Michael Seewald verlässt die Universität Münster

Zum Ende des aktuellen Wintersemesters verlässt Prof. Dr. Michael Seewald die Universität Münster. Der Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte wechselt an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Nach der Verleihung des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2025 hatte die LMU Michael Seewald im Rahmen eines proaktiven Verfahrens einen Lehrstuhl angetragen. Michael Seewald hat diesen Ruf nun angenommen und ein Bleibeangebot der Universität Münster abgelehnt.

Seit 2017 lehrt und forscht Michael Seewald als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster.
© Barbara Frommann

„Wir danken Michael Seewald für die exzellente Arbeit an unserer Fakultät und im Exzellenzcluster Religion und Politik in den vergangenen zehn Jahren. Wir bedauern den Weggang sehr, wünschen ihm aber ein gutes Gelingen seiner Vorhaben in München“, sagte Prof. Dr. Oliver Dyma, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät.

An der LMU München hatte Michael Seewald 2011 promoviert und sich 2015 habilitiert. 2016 wurde er im Alter von 29 Jahren in der Nachfolge von unter anderem Joseph Ratzinger und Karl Rahner auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster berufen und war einer der jüngsten Professoren Deutschlands in einer geisteswissenschaftlichen Disziplin.

„Ich habe sehr gerne an der Universität Münster geforscht und gelehrt. Die Entscheidung, den Ruf nach München anzunehmen, habe ich mir nicht leicht gemacht. Aber ich hatte den Eindruck, dass nach zehn Jahren ein Wechsel sinnvoll ist. Dennoch behalte ich Münster im Herzen. Ich habe hier Menschen getroffen, die mich geprägt haben, von denen ich viel lernen durfte und mit denen ich weiterhin verbunden bleibe“, blickt Michael Seewald auf seine Zeit in Münster zurück.

„Dass Michael Seewald Münster verlässt, ist ein großer Verlust für Fakultät und Universität. Die Universität Münster bietet aber weiterhin exzellente Bedingungen für Forschung und Lehre im Bereich der Theologie und der religionsbezogenen Forschung. Wir sind sehr zuversichtlich, die Professur wieder hochkarätig besetzen zu können“, erklärte Dekan Oliver Dyma.

Ich behalte Münster im Herzen. Ich habe hier Menschen getroffen, die mich geprägt haben, von denen ich viel lernen durfte und mit denen ich weiterhin verbunden bleibe.
Prof. Dr. Michael Seewald

Die Universität Münster baut ihre exzellenten Bedingungen in der theologischen Forschung und Lehre weiter aus. Auf dem neuen „Campus der Theologien und Religionswissenschaft“ in Münster forschen und lehren ab Ende 2026 evangelische, katholische und islamische Theologie auf einem gemeinsamen Campus, ein einzigartiges Projekt in Europa: „Die Katholisch-Theologische Fakultät wird als größte Fakultät für Katholische Theologie in Europa damit Teil eines interdisziplinär und interreligiös aufgestellten Standortes“, erläutert Oliver Dyma.

Michael Seewald bleibt der Universität Münster verbunden: Er wird weiter an der Gründung eines Instituts für multidisziplinäre Religionsforschung mitwirken. Zur Vorbereitung des ersten theologischen Leibniz-Instituts in Münster stellt der Bundestag rund acht Millionen Euro zur Verfügung.

KTF | DT