Prof. Dr. Ulla Kypta

© Shanice Allerheiligen

Universität Münster
Historisches Seminar
Mittelalterliche Geschichte
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Raum 143
E-Mail: ukypta@uni-muenster.de
Tel.: +49 251 83-24331


Sprechstunde im Sommersemester 2026:
mittwochs, 16:40 - 18:00 Uhr (in Präsenz)

Sprechstunde in den Semesterferien:
Mo., 27.07., 14:00 - 16:00 Uhr (in Präsenz)
Mo., 24.08., 14:00 - 16:00 Uhr (per Zoom)
Mo., 14.09., 14:00 - 16:00 Uhr (per Zoom)

Eine Anmeldung ist hier möglich

Hinweis: Die Sprechstunden am 20. Mai und 17. Juni müssen aufgrund eines auswärtigen Termins leider ausfallen!

  • Curriculum Vitae

    • seit 2025: Universitätsprofessorin für die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters an der Universität Münster
    • 2019-2025: Juniorprofessorin an der Universität Hamburg
    • Juli 2024: Auszeichnung der Habilitationsschrift mit dem Preis der Humboldt-Universität für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Mittelalterlichen Geschichte, gestiftet von Michael und Claudia Borgolte
    • Juni 2022: Positive Zwischenevaluation der Juniorprofessur
    • April 2022: Habilitation an der Universität Basel, Titel der Habilitationsschrift: „Kooperative Individualisten. Wie ließen sich Kaufleute im spätmittelalterlichen Antwerpen vertreten?“
    • 2015-2019 Assistentin am Lehrstuhl für die Allgemeine Geschichte des Mittelalters, Universität Basel
    • 2012-2015 Assistentin am Lehrstuhl Mittelalter II, Universität Frankfurt am Main
    • 2012 Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation „Die Autonomie der Routine. Wie im 12. Jahrhundert das englische Schatzamt entstand.“
    • 2012 Stipendiatin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin
    • 2011 Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut in London
    • 2008-2012 Promotionsstipendiatin im Leibniz-Projekt „Politische Sprache im Mittelalter. Semantische Zugänge“ an der Universität Frankfurt am Main
    • 2001-2007 Studium der Mittelalterlichen Geschichte, Politischen Wissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Erlangen mit Auslandssemester in Rom und Wien
  • Forschungsschwerpunkte

    • Handel und Kaufleute zwischen 1250 und 1650
    • Nordeuropa von England bis Estland
    • Theorien, Methoden und große Erzählungen der Wirtschaftsgeschichte
    • Gesellschaftliche Ordnungen und Transformationen
    • Hansegeschichte, insbesondere der hansischen Spätzeit im 16./17. Jahrhundert
    • Verwaltungsgeschichte
  • Forschungsprojekte

    Frauen in der vormodernen Wirtschaftsgeschichte
    Aufbau einer digitalen Quellenanthologie

    Die vormoderne Wirtschaftsgeschichte lässt sich nur sinnvoll erklären, wenn man auch die Frauen einbezieht, die in allen Sektoren ökonomischer Aktivitäten beteiligt waren. Bauersfrauen führten mit ihrem Mann landwirtschaftliche Betriebe, auf denen weibliches wie männliches Dienstpersonal arbeitete. Frauen investierten in Handelsgesellschaften, arbeiteten als Partnerin ihres Mannes im Fernhandel oder agierten selten sogar als eigenständige Kauffrauen. Sie lernten ein Handwerk, bildeten Handwerker:innen aus und leiteten als Witwen Handwerksbetriebe. Frauen stellten einen Großteil der Arbeitskräfte in der Textilindustrie und beim städtischen Dienstpersonal. Städtische Ämter wie der Spitalvorsitz oder der Zolleinzug wurden oft an Arbeitspaare vergeben, an Mann und Frau.

    Geschlechterbilder prägten wirtschaftliche Handlungsspielräume und damit das ökonomische Entwicklungspotenzial einer Gesellschaft. Erb- und Besitzrechte wurden oft nach gegenderten Regeln organisiert, die die Ressourcenverteilung massiv prägten. Wenn wir wirtschaftliche Phänomene wie Gleichheit und Ungleichheit oder Transformationen wie die Expansion des europäischen Handels erklären wollen, müssen wir die Rollen, Rechte und Handlungsmöglichkeiten von Frauen berücksichtigen.

    Das Quellenmaterial dazu ist vorhanden und teilweise auch schon in diversen Editionen und Publikationen erschlossen. Die Quellenanthologie will die verstreuten Fundstellen zusammenbringen und digital zugänglich machen. Die Quellenanthologie soll Lehrpersonen ermöglichen, Quellen zu Frauen in verschiedenen Sektoren der Wirtschaftsgeschichte zu finden und unkompliziert in die Lehre einzubauen. Außerdem bietet sie Forschenden mit Interesse an gender- und wirtschaftshistorischen Themen, angefangen von Studierenden auf der Suche nach Hausarbeitsthemen, einen Überblick und ersten Zugang zu möglichen Quellen.

    Das Projekt schließt an diverse Arbeiten zur neuen Wirtschaftsgeschichte an, die ich insbesondere mit Julia Bruch und Tanja Skambraks in unserem Arbeitskreis für spätmittelalterliche Wirtschaftsgeschichte durchführe.

    Publikationen zur neuen Wirtschaftsgeschichte

    • Alte Zeiten, neue Ökonomien. Zur Erneuerung der vormodernen Wirtschaftsgeschichte, in: Historische Zeitschrift, für die Publikation akzeptiert (gemeinsam mit Julia Bruch und Tanja Skambraks).
    • Die Erforschung der mittelalterlichen Wirtschaft im Wandel der Zeit, in: Thomas Ertl (Hrsg.), Wirtschaft im Mittelalter (im Erscheinen).
    • Medieval Economic History at German-speaking Universities, in: Medieval Economic History Review, im Erscheinen (zusammen mit Thomas Ertl).
    • Geschlechterrollen und Praktiken, Kooperationen und Institutionen. Die Renaissance der Wirtschaftsgeschichte, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 75 (2024), S. 544-559 (zusammen mit Julia Bruch).
    • Markets and their Actors in the Late Middle Ages, Berlin 2021 (herausgegeben zusammen mit Julia Bruch und Tanja Skambraks).
    • Methods in Premodern Economic History. Case studies from the Holy Roman Empire, London 2019 (herausgegeben zusammen mit Julia Bruch, Tanja Skambraks).
    • Information und Diversifikation, Prävention und Resilienz. Wie mittelalterliche Kaufleute für die diesseitige Zukunft vorsorgten und damit ihre jenseitige sicherten, in: Bernd Schneidmüller, Klaus Oschema (Hrsg.), Zukunft im Mittelalter. Zeitkonzepte und Planungsstrategien, Ostfildern 2021, S. 229-256.
    • Was motivierte spätmittelalterliche Kaufleute? Überlegungen zu Präferenzordnungen und Normorientierungen, in: Jan-Hendryk de Boer, Marcel Bubert (Hrsg.), Absichten, Pläne, Strategien. Erkundungen einer historischen Intentionalitätsforschung, Frankfurt am Main 2018, S. 229-258.

     

    Die Lübecker Ratsprotokolle
    In Kooperation mit der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) und dem Stadtarchiv Lübeck

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    Hansegeschichte
    Verschiedene Projekte

    Die Hansegeschichte begleitet mich seit dem ersten Nachwuchsworkshop, den ich 2010 zusammen mit Angela Huang, Christina Link und Cordelia Heß organisiert habe. In einem Aufsatz verwiesen Angela Huang und ich 2011 auf die große Lebendigkeit der traditionsreichen Hansegeschichte, die insbesondere dank Angela Huangs Arbeit als Leiterin der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums in Lübeck (FGHO) in den vergangenen Jahren noch weiter zugenommen hat. In meiner Zeit in Hamburg habe ich, inspiriert vom dortigen Excellenzcluster „Understanding Written Artefacts“, die Materialität der Protokolle der Hansetage, der so genannten Hanserezesse, genauer erforscht (siehe Publikationen „Portability for Participation“ und „Creating, Confirming, Reconstructing Authority“). Für die Erschließung der Quellen habe ich eng mit der FGHO in Lübeck zusammengearbeitet.

    Die besonderen Eigenheiten hansischer Kooperation treffen auch auf das Interesse von Völkerrechtler:innen und Rechtshistoriker:innen, die nach alternativen Ordnungsmodellen zum Nationalstaat suchen. Die Landesforschungsförderung Hamburg finanzierte einen entsprechenden Austausch zwischen Kolleg:innen aus Hamburg, Bergen, Oslo und Tallinn. Das Konzept pluralistischer Governance kann helfen, nicht staatliche Formen institutioneller Ordnungen zu analysieren, wie Sören Koch, Johann Ruben Leiss und ich in einem Aufsatz diskutieren, der unter dem Titel „Pluralistische Governance“ im Jahr 2022 in den Hansischen Geschichtsblättern erschienen ist. Auf einer internationalen Konferenz, die 2024 in Lübeck stattfand, haben wir dieses Konzept genauer ausgeleuchtet; die Ergebnisse werden in den Hansischen Geschichtsblättern des Jahrgangs 2027 veröffentlicht werden.

    Außerdem interessiert mich der Vergleich der hansischen Kooperation mit der Schweizer Eidgenossenschaft. In der Eidgenossenschaft arbeiteten wie in der hansischen Kooperation autonome politische Einheiten auf gleichberechtigter Basis zusammen. Der Vergleich zwischen diesen unterschiedlichen Organisationsformen nicht-monarchischer Herrschaft kann dazu beitragen, die politische Geschichte des vormodernen Europa um wichtige Facetten zu erweitern (siehe „Konfliktlösung statt Herrschaftsdurchsetzung“ und „Formalisierung und Legitimität“).

    Publikationen

    • Formalisierung und Legitimität. Hansische Organisationsbemühungen im 17. Jahrhundert, in: Franziska Neumann, Matthias Pohlig, Hannes Ziegler (Hrsg.), Vormoderne Organisationen. Anfänge, Funktionen, Folgen (Zeitschrift für Historische Forschung Beiheft 62), Berlin 2026, S. 357-374.
    • Portability for Participation. Organizing the Interests of Merchant Towns at Hanse Diets, in: Julia Bruch, Katharina Hofer, Ulla Kypta, Paul Schweitzer-Martin (Hrsg.), Portable Manuscripts and their Utility in the Late Middle Ages, Leeds 2025, S. 85-125.
    • Konfliktlösung statt Herrschaftsdurchsetzung: Hansische Tagfahrten und eidgenössische Tagsatzungen im 16./17. Jahrhundert, in: Angela Huang, Christina Link (Hrsg.), Kollektive Willensbildung in der Vormoderne: Hansetage im Vergleich, Wismar 2024, S. 75-108.
    • Creating, Confirming, Reconstructing Authority – The Originators of the Hanserezesse, in: Janine Droese, Ulla Kypta Uta Lauer und Jörg Quenzer (Hrsg.), Originators: Transformation and Collaboration in the Production of Original Written Artefacts (special issue der manuscript cultures 21), Hamburg 2023, S. 119-134.
    • Waren Hansestädte thalassokratisch? Politisches Handeln und wirtschaftlicher Handel im Zeichen des Meeres, in: Nikolas Jaspert, Jan Rüdiger (Hrsg.), Thalassokratien im Mittelalter, Paderborn 2024, S. 235-259. (zusammen mit Tim Geelhaar).
    • Pluralistische Governance. Die Erforschung hansischer Kooperation jenseits von klassischen Staatskonzepten, in: Hansische Geschichtsblätter 140 (2022), S. 59-91. (zusammen mit Sören Koch, Johann Leiss.
    • Hansegeschichte als Organisationsgeschichte versus Hansegeschichte als Wirtschaftsgeschichte. Anregungen für eine diskussionsfähige Hanseforschung, in: Hansische Geschichtsblätter 135 (2016), S. 133-165.
    • Smarte Unternehmer, ausgegrenzte Versager: produktives Scheitern im 15. Jahrhundert? in: fkw. Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur 60 (2016), S. 12-29.
    • Der ehrbare Kaufmann erlebt die Neuzeit nicht. Hansisches Wirtschaften als Alternative zur Moderne, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 9/10 (2016), S. 523-536.
    • Aufstieg, Blüte, Niedergang – Entstehung, Krise, Übergang: Von der bürgerlichen zur postmodernen Hanseforschung? In: Oliver Auge (Hrsg.), Hansegeschichte als Regionalgeschichte, Frankfurt am Main 2014, S. 413-428.
    • Ein neues Haus auf altem Fundament. Neue Trends in der Hanseforschung und die Nutzbarkeit der Rezesseditionen, in: Hansische Geschichtsblätter 129 (2011), S. 139-155. (zusammen mit Angela Huang).

     

    Kaufmännisches Lehrlingswesen im vormodernen Europa
    Zusammen mit Esther Sahle, Kopenhagen

    In unserem abgeschlossenen Projekt „Kaufleute und Kooperation in der Vormoderne“ stellten Esther Sahle und ich fest, dass die Lehrzeit von Kaufleuten bisher nur sehr kursorisch erforscht worden ist. Zur Ausbildung im Handwerk existieren detailreiche Studien und einflussreiche Thesen, während wir über die Lehrzeit von Kaufleuten nur wissen, dass sie oft im Haushalt einer anderen Kaufleutefamilie verbracht wurde. Wir wissen noch vergleichsweise wenig über die konkreten Lehrinhalte, die Verzahnung von schulischer und praktischer Ausbildung, die Details der Lehrverträge und die ökonomische Bedeutung der Lehrzeit für die verschiedenen Parteien. Quellen liegen zahlreich in den europäischen Archiven, zum Beispiel Notariatsakten, die Lehrverträge enthalten, städtische Regulierungen oder Kaufmannsbriefe, die über die Lehrzeit berichten. Eine Auswertung der Quellen verspricht, Beiträge sowohl zur Geschichte der Handelsorganisation wie zur Geschichte von Lernen und Ausbildung im vormodernen Europa zu leisten.

     

    Städtische Kooperationen im europäischen Mittelalter

    Städte arbeiteten im Mittelalter sehr häufig zusammen. Seitdem ungefähr ab der Jahrtausendwende in Europa wieder zahlreiche Städte wuchsen, begannen sie in ganz verschiedenen Regionen des Kontinents zu kooperieren, um sich gegen Angriffe von außen zu wehren und Konflikte untereinander beizulegen. Sie definierten meistens einen Raum, in dem sie gemeinsam für die Strafverfolgung zuständig waren und einigten sich auf bestimmte allgemeingültige Regeln. In der älteren Forschung wurden diese Kooperationen oft als gescheitert angesehen, denn sie entwickelten keine zentralen Gremien, die länger Bestand hatten. Mit anderen Worten: Sie lassen sich nicht als Vorstufe zum frühmodernen Staat interpretieren. Von dieser teleologischen Perspektive verabschiedet sich die jüngere Forschung. Sie interessiert sich auch für die Frage, für Menschen und Gemeinschaften ihr Zusammenleben dezentral und nicht-hierarchisch organisieren können. Die kommunalen Kooperationen geben hierfür einen interessanten Untersuchungsgegenstand. Die Städte traten freiwillig und als gleichberechtigte Akteure in den Austausch; zwischen ihnen bestand keine unmittelbar ersichtliche Hierarchie und sie konnten die Kooperation jederzeit wieder verlassen und beenden. Wenn sich mehrere Städte auf einen Bereich gemeinsamer Governance einigen wollten, mussten sie gemeinsam entsprechende Regeln und Institutionen entwickeln. Dazu mussten sie sich nicht unbedingt zu einem formalisierten Städtebund zusammenschließen.

    Das Projekt untersucht, wie Städte in verschiedenen Regionen Europas kooperierten und dabei in ständigem Wechsel Formalisierungs- und Deformalisierungsprozesse durchliefen. Die Untersuchung verortet sich in dem Strang der Politik- und Sozialgeschichte, der sich dafür interessiert, wie Akteure ihre Handlungen koordinierten, wenn ihre Interaktionsmuster nicht von bestehenden Hierarchien vorgezeichnet wurden, sondern erst selbst organisiert gefunden werden mussten und deshalb häufigen Veränderungen unterlagen. Viele dieser Kooperationen mündeten nicht in den modernen Staat. Ihre Analyse kann deshalb dazu beitragen, die Diversität politischer Ordnungsformationen im mittelalterlichen Europa herauszuarbeiten und die föderalen Traditionen gegen Zentralisierungsnarrative zu betonen.

    Publikation

    • Versammeln, besprechen, beschließen. Der Vergleich verschiedener Tagfahrten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, in: Hansische Geschichtsblätter 138 (2020), S. 1-23.

     

    Abgeschlossene Forschungsprojekte

    Kooperative Individualisten
    Abgeschlossene Habilitation

    Wie und warum arbeiten Menschen zusammen? Welche Rahmenbedingungen ermöglichen Kooperation? Diese Fragen werden in der Philosophie, Soziologie und Ökonomie diskutiert. In meiner Habilitationsschrift gehe ich sie aus dem Blickwinkel spätmittelalterliche Kaufleute an. Dabei untersuche ich, wie sich Kaufleute an einem Ort vertreten ließen, an dem sie selbst nicht anwesend waren. Meine Studie wertet städtische Quellen aus Antwerpen aus, dem wichtigsten europäischen Umschlagplatz des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Insgesamt wählten Kaufleute zwischen drei Formen der Vertretung: Sie gründeten mit Kollegen eine Handelsgesellschaft, beschäftigten Diener oder setzten Bevollmächtigte ein. Die meisten Kaufleute kombinierten alle drei Möglichkeiten je nach Aktivität, die übernommen werden sollte. Den Rahmen für ihre Entscheidungen gaben ihre eigenen Geschäfte vor: Kooperationen wurden eingegangen, um weiter im Handel tätig zu bleiben und die eigenen Unternehmungen auf neue Regionen oder Geschäftsfelder ausdehnen zu können. Dafür arbeiteten Kaufleute auch mit Partnern zusammen, die nicht aus der gleichen Familie oder Heimatstadt stammten.
    Kooperation funktionierte auch unter Fremden, weil die Kaufleute sich nicht nur den fest umrissenen, kleineren Gruppen ihrer Freunde oder Verwandten zugehörig fühlten, sondern auch der lose zusammengehörigen Gruppe der Kaufleute insgesamt, in der sich Regeln aus dem Austausch miteinander entwickelten. Diese Regeln mussten nicht mit Sanktionsgewalt durchgesetzt werden, denn die Kaufleute hatten ein genuines Interesse daran, sie zu halten – einander z.B. nicht zu betrügen –, weil nur so der Handel am Laufen gehalten werden konnte. Abstrakte Gegenseitigkeit motivierte ihr Handeln: Kaufleute kooperierten, weil sie so die Norm der Kooperation festigten und deshalb erwarten konnten, dass auch ihre Kollegen sich kooperativ verhalten würden.

    Deshalb bezeichne ich die Kaufleute als kooperative Individualisten: Jeder agierte zwar hauptsächlich im Rahmen seines eigenen Geschäfts, aber kooperierte dabei ganz selbstverständlich in verschiedenen Formen mit den Kollegen. Damit schlage ich eine mittlere Position vor zwischen den beiden Polen, die der Soziologe Mark Granovetter als „unter-“ respektive „über-sozialisierte“ Konzeption des Menschen in der Wirtschafts- respektive Sozialwissenschaft bezeichnet hat: Menschen agieren meist weder als Egoisten, die nur ihren eigenen Nutzen steigern wollen, noch sind sie so stark in Kollektive eingebunden, dass sie die Interessen der Gruppe stets über ihren eigenen stellen. Die Studie bestärkt die Sichtweise der neueren Wirtschaftsgeschichte, nicht zu dichotomisch zwischen dem Mittelalter als der Zeit der Kollektive und der Moderne als Zeit der Individuen zu unterscheiden, sondern stattdessen konkret zu analysieren, wie Handlungen und Entscheidungen von individuellen Präferenzen wie Gruppenzugehörigkeiten beeinflusst wurden.
    Das Habilitationsverfahren habe ich im April 2022 in Basel abgeschlossen. Die Monographie unter dem Titel „Kooperative Individualisten. Gesellschafter, Diener und Bevollmächtigte deutscher Kaufleute im Antwerpen des späten 15. und 16. Jahrhunderts“ erschien 2025 in den Beiheften der Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Eine Form der Vertretungen, die Bevollmächtigung, wurde in der Wirtschaftsgeschichte bisher eher selten diskutiert. Deshalb habe ich dazu einige gesonderte Aufsätze verfasst. Die These von der abstrakten Gegenseitigkeit stelle ich zudem in englischsprachigen Beiträgen zur Diskussion („Relations without Sanctions“; „Weak Ties for Trade Expansion“, „Future Thinking about Colleagues“).

    Hier finden Sie die Rezension von Philipp Höhn in H-Soz-Kult.

    Publikationen

    • Kooperative Individualisten. Gesellschafter, Diener und Bevollmächtigte deutscher Kaufleute im Antwerpen des 15. und frühen 16. Jahrhundert (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – Beihefte), Stuttgart 2025.
    • Crossing Urban Legal Boundaries. Merchants’ agents and the process of bottom-up harmonization between European towns, 14th to 16th century, in: Urban History 52 (2025), S. 342-357.
    • Wie entstehen Konventionen? Überlegungen am Beispiel der Bevollmächtigungen spätmittelalterlicher Kaufleute, in: Udo Friedrich, Karl Ubl (Hrsg.), Gewohnheit als Regulativ des Handelns im Mittelalter, Ostfildern 2024, S. 195-216.
    • Gelehrtes Recht oder gelebte Praxis? Kaufleute und ihre Vertreter im späten Mittelalter, in: Das Mittelalter 25 (2020), S. 103-118.
    • Unternehmen oder Institutionen: Handelsgesellschaften im spätmittelalterlichen Antwerpen, in: traverse. Zeitschrift für Geschichte 3/2019, S. 20-42.
    • Relations without Sanctions. Predictability in Principal-Agent Constellations in Fifteenth- and Sixteenth-Century Antwerp, in: Gregor Rohmann, Ulla Kypta (Hrsg.), How to Ensure Predictability in Legal Pluralism. Merchants and their Interaction in Late Medieval Europe, Köln 2025, S. 185-210.
    • Weak Ties for Trade Expansion: Commission Agents in Antwerp, in: Marco in’t Veld, Maurits den Hollander (Hrsg.), Early Modern Commission Trade in Legal and Economic History: Approaches and Questions, im Erscheinen. (Peer Review-Verfahren abgeschlossen.)
    • Future Thinking about Colleagues: The Expectation of Cooperation in the Letters of Sivert Veckinchusen (c.1360-1433), in: The Low Countries Journal of Social and Economic History, Special issue on “Futures in social and economic history”, herausgegeben von Jeroen Puttevils, erscheint 2027. (Peer Review-Verfahren abgeschlossen.)

     

    Eigendynamiken. Analoge Strukturen des Wandels im vormodernen Ostasien und Europa
    Gefördert vom Zentrum für Interdisziplinäre Forschung Bielefeld, Resident Group

    In diesem Forschungsprojekt kooperierten Koreanistik (Marion Eggert), Japanologie (Jörg Quenzer), Sinologie (Achim Mittag) und verschiedene historische Disziplinen (Franz Arlinghaus, Andreas Rüther, Masaki Taguchi, Kai Bremer und ich) mit dem Ziel, grundlegende Gemeinsamkeiten von Veränderungsdynamiken in Ostasien und Europa der Vormoderne zu erfassen. Dafür haben wir das von Soziolog:innen und Politolog:innen für die Gesellschaften der Gegenwart entwickelte Konzept der Eigendynamik an die Verhältnisse der Vormoderne angepasst. In einer gemeinsam verfassten Monographie, die 2027 erscheinen soll, arbeiten wir eine theoretisch fundierte Beschreibung sozialen Wandels aus, die teleologische Narrative schon vom Ansatz her unterläuft. Der Grundlagenforschung verpflichtet, möchte das Projekt prozessuale Abläufe erfassen, um Strukturanalogien aufzuzeigen, die in kulturell unterschiedlichen Regionen in spezifischer Weise Veränderungen bewirkten. Dabei ermöglicht es der theoretische Zugriff, vormoderne Veränderungsdynamiken zu verstehen, die von vielen unterschiedlichen Kulturen geteilt werden, zugleich aber die Ausprägungen dieser Veränderungen, die je unterschiedlich sind, mit berücksichtigen zu können.
    Das Herausarbeiten solcher der historischen Grundlagenforschung verpflichteten abstrakten Beschreibungen für Veränderungsprozesse hat zugleich bedeutende politische Implikationen. Denn wenn die Bedeutung von Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Antriebe für Veränderungen festgestellt werden kann, lassen sich essentialistische sino-, euro- oder japanozentristische Narrative kaum noch halten.

    Die Ausarbeitung der Kollektivmonographie gemeinsam mit weiteren Kolleg:innen aus Europa, den USA, China, Japan und Korea erfolgte im Sommersemester 2025 im Rahmen einer Residence Group, die am Zentrum für interdisziplinäre Forschungen in Bielefeld angesiedelt war.

    Publikationen

    • Franz Arlinghaus, Kai Bremer, Marion Eggert, Ulla Kypta, Achim Mittag, Jörg Quenzer, Andreas Rüther, Masaki Taguchi, Momentum of its own. Inherent dynamism in pre-modern societies (unter Vertrag bei De Gruyter).
    • Eigendynamische Institutionalisierungsprozesse. Überlegungen zur Entstehung von Organisationen und Normen, in: Franz Arlinghaus, Andreas Rüther: Eigendynamik (unter Vertrag beim Böhlau Verlag).

     

    Kaufleute und Kooperation in der Vormoderne: Ein neues Erklärungsmodell
    Gefördert von der Initiative „Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ der VolkswagenStiftung

    Mit dem Projekt schlagen Esther Sahle und ich eine neue Erklärung dafür vor, warum Kaufleute zusammenarbeiteten, ohne Angst vor Betrug zu haben. Diese Frage besitzt eine besondere Relevanz in Zeiten, in denen staatliche Instanzen zur Regulierung nicht zur Verfügung stehen. Sie wurde besonders für vormoderne Kaufleute diskutiert, da ihre Kooperation den Austausch von Waren, Geld und Ideen ermöglichte und so die Grundlage für wirtschaftliche Prosperität legte. Bisher wurde im Anschluss an die einflussreiche Studie von Avner Greif meistens darauf verwiesen, dass ein multilateraler Reputationsmechanismus den Handel regulierte: Kaufleute handelten anständig, weil sie Angst hatten, andernfalls schlecht beleumundet und von ihren Kollegen aus ihrem Handelsnetzwerk ausgeschlossen zu werden.
    Diese These lässt sich allerdings empirisch nicht belegen. Kaufleute wurden fast nie aus ihrem Netzwerk ausgeschlossen. Wir legen eine neue These vor, die wir aus den Briefen erarbeitet haben, die die Mitarbeiter der Nürnberger Kaufleutefamilie Tucher im 15. und 16. Jahrhundert aus verschiedenen Orten Europas schrieben, in denen sie über ihre Beziehungen zu ihren jeweiligen Geschäftspartnern berichteten: Kaufleute wurden schon in ihrer Lehrzeit geprüft und gegebenenfalls ausgeschlossen, wenn sie sich trotz vielfältiger Bemühungen als unfähig oder unzuverlässig erwiesen. In den verschiedenen Stationen ihrer Lehrzeit bauten sie sich bereits ein erstes Netzwerk an Kontakten auf. Wer die Testzeit erfolgreich absolvierte, war danach so gut wie sicher vor Exklusion. Unsere These hat Esther Sahle in einem Aufsatz in der Economic History Review 2026 publiziert.

    Publikation

    • Esther Sahle, Training as a club good: Merchant apprenticeship in sixteenth-century Europe, in: The Economic History Review, on preview 2026 (S. 1-26)
  • Publikationen

    Vollständige Publikationsliste (Download/PDF)

  • Guter Stoff im Spiel - ein Seminar zu Twine als Tools in der Geschichtsvermittlung

    Wollten Sie schon immer mal in einem höfischen Roman mitspielen und in einem Sagenland mit Kleidung handeln? Möchten Sie erfahren, vor welchem Dilemma eine junge Frau stand, die sich an einem Ostersonntag im späten Mittelalter für den Kirchgang anziehen wollte? Möchten Sie sich auf die Suche nach den verlorenen Handschuhen aus dem 17. Jahrhundert machen und dabei näher erfahren, wie ein Museum funktioniert? Möchten Sie in die Rolle eines Kaufmannsjungen schlüpfen, der erstmals allein von Hamburg nach St. Omer aufbricht, um Tuche zu kaufen?

    Einen kleinen Einblick geben Ihnen die einfachen Spiele, die wir an der Universität Hamburg im Rahmen eines Hauptseminars von Ulla Kypta programmiert haben. Ein Besuch in der Sonderausstellung „Guter Stoff“ im Europäischen Hansemuseum wirkte als große Inspirationsquelle und half den Studierenden, einen eigenen Zugang zum Thema „Kleidung im Mittelalter“ zu entwickeln. Die Spiele wurden mit dem Open-Source-Tool Twine programmiert. Henriette Mühlmann (Lübeck) begleitete das ganze Seminar und half den Studierenden, den Umgang mit Twine zu lernen und ihre Ideen umzusetzen. Die Spiele sind im Verlauf des Seminars entstanden und deshalb keine perfekten Produkte, aber sie laden ein, ins Thema „Guter Stoff“ einmal auf andere Weise und aus verschiedenen Perspektiven einzutauchen. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei Ihren Reisen ins Mittelalter!

    • Abenteuer eines Kaufmanns in einem höfischen Roman
      (Elisabeth Bäker)
      Link: https://bwv8cx5q.play.borogove.io/

      An fürstlichen und königlichen Höfen spielte Kleidung natürlich eine sehr wichtige Rolle. Man musste und wollte elegant und angemessen gekleidet sein, um einen guten Eindruck zu machen. Diese Herausforderung wurde auch in höfischen Romanen behandelt, die von edlen Rittern und sagenumwobenen Gestalten berichteten. Das Twine-Format von Elisabeth Bäker eröffnet Ihnen ein Tor in diese mysteriöse Welt, wenn Sie als Kaufmann in der Welt des Iwein-Romans ihr Glück versuchen müssen.
    • Wie kleidet man sich richtig in Italien und England?
      (Lotte Schepers)
      Link: https://46bdtdzc.play.borogove.io/

      Auch in der Vormoderne waren die Menschen mobil und bereisten andere Länder – als Pilger, Händler, Studierende oder auch schon als Touristen. Je nach Land unterschied sich auch die Kleidung der Menschen, und in jedem Land galten etwas andere Regeln, wer warum was tragen durfte oder nicht. Um diese Vielfalt zu erfassen, wurden Kostümbücher erstellt, die zeigten, wie sich Menschen in unterschiedlichen Regionen kleideten. Im Twine-Format von Lotte Schepers können Sie testen, wie gut ein solches Kostümbuch half, sich in England und Italien zurechtzufinden und nicht unangenehm aufzufallen.
    • Kleiderwahl vor dem Kirchgang
      (Tomke Schöningh)
      Link: https://6dh47gk6.play.borogove.io/

      Wie soll eine anständige Frau sich verhalten? Die Ansprüche an Frauen waren im späten Mittelalter nicht viel weniger komplex als heute. Weibliche Mode war ein wichtiger Markt für Tuchproduzenten und Schneider. Zugleich spielte aber auch das Ideal von Demut und Zurückhaltung im christlichen Europa eine wichtige Rolle. Das Spiel von Tomke Schöningh gibt Ihnen die Möglichkeit, die schwierigen Abwägungen, vor denen eine Frau des späten Mittelalters stehen konnte, in einer bestimmten Situation zu erleben: Welches Kleid sucht sie aus, um im Ostergottesdienst eine gute Figur zu machen?
    • Quiz zu Tuchplomben aus Göttingen
      (Daniel Otto)
      Link: https://rtqvpk5b.play.borogove.io/

      Tuche wurden schon im Mittelalter über weite Strecken gehandelt. Um zu markieren, woher bestimmte Stoffe stammten, wurden sie mit Marken versehen. In den unterschiedlichen Produktionsregionen Europas wurden nämlich Tuche verschiedener Qualität hergestellt. Die Marke sagte einem potenziellen Käufer, dass es sich hier um Tuch Leidener oder Augsburger oder Göttinger Qualität handelte. Solche Tuchplomben werden heute häufig bei archäologischen Ausgrabungen gefunden und zeigen uns, wie weit manche Produkte gehandelt wurden. Im Twine-Format von Daniel Otto können Sie mehr über Tuchplomben aus Göttingen erfahren und Ihr neuerworbenes Wissen in einem Quiz testen.
    • Kleiderwahl je nach Stand
      (Evelyne Scheck)
      Link: https://2dvwpscd.play.borogove.io/

      Im Mittelalter war die Gesellschaft in Stände eingeteilt, grob gesagt in Adlige, Kleriker und den dritten Stand aus Bauern und Bürgern. Die Kleidung, die man trug, musste dem eigenen Stand entsprechen – und natürlich musste man sie sich auch leisten können. Das Spiel von Evelyne Scheck gibt die Möglichkeit, diese Erfahrung einmal auszuprobieren und sich für ein festes Budget aus einer Auswahl an mittelalterlicher Kleidung ein Outfit zusammenzustellen.
    • Detektivgeschichte über einen verschwundenen Handschuh
      (Aline Castan)
      Link: https://pwbfk2rd.play.borogove.io/

      Kleidung aus vergangenen Jahrhunderten blieb sehr selten bis heute erhalten. Stoffe wurden immer weiter verwendet, Kleidung umgenäht und schließlich noch als Lappen verwendet. Kommt bei einer archäologischen Ausgrabung ein ganzes Kleidungsstück zutage, ist das deshalb einigermaßen spektakulär. In Aline Castans Spiel erfährt man eine Menge über ein Paar Handschuhe aus dem 17. Jahrhundert, das 1998 in Lüneburg gefunden wurde. Im Spiel wurden die Handschuhe aus dem Museum geklaut – und während man als Detektiv/in versucht, die verschollenen Handschuhe wiederzufinden, erfährt man auch einiges über die Arbeit an einem Museum.
    • Ein hansischer Kaufmannsjunge lernt den Tuchhandel kennen
      (Caroline Schmuck)
      Link: https://wcph5f3k.play.borogove.io/

      Tuche spielten im mittelalterlichen Handel eine sehr wichtige Rolle, sie wurden quer über den Kontinent gehandelt. Wer Kaufmann werden wollte, sollte sich deshalb mit Tuchen auskennen. Den Großteil ihres Wissens und Könnens lernten angehende Kaufleute in der Praxis: Für ein paar Jahre erwarben sie die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens an einer Schule, aber dann zogen sie in die Welt, um zu lernen, welche verschiedenen Produkte es gab, wem man vertrauen konnte und wem nicht, wie man einen Kauf abschloss und wie man sich auf See zurechtfand. Im Spiel von Caroline Schmuck schlüpfen Sie in die Rolle eines hansischen Kaufmannsjungen aus Hamburg, der in die Fußstapfen seines Vaters treten möchte und zu einer ersten Reise von Hamburg nach Saint Omer aufbricht.
    • Händler auf der Frankfurter Messe
      (Carlos Masou)
      Link: https://rnd2q9gc.play.borogove.io/

      Zweimal im Jahr fanden seit dem späten Mittelalter in Frankfurt am Main internationale Messen statt. Zu Messezeiten besaßen Kaufleute besondere Rechte, zum Beispiel wurden ihre Streitigkeiten von den städtischen Gerichten mit Vorrang behandelt. In Frankfurt kamen zur Frühjahrs- und zur Herbstmesse Kaufleute aus verschiedenen Teilen Europas zusammen und handelten mit einer großen Vielfalt von Waren. Auch Tuche spielten dabei eine wichtige Rolle. Im Twine-Format von Carlos Masou können Sie in die Rolle eines Tuchhändlers schlüpfen und so die Vielfalt der Tuchsorten kennenlernen, die auf einer großen Messe gehandelt wurden.
    • Infos, Quiz und Spiel zu Kopfbedeckungen im späten Mittelalter
      (Celine Müller)
      Link: https://kmmz8nxv.play.borogove.io/

      Ein wichtiger Teil der Frauenkleidung bestand im späten Mittelalter aus der Kopfbedeckung. Sie zeigte an, welchem Stand eine Frau angehörte, ob sie verheiratet waren oder in welchem Orden sie lebte. Die Art, wie Frauen ihren Kopf bedeckten, veränderte sich aber auch über die Jahrhunderte. Im Twine-Format von Celine Müller können Sie entweder mehr zu Kopfbedeckungen lesen, ein Quiz dazu spielen oder selbst eine passende Kopfbedeckung erwerben.
    • Vergleich zwischen Kleiderordnungen in Japan und in Europa
      (Gwendolin Siepmann)
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      Prachtvolle Kleidung, edle Stoffe, die von weit her gehandelt wurden – in solche Gewänder hüllte sich im Mittelalter vor allem der Adel. Das war nicht nur in Europa der Fall, sondern auch in Japan. Die japanische Gesellschaft des Mittelalters war nach einem feudalen System gegliedert, das der europäischen Gesellschaft erstaunlich ähnlich sah. Der Adel stand an der Spitze und zeigte das in seiner Kleidung. Aber auch Adlige durften nicht einfach tragen, was sie wollten. Auch der Adel musste sich an bestimmte Kleiderordnungen halten. Das Twine-Projekt von Gwendoline Siepmann zeigt Ihnen, wie solche Kleiderordnungen für den Adel in Japan wie in Westeuropa aussahen.