Austausch Xi'an-Münster

Februar 2017, GIP-Leiter: Ass. Prof. Dr. Qiang Zhu

  • Planung und Organisation der GIP, Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags

April - Juli 2017, StipendiatInnen: Huale Song, Shaofei Wang

  • Abschlussarbeit Huale Song: "E-Mail oder WeChat bzw. QQ? - Ein Kulturvergleich in der deutsch-chinesischen Hochschulkommunikation zur Terminvereinbarung zwischen Studierenden und Lehrenden"

  • Abschlussarbeit Shaofei Wang: "Bitten in chinesischen und deutschen WeChat- und WhatsApp-Dialogen: Eine kontrastive Studie"

September 2017 - September 2018, StipendiatInnen: Mingyue Shi und Lijun Wang

  • Abschlussarbeit Mingyue Shi: "Die kommunikativen Funktionen von Emojis in der WeChat-Kommunikation"
  • Abschlussarbeit Lijun Wang: "Die problematische Darstellung in Heinrich von Kleists Novellen"

November 2017, GIP-Leiter: Ass. Prof. Dr. Qiang Zhu

  • Erstellung einer Datenbank (WeChat- und QQ-Daten), Organisation und Planung der GIP für 2018

Mai 2018, Rektoratsdelegation der XISU: Zhihui Deng (Parteisekretärs der KP Chinas der XISU), Yaowu Wu(Leiter des International Office der XISU), Ruihua Zheng (Leiter für Studentische Angelegenheiten), Hongjie Zhang (Pro-Dekanin der Fakultät für westeuropäische Sprachen) und Qiang Zhu (Pro-Dekan der Fakultät für Deutsch)

  • Vereinbarung der erweiterten Zusammenarbeit im Bereich der germanistischen Forschungsaktivitäten und im Bereich der Deutschlehrerausbildung
  • Planung von kurzzeitigen Unterrichtspraktika für Germanistik-Studierende der WWU an der der XISU zugeordneten Fremdsprachenschule
  •  Planung verschiedener Austauschprogramme (u.a. Sommerschool) für Studierende der WWU
  • Intensivierung der Mitwirkung des Germanistischen Instituts an der Doktorandenausbildung der XISU

Juni 2018, GastwissenschaftlerInnen: Prof. Dr. Shisheng Zhang (Dekan der Fakultät für Deutsch) und Prof. Dr. Lijie Duan

  • Teilnahme an der internationalen Tagung „Gesprochene Sprache in der kommunikativen Praxis – Analysen authentischer Alltagssprache und ihr Einsatz im DaF-Unterricht“
  • Datensitzung zum gemeinsamen Forschungsprojekt, Präsentation eigener Untersuchungen, Planung gemeinsamer Publikationen
  • Partizipation an Kursen und Workshops am Centrum für Rhetorik und gemeinsame Arbeit zur Optimierung der LehrerInnen- und Studierendenausbildung im Bereich DaF


September 2018 - September 2019, StipendiatInnen: Ying Li und Jie Zhao

  • Abschlussarbeit Ying Li: "Wozu sind Kriege da? – Analyse zu Antikriegsmotiven im Gedicht zur Jagd"
  • Abschlussarbeit Jie Zhao: "Selbstdarstellung deutscher und chinesischer Universitäten in HochschulImagefilmen – eine exemplarische Untersuchung von Bewertungssequenzen"

Oktober/ Dezember 2018, Doktorandin: Xin Wang

  • Co-Teaching mit Prof. Dr. Susanne Günthner „Empirische Methoden der Sprachwissenschaft“
  • Gemeinsame Datensitzung im Bereich des Forschungsprojekts zur Hochschulkommunikation
  • Besprechung einer gemeinsamen Publikation im Bereich „Hochschulkommunikation“
  • Hospitationen im Centrum für Rhetorik und Arbeit an einem Konzept von Angeboten zur weiteren Optimierung der DaF-Ausbildung in Xi‘an

Juni 2019, Forschungsaufenthalt: Prof. Chen Wu

  • Hospitation in den Seminaren zur DaFZ-Didaktik am GI
  • Bericht über den Einsatz der Datenbak im DaF-Unterricht an der XISU im Rahmen des Forschungskolloquiums am GI
  • Datensitzungen zur Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien
  • Hospitation im Schulpraktikums-Projekt am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster

Juni 2019, GIP-Projektleiter: Prof. Dr. Renbai Wen

  • Planung der GIP-Hauptphase

    Sitzungen zur Erstellung und Erweiterung der Datenbank

    Einblick in das Schulpraktikums-Projekt am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster

September 2019 - September 2020, StipendiatInnen: Yunyuyan Cao,  Wen Ding und Muhan Li

Oktober 2019, Gastwissenschaftlerin: Dr. Jie You

  • Planung und Vorbereitung der Heinrich-Heine-Tagung mit Herrn Dr. Ortwin Lämke
  • Fortbildung im Bereich der deutschen Gegenwartsliteratur
  • Planung der Lehre deutscher GastdozentInnen im Bereich deutscher Gegenwartsliteratur

Oktober/ Dezember 2019, Studierender:  Xu Liu

  • Hospitation in Veranstaltungen zur Sprach- und Sequenzanalyse
  • Mitarbeit am chinesischen Datenkorpus
  • Fortbildung im Bereich Transkription

September 2020 - Januar 2021, StipendiatInnen: Yinglei Zang, Tianjin Wang, Yu Yang, Qian Yang

  • Mitwirkung bei der Datensammlung und -analyse
  • Projektmitarbeit "Hochschulkultur kontrastiv Deutsch - Chinesisch"

April - Juli 2021, StipendiatInnen: Yinglei Zang und Tianjin Wang

  • Abschlussarbeit Yinglei  Zang: „Lachpartikel in WhatsApp und WeChat“
  • Abschlussarbeit Tianjin Wang: „Heinrich Heines Gedichtzyklus „Lazarus“ und das politische Denken im Spiegel seiner Gedichte. Eine Untersuchung mit Hilfe der Parallelstellen- und Lesartenmethode“

Oktober 2021 - Juli 2022, Stipendiantinnen: Xiaoxue Tian, Xuejing Zhao

 

 

 

  • Einblicke in den Chinesischunterricht im Rahmen des Schulpraktikums

    von Yunyuyan Cao, Muhan Li und Wen Ding (XISU, Studierende)

    Als Austauschstudierende macht unser Leben neben Studium an der Universität noch ein Praktikum als AssistentInnen für die Chinesischkurse am Annette-vonDroste-Hülshoff-Gymnasium aus, das auf eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Annette-Gymnasium und dem Germanistischen Institut zurückgeht. Im Hinblick auf das Bildungsangebot werden fünf Fremdsprachen inklusive Chinesisch am Gymnasium als planmäßige Unterrichtsfächer angeboten. In der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe werden jedes Jahr Kurse mit Chinesisch als neu einsetzende Fremdsprache eingerichtet. Das Annette-Gymnasium ist auch das erste Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, das Chinesisch als allgemeine Unterrichtsfach einbezieht. Der Kurs wird in drei Klassen eingeteilt, Einführungsphase (EF), Qualifikationsphase 1 (Q1) sowie Qualifikationsphase 2 (Q2). Der Dozent, Dr. Martin Kittlaus, ist
    Sachverständiger der Didaktik des Chinesischen als Fremdsprache. Jede/r von uns ist zuständig für einen zweistündigen Kurs wöchentlich. Für deutsche SchülerInnen sind chinesische Schriftzeichen schwierig zu beherrschen, deshalb liegt der Schwerpunkt auf der Pinyin-Umschrift. Hierbei handelt es sich um die lateinische Umschrift von chinesischen Schriftzeichen.Im Unterricht helfen wir hauptsächlich Herrn Kittlaus beim Vorlesen, beim Beantworten von Fragen sowie beim Korrigieren. Herr Kittlaus legt Wert auf die Interaktion mit den SchülerInnen, was vom chinesischen Unterricht zu unterscheiden ist. Diktieren ist ein anderer Hauptinhalt der Vermittlung. Die SchülerInnen markieren verschieden Töne in der PinyinUmschrift. Wir erlebten nicht nur den Deutscherwerb in China, sondern erhalten nun auch als Praktikantinnen und Praktikant die Chance, den Chinesischerwerb in Deutschland zu beobachten. Diese besondere Position führt zur intensiven Reflexion von unterrichtsgestaltungsbezogenen Unterschieden sowie Ähnlichkeiten beim Fremdsprachenunterricht und die Wahrnehmung als MuttersprachlerIn, wenn Chinesisch als Unterrichtsfach behandelt wird. Durch das Praktikum wird uns zugleich ein Einblick in die deutschen Unterrichtsabläufe und den vielfältigen Schulalltag in Deutschland geboten. Außerdem ermöglicht das Praktikum den Erwerb didaktischer Kompetenzen in der Fremdsprachenvermittlung. Zunächst freut es uns sehr, dass Chinesisch als reguläres Unterrichtsfach in der Schule in Deutschland angeboten wird. Solches Interesse beruht aber auch auf Gegenseitigkeit: In China ist das Interesse an der deutschen Sprache ebenfalls groß. Das Germanistikstudium dauert in China vier Jahren bis zum Bachelorabschluss. In den ersten zwei Jahren liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Vermittlung sprachpraktischen Wissens wie z.B. Aussprache, Grammatikregeln sowie Landeskunde. Bei den SchülerInnen des Annette-Gymnasiums ist das fast der gleiche Fall: Sie lernen am Anfang die Aussprache der chinesischen Pinyin-Umschrift. Es fällt den SchülerInnen schwer, die ungewohnten Laute zu hören oder vorzulesen. Außerdem steht vor ihnen das größte Problem beim Chinesischlernen: die Schrift. Mit der Kenntnis von ungefähr 2000 Schriftzeichen kann man erst ein Zeitungsartikel verstehend lesen. Im Unterricht legt der Lehrer deshalb eher großen Wert die mündliche Kommunikationskompetenz. Die SchülerInnen haben Chinesisch als Abiturfach ausgewählt, weil ihnen die Sprache, besonders diese außergewöhnliche Sprache, Spaß macht. Neben dem Interesse an der fremden Kultur steht bei uns chinesischen DeutschlernerInnen der Aspekt des Nutzens eher im Vordergrund. Man denkt daran, dass die Deutschkenntnisse besonders im Bereich des Maschinenbaus, der Rechts- und Wirtschaftswissenschaft von Bedeutung sind.
    Im Unterricht haben wir auch gemerkt, dass ein lockerer Umgangston im deutschen schulischen Fremdsprachenunterricht herrscht. Die SchülerInnen sind sehr aktiv und beteiligen sich immer gerne daran, Aufgaben gemeinsam zu lösen. Wir chinesischen DeutschlernerInnen sind relativ passiv im Unterricht und es braucht eine gewisse Zeit, um uns zum freien Sprechen zu bewegen. Die SchülerInnen trauen sich aber, sich sogar immer freiwillig zu melden, eine Frage zu beantworten oder zu stellen. Aber trotzdem sind die Studierenden in China durchschnittlich konzentrierter und ernsthafter im Unterricht.

    Gruppenfoto beim Chinesischunterricht im Rahmen des Schulpraktikums
    © Muhan Li XISU

    Deutsch unterscheidet drei grammatische Geschlechter bei Substantiven, mit denen die Formen der begleitenden Artikel und Adjektive übereinstimmen müssen, sowie vier Kasus und zwei Numeri. Außerdem markiert Deutsch Formen für Tempus, Genus und Modus. Diese grammatischen Kategorien und Regeln spielen selbstverständlich die wichtigste Rolle und bringen uns Lernenden viele Schwierigkeiten beim Deutscherwerb. Im Vergleich dazu existieren im Chinesischen keine grammatikalischen Tempusformen oder Flexionen. Das Tempus wird hauptsächlich durch Adverbien angedeutet. Dabei müssen die SchülerInnen ihr Denken komplett umstellen, weil Chinesisch sehr anders als Deutsch oder andere europäische Sprachen ist. Im Chinesischunterricht wird deswegen angestrebt, das Leseverständnis und die Ausdrucksfähigkeit der SchülerInnen zu verbessern. Der Deutschunterricht und unser Deutscherwerb basieren weitgehend auf einer Reihe von Lehrbüchern, meistens ein Buch für ein Semester. Im Gegensatz dazu scheint das chinesische Lehrbuch für die HSK-Prüfung (zentraler, standardisierter Test für Chinesisch als Fremdsprache), das am Annette-von-DrosteHülshoff-Gymnasium von den SchülerInnen benutzt wird, nicht so wichtig zu sein. Die SchülerInnen lernen vor allem mit den von Herrn Kittlaus in jeder Stunde ausgeteilten Arbeitsblättern, auf denen Textbeispiele aus verschiedenen Ressourcen wie E-Mails oder Stundenpläne in Chinesisch zur Verfügung stehen. Aufgrund des aktiven und interaktiven Lernprozesses haben die SchülerInnen beträchtlichen Erfolg errungen. Manche von ihnen haben an der Prüfung von HSK teilgenommen und haben hervorragend abgeschnitten. Während des bereits dreimonatigen Praktikums am Annette-von-DrosteHülshoff-Gymnasium ist uns als chinesischen MuttersprachlerInnen eine neue Perspektive eröffnet worden, wie sich der Chinesischerwerb in Deutschland
    gestaltet. Dabei fühlen wir uns sowohl interessant, als auch stolz, dass die SchülerInnen Chinesisch bevorzugen und beim Lernen Interesse finden. Hiermit bedanken wir uns auch bei der GIP, die uns die Chance gegeben hat, unser Studium in Deutschland fortzusetzen. Wir sind auch bereit, die Zusammenarbeit im Rahmen der GIP zu unterstützen und einen Beitrag für deren zukünftige Entwicklung zu leisten.

  • Bericht über Studien- und Fortbildungsaufenthalt am Germanistischen Institut der WWU Münster vom 15. Oktober bis zum 25. November 2019

    von Xu Liu (XISU, Studierender)

    Im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft Münster-Xi’an habe ich an der WWU Münster Seminare und Vorlesungen mit dem Schwerpunkt der sprachlichen Interaktion besucht und an dem vom DAAD geförderten Projekt „Gesprochenes Deutsch für die Auslandsgermanistik – Bereitstellung und Beitrag zur Didaktisierung von Materialien gesprochener Sprache in authentischen Kommunikationssituationen“ mitgewirkt. Während des Aufenthalts habe ich an der Vorlesung „Sprachliche Interaktion“ und dem Seminar „Sprachliche Interaktion: Grundlagen der Sequenzanalyse“ teilgenommen. In der Vorlesung „Sprachliche Interaktion“ wurden theoretische und methodische Grundlagen der linguistischen Interaktionsanalyse vermittelt. Anhand von zentralen Konzepten und Grundbegriffen wie sprachliches Handeln, Sprechhandlung, Intertextualität, kommunikative Gattung etc. wurden Aspekte des Zusammenhangs von Sprache als grammatisches System und Sprache als Ressource der Kommunikation diskutiert. Überwiegend wurde die Frage erörtert, wie Sprache als kommunikative Ressource zur Durchführung sprachlicher Handlungen eingesetzt wird und wie Sprache sich im interaktionalen Gebrauch konstituiert. In dem Seminar „Sprachliche Interaktion: Grundlagen der Sequenzanalyse“ wurden grundlegende
    Konzepte und Methoden der Analyse sprachlicher Interaktion und Erhebung authentischer Interaktionsdaten thematisiert. Daneben wurden Grundlagen des empirischen Arbeitens angeleitet. Mithilfe der Organisation des Lehrenden habe ich gemeinsam mit anderen deutschen Studierenden in einer Gruppenarbeit einige Gesprächssequenzen als Übungen analysiert. Neben der Vorlesung und dem Seminar habe ich in dem Seminar „Wissenschaftliches Arbeiten in der Fremdsprache Deutsch“ mehrere akademische Nebenkompetenzen erworben, die sich hauptsächlich auf wissenschaftliche Literaturrecherche, korrektes Zitieren, Vorbereitung, Aufbau und rhetorische Fertigkeiten eines Referats beziehen. Alle oben erwähnten Lehrveranstaltungen sind nützlich für die effizientere Mitarbeit an dem Projekt und schaffen für mich auch eine theoretische und methodische Grundlage für die Vorbereitung auf die Masterarbeit. 

    Was die Fortbildung angeht, habe ich an einem Transkriptionskurs am CESI (Centrum für Sprache und Interaktion) teilgenommen. In diesem Kurs habe ich gelernt, wie man mithilfe des Programms EXMARaLDA GAT 2-Transkripte anfertigt. Als Übung habe ich mit einem anderen Kursteilnehmer gemeinsam Gesprächsabschnitte den Regeln von GAT 2 gemäß transkribiert. Die in diesem Kurs erlernte Fertigkeit stellt in Bezug auf meine Mitwirkung am Projekt und auch meine Abschlussarbeit eine bedeutende Nebenkompetenz dar. In Hinsicht auf die Mitarbeit an dem Projekt habe ich unter der Leitung von Herrn Marcel Fladrich für die Wechat-Datenbank der Xi’an International Studies University Folgendes mitgemacht, das sich insgesamt aus vier Schritten zusammensetzt. Für jeden Schritt hat sich Herr Fladrich mit mir regelmäßig getroffen, um mich auf entscheidende Punkte im nächsten Schritt hinzuweisen und mir angemessene Vorschläge zu machen. Im ersten Schritt wurden mehrere problematische chinesische Übersetzungen in der Datenbank korrigiert und auch neue chinesische Übersetzungen an bestimmten Stellen hinzugefügt. Im nächsten Schritt wurde das Video zur Erklärung der Auswahl von Daten und des Versands an die Datenbank erstellt. Im dritten Schritt hat es sich um das Video gehandelt, in dem erläutert wird, wie man die Daten in der Datenbank um Metadaten und Pseudonymisierung des Chats anreichert. Im letzten Schritt wurde das Video rund um die Übersetzung der Nachrichten und die Recherche auf der Datenbank angefertigt. Für alle der drei Videos habe ich jeweils ein Video, einen zweisprachigen (Deutsch und Chinesisch) schriftlichen Erklärungstext und eine Audiodatei mit dem gesprochenen Text erstellt. Dazwischen hat Herr Fladrich mit meiner Hilfe einige technische Probleme auf der Datenbank herausgefunden und behoben.

    Am Ende meines Aufenthalts in Münster hatte ich mit Herrn Fladrich die letzte Sitzung, in der er mich in meine nächsten Aufgaben nach der Rückkehr nach China unterwiesen hat. In China werde ich als freiwillige Hilfskraft meine Mitwirkung an der Datenbank weiterführen. Vor allem soll ich planmäßig den Inhalt der angefertigten Videos nochmal überprüfen. Anschließend wird die Datenbank durch Smartphones von ausgewählten unterschiedlichen Marken einem technischen Test unterzogen.
    Zusammenfassend habe ich während des sechswöchigen Aufenthalts an WWU viel Aufschlussreiches und Nützliches erworben und auch die wunderschöne Landschaft in Münster und Deutschland erlebt. Ich würde mich gern bei DAAD und allen Lehrenden und Studierenden am Germanistischen Institut von WWU Münster für die allseitige Unterstützung und Hilfe während meines Aufenthalts herzlich bedanken.

  • Bericht über den Forschungs- und Fortbildungsaufenthalt von Frau Dr. Jie You im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) Münster-Xi´an vom 16. bis zum 30. Oktober 2019 in Münster

    von Jie You (XISU, Deutsche Fakultät)

    Ich habe auf Einladung von Frau Prof. Dr. Susanne Günthner vom 16. bis zum 30. Oktober 2019 die Universität Münster besucht und an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen. Außerdem habe ich mich wegen der Besprechung meines Postdoktor-Projekts mit meiner Doktormutter Frau Prof. Dr. Martina WagnerEgelhaaf und wegen der akademischen Veranstaltungen an der Fremdsprachen Universität Xi´an mit Herrn Dr. Ortwin Lämke und Herrn Prof. Dr. Moritz Baßler getroffen. Die von mir besuchten Seminare und Vorlesungen waren „Deutschsprachige Romane der Gegenwart“ von Frau Dr. Miriam Springer, „Heinrich von Kleist: Erzählungen“ von Herrn Lämke sowie sein Seminar „Rezitation als Kunstform“, außerdem noch „Liebe erzählen: Liebes- und Abenteuerromane“ von Frau Prof. Dr. Silvia Reuvekamp und „Texte: Analyse, Methoden, Beispiele“ von Frau Springer. Bei den Veranstaltungen habe ich mich über die modernen literaturwissenschaftlichen Methoden und Texte weiter informiert. Besonders beeindruckend waren die Seminare von Frau Springer und von Herrn Lämke, weil es bei Frau Springer eine lebendige sowie kommunikative Atmosphäre und bei Herrn Lämke eine spezielle Form im Unterricht gibt. Ich glaube, dass die
    kommunikative Unterrichtsatmosphäre besonders für die FremdsprachenlernerInnen sehr wichtig ist. Die Lehrenden können und sollen dabei eine wichtige Rolle spielen und verschiedene Funktionen übernehmen. Dabei habe ich auch reflektiert, dass die Kurse über die deutschsprachige Literatur an der XISU wahrscheinlich aktueller sein sollten. Es kommt nicht selten vor, dass die Anfängerinnen und die Anfänger unter den Germanistikstudierenden die großen Werke wie die Texte von Goethe, Schiller oder Thomas Mann kennen, ohne dabei die Originale lesen zu wollen, weil sie glauben, dass sie die Geschichte bereits kennen. In der Tat ist das aber nicht der Fall. Von daher könnten die Lehrenden vielleicht den Studierenden moderne aber zugleich repräsentative Romane als Lektüre anbieten, damit sie die Lust zu den originalen Texten wecken. Natürlich sollten dabei die Methoden der Textanalyse eingeführt werden. Zudem sollten die Studierenden lernen, literarische Texte richtig vorzulesen. Deswegen finde ich, dass die Rezitation eine wichtige und passende Form sowohl für die AnfängerInnen als auch für die Fortgeschrittenen unter den Germanistikstudierenden ist. Auch das Sprachenlernen kann die Rezitation unterstützen.

    Aus obigen Beobachtungen und Erfahrungen abgeleitet, sind literarische Wochen bzw. Blockseminare an der XISU sehr sinnvoll und auch von großer Bedeutung. Ich habe mit Herrn Lämke gemeinsam überlegt, wie wir eine kleine Heine-Tagung an der XISU durchführen könnten. Er könnte zum Beispiel einen Masterkurs über Heine im Mai 2020 geben und dann sollte eine Heine-Tagung 2021 an der XISU stattfinden. Die Tagung könnte auch in Kooperation mit dem Heine-Institut Düsseldorf organisiert werden. Die Studierenden sollten zum Schluss Poster-Präsentationen halten, die von Herrn Lämke online betreut werden könnten. Sicher haben wir auf beiden Seiten großes Interesse an einer intensiven Zusammenarbeit und wollen gerne noch enger kooperieren.

  • Erfahrungsbericht über den Forschungsaufenthalt an der Westfälischen Wilhelms-Universität

    von Chen Wu (XISU, Deutsche Fakultät)

    Im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft der WWU Münster und der Xi’an International Studies University hatte ich im Juni 2019 die Möglichkeit, das Partnerinstitut für zwei Wochen (vom 15. Juni bis zum 29. Juni 2019) zu besuchen.

    Während dieser Zeit konnte ich nicht nur die akademische Atmosphäre der WWU Münster miterleben, sondern auch die Unterrichtspraxis in verschiedenen Kontexten kennenlernen. Der erste Aufenthalt in Münster ermöglichte mir auch, einen Einblick in das Leben in Münster zu bekommen.

    Nach dem komprimierten Aufenthaltsprogramm konnte ich nicht nur an der Datensitzung, die Prof. Dr. Susanne Günthner leitete, teilnehmen und die wissenschaftliche Forschungsatmosphäre erleben, sondern ich konnte am 24. Juni die 7-wöchige Unterrichtsprobe zum Thema „Einsatz von authentischen Gesprächen im DaF-Unterricht in China“ präsentieren, die von der Praktikantin der WWU Münster, Lina Sepidou, der Masterstudentin Sun Ying und mir zusammen an XISU durchgeführt wurde. TeilnehmerInnen an dieser Präsentation waren nicht nur KollegInnen der WWU Münster, darunter Frau Günthner, Dr. Jens Lanwer, Marcel Fladrich,  Juliane Schopf und Albina Haas usw., sondern auch Prof. Dr. Renbai Wen und Austauschstudierende der XISU. Die Bedeutung der Unterrichtsprobe zur Forschung über Einsatz von authentischen Gesprächen im DaF-Unterricht wurde von allen Anwesenden anerkannt. Was ich besonders schätze, sind die kritischen Rückmeldungen und die Verbesserungsvorschläge der Teilnehmenden.

    Während meines Aufenthalts in Münster bin ich zweimal mit Frau Schopf zusammengetroffen. Wir sprachen über die mögliche Themenauswahl für die Abschlussarbeit von den Masterstudierenden der XISU in der Forschungsrichtung DaF. Außerdem tauschten wir auch Meinungen über die weiteren Forschungsbereiche zum Einsatz vom gesprochenen Deutsch in der Unterrichtspraxis aus. Darüber hinaus diskutierten wir auch über Möglichkeiten und Probleme bei der Forschung. Durch die Vorschläge von Frau Schopf konnte mein Forschungsplan für die Zukunft konkretisiert werden.

    Im Seminar „Sprachdiagnostik und Sprachförderung“ von Frau Handan Budumlu, ein Seminar für Studenten im Lehramt, lernte ich kennen, wie Kinder in der Grundschule sprachlich gefördert werden und welche Modellierungstechniken eingesetzt werden können. Was mich besonders interessierte, war die praxisorientierte Unterrichtsgestaltung. Die Studierenden gingen von Theorien aus, sie beobachteten die Unterrichtspraxis im Video und besprachen den Unterrichtsablauf und analysierten die Handlungen von Lehrenden und Lernenden. Erst zum Schluss wurden die Modellierungstechniken dargestellt. Die tolle Erfahrung bei Frau Budumlu führte dazu, dass sie im November 2019 als Gastdozentin bei uns unterrichten kann.

    Am 19. Juni hatte ich die Chance, bei Herrn Dr. Lothar Bunn im Seminar „Grammatik kommunikativ“ zu hospitieren. Im Gespräch mit Herrn Bunn an den folgenden Tagen habe ich mich viel über den Sommerkurs informiert, den die Bachelorstudierenden der XISU im August 2019 besuchen werden. Da Herr Bunn im Dezember 2019 zu uns nach Xi´an fahren wird, sprachen wir auch über das mögliche Programm während seines Aufenthalts. Außerdem sind wir auch darauf eingegangen, was für Zusammenarbeit zwischen dem Sprachlernzentrum von WWU Münster und dem Germanistischen Institut von XISU im DaF-Unterricht von Bedeutung sein könnte.

    In den laufenden Wochen war ich zweimal bei Frau Günthners Vorlesung „sprachliche Interaktion“, in der über die aktuellen Fragen in der Genderlinguistik diskutiert wurde. Beim Treffen mit Frau Prof. Dr. Christine Dimroth habe ich viele Anregungen zur Forschung in Zukunft bekommen. Außerdem habe ich Maja Schmedding kennengelernt, die im Rahmen der GIP als neue Praktikantin im Wintersemester 2019 bei uns an XISU arbeiten wird. Im Gespräch mit mir und dem Praktikanten des Wintersemesters 2018, Matthias Fechner, hat sie sich nicht nur über die XISU und die Stadt Xi´an informiert, sondern ihr wurde auch viel über die Arbeitsschwerpunkte als PraktikantIn erklärt.

    Der Besuch beim Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium war auch ein tolles Erlebnis für mich. Da hatten wir, Herr Wen und ich, miterlebt, wie begeistert die deutschen SchülerInnen Chinesisch lernten und inwiefern die drei Austauschstudentinnen der XISU im Unterricht mitwirken können. Vor meiner Abreise wurde ich auch freundlich eingeladen, mit allen AustauschstudentInnen und GastdozentInnen des Germanistischen Instituts der WWU eine Exkursion zum Rock- und Popmuseum nach Gronau zu machen.

    Dank der guten Organisation von Frau Haas konnte ich am 28. Juni 2019 mit zahlreichen neuen Ideen und Eindrücken zurück nach China fahren. Obwohl die Zeit in Münster kurz war, halte ich in allen Hinsichten den Aufenthalt für sehr sinnvoll und wichtig, und ich hoffe auf eine bessere Kooperation zwischen den beiden Instituten in der Zukunft.

    Gruppenfoto vom Forschungsaufenthalt an der Westfälischen Wilhelms-Universität
    © XISU
  • Bericht über den Studienaufenthalt im Rahmen der GIP zwischen der XISU und der WWU Münster

    von Jie Zhao (XISU, Studierende)

    Im Rahmen der vom DAAD geförderten Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) zwischen der Xi’an International Studies University (Fakultät für Deutsch) und der WWU Münster (Germanistik) studierte ich vom September 2018 bis zum August 2019 an der WWU Münster als Austauschstudentin.


    Studium

    Während meines Studienaufenthalts wurde ich von Herrn Dr. Jens Philipp Lanwer betreut, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand und mir wissenschaftliche Arbeitsmethoden im Bereich Gesprächsanalyse beibrachte. Außerdem wurde ich in die Lage versetzt, die inhaltliche und formale Gestaltung einer empirisch-linguistischen Arbeit nachvollziehen zu können. All dies schaffte eine gute Grundlage für eine Hausarbeit, die ich bei Herrn Lanwer einreichte. Es ging in meiner Hausarbeit um das Thema „Selbstdarstellung deutscher Universitäten in Hochschul-Imagefilmen – eine exemplarische Untersuchung von Bewertungssequenzen“, in der die deutschen Hochschul-Imagefilme erstmals aus sprachwissenschaftlicher Perspektive analysiert worden sind. Dabei wurde ein Datenkorpus von Bewertungssequenzen in zwei deutschen Hochschul-Imagefilmen aus dem universitären Kontext gesprächsanalytisch untersucht. Die auf Basis der deutschen Daten herausgearbeiteten Beschreibungskategorien sowie der analytische Zugang zu den Materialien werden in meiner Masterarbeit, die im Rahmen des GIP-Forschungsprojekts „Hochschulkommunikation: kontrastive Analysen kommunikativer Praktiken im Hochschulkontext Chinesisch-Deutsch“ entstehen soll, auf die Untersuchung von chinesischen Daten übertragen – mit dem Ziel eines kontrastiven Vergleichs. Zu anderen germanistischen Aktivitäten, an denen ich teilnahm, gehören v.a. das Kompaktseminar „Empirisches Arbeiten in der Interaktionalen Linguistik“ im Schloss Oberwerries in Hamm und die 65. Studentische Tagung der Sprachwissenschaft in Köln.


    Praktikum

    Gemäß der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Germanistischen Institut der WWU Münster und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium im Rahmen der GIP absolvierte ich ein einjähriges Praktikum in der gymnasialen Oberstufe im Fachbereich „Chinesisch als Fremdsprache“. Durch das Praktikum am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium konnte ich einen Einblick in die deutsche Lehrkultur (v.a. Unterrichtsmethoden und -abläufe) und den Schulalltag in Deutschland bekommen, wodurch ich sehr viele wertvolle Erfahrungen auf didaktischer Ebene sammelte. Während des Praktikums nahm ich als Sprachassistentin an Chinesischkursen der Jahrgangsstufe EF und Q2 (2 Stunden pro Unterrichtswoche) teil, die vom Fachlehrer Dr. Martin Kittlaus angeboten wurden. Neben der Förderung der aktiven Sprachfertigkeit der deutschen SchülerInnen versuchte ich, bestimmte landeskundliche Aspekte aus dem Blickwinkel einer Muttersprachlerin in den Unterricht einzubringen. Nach dem Vorschlag von Herrn Kittlaus hielt ich ein Referat über die Stadt Xi’an. Darüber hinaus gestaltete ich am „Tag der offenen Tür“ gemeinsam mit meiner Kommilitonin Ying Li einen Workshop zum traditionellen chinesischen Kunsthandwerk Scherenschnitt. Ebenfalls bot ich in der darauffolgenden Woche einen Scherenschnitt-Bastelkurs für die SchülerInnen der Jahrgangsstufe Q2 an. Nach einem Vortrag über das Thema erklärte ich den SchülerInnen Schritt für Schritt, wie rote Scherenschnitte in Form von „Fensterblumen“ gestaltet werden. Mit den fantastischen, selbst geschnittenen Fensterblumen wurde der Chinesischraum am Gymnasium kurz vor dem chinesischen Frühlingsfest ebenfalls atmosphärisch dekoriert.

    Gruppenfoto beim Scherenschnitt-Bastelkurs
    Scherenschnitt-Bastelkurs
    © Jie Zhao XISU

    Freizeitaktivitäten

    In der Freizeit unternahm ich viel mit deutschen FreundInnen in Münster, die vorher an der XISU als PraktikantInnen gearbeitet hatten, und mit denjenigen, die ich aus meinem Austauschjahr in Vechta im Bachelorstudium kennengelernt hatte. Zum Beispiel ging ich mit einem deutschen Freund zu dem Karnevalsfest in Köln und wurde von einer deutschen Freundin am Heiligabend und zu Pfingsten zu ihr nach Hause eingeladen, damit ich die deutsche Kultur näher kennenlernen konnte. Zugleich baute ich zu ein paar deutschen KommilitonInnen gelegentlich ein freundschaftliches Verhältnis auf, mit denen ich mich manchmal in der Mensa zum Mittagsessen oder im Café traf. Außerdem hatte ich die vom Germanistischen Institut gebotene Gelegenheit, andere internationale Studierende kennenzulernen und mit ihnen Kontakt aufzubauen, wahrgenommen: Zu Beginn des Wintersemesters wurden wir eingeladen, das Theaterstück „Caligula“ anzugucken. Im Sommersemester machten wir gemeinsam eine Exkursion zum Rock- und Popmuseum nach Gronau. Außerdem nahm ich an den Veranstaltungen mit deutschem Kulturbezug (wie z.B. Ausflug zum Gasometer in Oberhausen und Besichtigung der Villa ten Hompel) teil, die vom „Exchange Student Service (ess)“-Team der Universität organisiert wurden.

    Gruppenfoto vom Ausflug ins Ruhrgebiet – Besuch des Gasometers in Oberhausen
    Ausflug ins Ruhrgebiet – Besuch des Gasometers in Oberhausen
    © Jie Zhao XISU

    Fazit

    Ich bin sehr froh, dass ich ein gesamtes Studienjahr in Deutschland verbringen durfte. Dabei habe ich mich nicht nur akademisch und sprachlich weiterentwickelt, sondern auch so zahlreiche unvergessliche Erfahrungen gesammelt, wodurch ich mit einem neuen Blick und vielen neuen Ideen zurück nach Xi’an gehen konnte. Ich möchte mich hiermit herzlich bei allen bedanken, die mir diesen Studienaufenthalt ermöglicht und mir in Münster geholfen haben.

  • Aufenthaltsbericht über einen Forschungsaufenthalt an der WWU

    von Shisheng Zhang (XISU, Deutsche Fakultät)

    Dank der Finanzierung vom DAAD konnte ich Mitte Juni 2018 zu einem dreiwöchigen Forschungsaufenthalt (von 16. Juni bis 07. Juli) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster fahren. Der Aufenthalt hat meine Verbundenheit zur WWU verstärkt.

    Die WWU ist mir eigentlich nicht fremd. Im Sommer 2011 konnte ich die WWU kurz besuchen und mich mit Prof. Dr. Susanne Günthner, Prof. Dr. Martina Wager-Egelhaaf und Prof. Dr. Andreas Blödorn treffen. Im Sommer 2015 konnte ich dank der Unterstützung vom DAAD 50 Tage an der WWU forschen, wo ich durch die Hilfe von Frau Wager-Egelhaaf für beide Forschungsthemen – Ironie der Romantik und Übersetzung u. Rezeption der Gegenwartsliteratur der Provinz Shaanxi in Dtl. - reichlich recherchiert habe.

    Sowohl 2011 als auch 2015 war ich in den Semesterferien an der WWU. Deshalb konnte ich nicht so viel vom Unterrichtsalltag der WWU erleben. Im Rahmen des GIP-Programms zwischen der WWU Münster und der XISU hatte ich im Sommer 2018 die Möglichkeit, an regulären Lehrveranstaltungen teilzunehmen.
    Ich war meistens beim Literaturwissenschaftler Dr. Ortwin Lämke. Dreimal war ich in seinem Seminar „Einführung in die Literaturwissenschaft“. Die Gespräche über die Intertextualität in der Todesfuge von Paul Celan haben mich so sehr beeindruckt, dass ich mitdiskutierte. Einmal war ich bei seiner Übung „Referieren, vortragen, darstellen“, und die motivierenden Übungsformen waren aufschlussreich. Als Präsentation u. Übung in der Öffentlichkeit hat Herr Lämke eine Lesung zum Thema „1618 oder 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg“ organisiert, auf der die Teilnehmenden an der Übung „Referieren, vortragen, darstellen“ vor ein paar Dutzend Zuschauern der Universität aber auch externen Zuschauern vorgelesen bzw. vorgetragen haben. Außerdem war ich noch bei der Teamsitzung des Centrums für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis, das von Herrn Lämke geleitet wird. U. a. haben wir über die GIP und die Mitwirkungsmöglichkeiten der RhetorikerInnen an der XISU gesprochen. Heike Appel und Xenia Multmeier konnten mich netterweise mit ihren Erfahrungen unterstützen.

    Einmal konnte ich an dem Seminar „Thomas Manns Erzählungen“ bei Herrn Blödorn teilnehmen, in dem ich tatsächlich nur hospitiert habe.
    Bei der GIP-Leiterin auf der deutschen Seite, Frau Günthner, war ich einmal im Seminar und habe einen Gastvortrag zum Thema „Deutsch/Germanistik in China“ gehalten.

    Außerdem war ich bei zwei Fachkonferenzen an der WWU: Vom 20. bis zum 22 Juni war ich bei der von Frau Günthner veranstalteten internationalen Tagung „Gesprochene Sprache in der kommunikativen Praxis - Analysen authentischer Alltagssprache und ihr Einsatz im DaF-Unterricht“. Die vorgestellten Einsatzmöglichkeiten der Alltagssprache im DaF-Unterricht haben mich sehr inspiriert. Die Münsteraner PraktikantInnen sollten in Xi’an versuchen, im Konversationsunterricht authentische Materialien zu benutzen.

    Am 28. Juni war ich beim ersten Forschungstag des Fachbereichs Philologie und habe viele interessante Vorträge und Vorstellungen über Forschungsprojekte gehört. Die Kurzvorträge und Posterpräsentationen bilden ein breites Themenspektrum, das ich nur noch bestaunen konnte.

    In Münster habe ich viele Leute getroffen und viele (Arbeits-)Gespräche geführt. Die ehemalige Praktikantin Bentje Vetter (Februar - Juli 2017) hat Prof. Dr. Lijie Duan und mich vom Bahnhof abgeholt. Mit der ehemaligen Praktikantin Vanessa Kasteleiner (September 2015 - Februar 2016) habe ich zusammen Kaffee getrunken. Die Gespräche mit beiden Damen haben mich ermuntert, denn sie blickten immer noch positiv zurück in die Monate in Xi’an.
    Zusammen mit Albina Haas habe ich Herrn Mattias Fechner fürs Praktikumssemester 2018 und DaF-PraktikantInnen Angeliki Sepidou und Alexander Kochsiek für Sommersemester 2019 vorbereitet.

    Einige Lehrende der WWU, die kurz in Xi’an unterrichtet haben, konnte ich wiedersehen: Frau Wager-Egelhaaf, Juliane Schopf und Natalie Bauer, Dr. Katharina König, Beate Weidner usw. Alle sprachen mit leuchtenden Augen über die Stadt Xi’an und die XISU.
    Herr Lothar Bunn von WiPDaF hat Frau Haas und mich im Büro empfangen und wir haben über Austauschmöglichkeiten der XISU-Studierenden gesprochen.

    Mehrmals wurde ich noch besucht, als ich in Münster war. Erwähnenswert sind ein paar jetzige Lehrende an der Fakultät für Deutsch: ein Ortslektor, eine Ortslektorin und eine Ungarischlehrerin. In allen Hinsichten war der Aufenthalt an der WWU Münster sehr sinnvoll und nützlich. Ich hoffe, dass die GIP weiter gut läuft.

     

  • Forschungsaufenthalt an der WWU

    von DUAN Lijie Duan (XISU, Deutsche Fakultät)

    Im Rahmen des GIP-Programms zwischen der WWU Münster und der XISU bin ich im Sommersemester 2018 durch die Finanzierung vom DAAD zu einem kurzen Forschungsaufenthalt für drei Wochen (von 16. Juni bis 07. Juli) nach Münster aufgebrochen. Während dieser Zeit hatte ich die Chance, die akademische Atmosphäre an der Universität Münster durch Teilnahme an einschlägigen Lehrveranstaltungen und regen Diskussionen mit dem Kollegium hautnah mitzuerleben.

     

    Foto von DUAN Lijie Duan
    © Uni MS Haas

    Dem komprimierten Aufenthaltsprogramms folgend habe ich als zu Beginn an der von Frau Prof. Susanne Günthner veranstalteten internationalen Tagung „Gesprochene Sprache in der kommunikativen Praxis“ vom 20. bis zum 22 Juni teilgenommen, zu der zahlreiche WissenschaftlerInnen und Lehrende aus vielen Ländern kamen, um über die Zukunft des Einsatzes der authentischen Alltagssprache im DaF-Unterricht sowie ihre Lehrerfahrungen mit unterschiedlichen Lehrwerken auszutauschen. In den laufenden Wochen war ich außerdem bei verschiedenen Lehrveranstaltungen zum Thema meines Forschungsinteresses anwesend, u.a. der Vorlesung „Anredeformen im Sprachgebrauch“ von Prof. Susanne Günthner, den Seminaren „Interaktionale Narratologie“ und „Medienlinguistische Zugänge zu keyboard-to-screen-Kommunikation“ von Frau Dr. Katharina König, wobei ich das letztere plangemäß als Co-Teacher mit Frau Dr. König zweimal leitete und mit den Seminarteilnehmern an den chinesischen Daten arbeitete. Die aktive Mitarbeit und der intensive Gedankenaustausch während des Seminars haben mich tief beeindruckt.

    Was ich beim diesmaligen Aufenthalt besonders hoch schätze, ist, dass ich mich während der Woche mehrmals mit KollegInnen zu Terminen vereinbarte, um Möglichkeit der gemeinsamen Veröffentlichung oder der Grundlage-Schaffung für die chinesische Datenbank zu beraten. Einige meiner Forschungskonzepte ließen sich danach in der Bibliothek durch Recherche bestätigen oder konkretisieren. In dieser Hinsicht halte ich den Aufenthalt an der WWU Münster für sehr sinnvoll und erhoffe für beide Partnerinstitute eine noch bessere Kooperation in der Zukunft.