Christlicher Nationalismus als globale Herausforderung

Zu einem Gastvortrag am Mittwoch, den 10. Juni 2026, um 12.15 Uhr im KTh I (Johannisstr. 8-10) lädt der Lehrstuhl für Ostkirchenkunde und Ökumenik des Ökumenischen Instituts der Katholisch-Theologischen Fakultät herzlich ein. Dr. Marietta van der Tol von der University of Cambridge wird auf Englisch zum Thema „The Global Impact of Christian Nationalism: Politics, Religion and US-Europe Relationship“ sprechen.
Die Wahlen in Ungarn und den USA haben deutlich vor Augen geführt, dass christlich-nationalistische Bewegungen zugleich als innenpolitische und als transnationale Akteure auftreten. Der Vortrag fragt, wie diese Bewegungen gegenwärtig die Welt zu verändern beginnen – in der Formierung neuer gesellschaftlicher Imaginationen, in religiösen Bewegungen, in der Entwicklung konstitutioneller Ordnungen und im Verhältnis zur liberalen Weltordnung. Zugleich werden die Grenzen des christlich-nationalistischen Projekts ausgelotet: Was sagen uns die jüngsten Wahlergebnisse in Ungarn über die Zukunft des christlichen Nationalismus?

Dr. Marietta van der Tol ist Assistant Research Professor und Landecker Lecturer an der Faculty of Divinity der University of Cambridge. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der vergleichenden Untersuchung von Politik, Recht und Religion. Ihre Landecker Lectureship ist mit einem fünfjährigen Forschungsprojekt verbunden, das unter dem Titel „Imagining Sacred Lands: the ‚Russian World‘, ‚Hungarian World‘, and ‚Holy Serbia‘“ das Verhältnis von Raum, Identität und Grenzen in Russland, Ungarn und Serbien untersucht. Sie ist Autorin von Constitutional Intolerance: The Fashioning of the Other in Europe's Constitutional Repertoires (Cambridge University Press 2025) und Herausgeberin von The Many Faces of Christianism: The ‚Russian World' in Europe (Brill 2025). Ihre akademische Laufbahn führte sie von der Universität Utrecht und der Yale University über Forschungsstellen an der Blavatnik School of Government sowie am St Peter‘s College und Lincoln College der Univerity of Oxford nach Cambridge.

