Creativity as Resistance in Ukrainian Women’s Experiences of Imprisonment in the Gulag

Am 21. Januar 2026 laden die Münsteraner Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde DGO e.V. und das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk Ukrainian Studies in Münster (USiM) zum Gastvortrag von Frau Prof. Dr. Oksana Kis (Kyjiw/Jena) ein: „Creativity as Resistance in Ukrainian Women’s Experiences of Imprisonment in the Gulag“.
Der Vortrag beginnt um 18:15 Uhr im Raum Jo 101, Johannisstr. 4, 49143 Münster und wird auf Englisch gehalten.

In den 1940er bis Mitte der 1950er Jahre wurden Tausende ukrainischer Frauen wegen ihrer tatsächlichen oder angeblichen Zusammenarbeit mit dem ukrainischen nationalen antisowjetischen Widerstand zu langjährigen Haftstrafen in den Gulag-Lagern verurteilt. Trotz unerträglicher Lebensbedingungen, schwerer Arbeit, Hunger, mangelnder Gesundheitsversorgung, allgegenwärtiger Gewalt und Demütigungen sangen die ukrainischen Sträflinge weiterhin Volkslieder, verfassten Gedichte, führten improvisierte Theaterstücke auf, stickten und beschäftigten sich mit verschiedenen Handwerken. Welche Bedeutung hatten Kunst und Handwerk für diese erschöpften Frauen, die fern von ihren Familien und ihrer Heimat einer völligen Entmenschlichung ausgesetzt waren? Warum hielten sie die strengen Strafen nicht davon ab? Warum unternahmen sie zusätzliche Anstrengungen, um Ressourcen (Materialien) zu finden, und verbrachten die ihnen verbleibende Zeit und Energie für kreative Aktivitäten? Was können uns einige der Artefakte über die Überlebensstrategien der Frauen in den Lagern verraten? Dieser Vortrag basiert auf den Forschungsergebnissen aus Oksana Kis' preisgekröntem Buch „Survival as Victory: Ukrainian Women in the Gulag” (Harvard, 2021).
Oksana Kis ist feministische Historikerin und Anthropologin, Leiterin der Nationalen Forschungsstiftung der Ukraine und Präsidentin der Ukrainischen Vereinigung für Frauenhistorische Forschung. Ihr Buch „Ukrainky v GULAGu: vyzhyty znachyt' peremohty” (Lemberg, 2017; 2. überarbeitete Auflage 2020) wurde vom Ukrainischen Buchinstitut in die Liste der 30 bedeutendsten Bücher zur ukrainischen Unabhängigkeit im Jahr 2021 aufgenommen. Die englische Fassung „Survival as Victory: Ukrainian Women in the Gulag” (Harvard Series in Ukrainian Studies, 2021) wurde mit dem Translated Book Prize des Peterson Literary Fund (2021) ausgezeichnet. Sie hat außerdem mehrere Bände zur Frauengeschichte herausgegeben und mit herausgegeben, zuletzt Women's Dimensions of the Past: Perceptions, Experiences, Representations ( Lviv, 2023) und Women's Stories of Leadership in Ukraine in the late 19th - early 20th centuries ( Kyiiw, 2025). Dr. Kis wurde mit mehreren akademischen Auszeichnungen geehrt, darunter zwei Fulbright-Forschungsstipendien (2003 und 2011). Zu ihren Fachgebieten gehören Frauen in der vorindustriellen ukrainischen Gesellschaft, die Erfahrungen von Frauen während des Holodomor 1932/33, die Beteiligung von Frauen am ukrainischen nationalen Widerstand in den 1940er- und 1950er-Jahren, geschlechtsspezifische Erfahrungen ukrainischer politischer Gefangener im Gulag und geschlechtsspezifische Veränderungen in postsozialistischen Ländern. Derzeit ist Dr. Kis Gastwissenschaftlerin am Imre Kertesz Kolleg Jena in Deutschland.

