösungsvorschläge darzulegen. Sodann referierte Prof. Dr. Peter Hommelhoff (Universität Heidelberg) zum Konzernrecht von Scale-up-Unternehmen. Dabei ging er auch ausführlich auf den aktuellen Entwurf für ein 28. Regime mit seiner EU Inc. ein, dem Hommelhoff ein eher mittelmäßiges Zeugnis ausstellte und Nachbesserungsbedarf anmahnte. Der dritte Fachvortrag wurde von Herrn Rechtsanwalt Dr. Gunther Lehleiter (Partner bei Aderhold) gehalten und widmete sich aktuellen Fragen des Genossenschaftsrechts. Dabei stellte er vor allem Governance-Fragen in den Mittelpunkt, zudem wurde der aktuelle Referentenentwurf zur Novellierung des Genossenschaftsrechts kritisch evaluiert.

Prof. Dr. Matthias Casper
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Zum Abschluss würdigte Prof. Dr. Matthias Casper Person und Werk von Harry Westermann. Dabei ging er anhand neuerer Quellen auch ausführlich auf Westermanns Rolle im Nationalsozialismus ein. Der zweite Teil des Vortrages zeichnete mittels dreier Schlagworte „Stratege und Netzwerker“, „wir hörten alles, was ‚Harry‘ gerade las“ (Rüthers JZ 1986, 744) sowie „Das Werk: drei Säulen und ein methodenrechtlicher Querbogen“ nach, woraus sich der Erfolg und die Wirkungsmacht Westermanns speisten. Am Ende der Veranstaltung hielt Frau Rechtsanwältin Dr. Kathrin Westermann (Partnerin bei Noerr, Berlin) ein sehr persönliches Schlusswort auch für die sieben anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Familie Westermann, das Harry Westermann als Großvater und Familienmenschen nachzeichnete.