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© LWL Naturkundemuseum Münster/Mario Puschmann

Programm Sommer/Herbst 2019

  • 20. Mai 2019 - Gammastrahlenastronomie: Ein Blick auf das extreme Universum

    Dr. Tobias Jogler, LWL-Planetarium

    Unsere Erde wird ständig von hochenergetischen Teilchen beschossen, der sogenannten kosmischen Strahlung. Seid ihrer Entdeckung vor über 100 Jahren durch Victor Hess suchen wir im Kosmos nach den Quellen dieser energiereichen Strahlung. Die genaue Vermessung der kosmischen Strahlung zeigt, dass sie aus Teilchen besteht die Energien weit jenseits dessen besitzen was wir jemals auf der Erde in unseren Teilchenbeschleunigern erzeugen können. Wir wissen daraus, dass nur die energetischsten Objekte die wir im Universum kennen, mögliche Verursacher der kosmischen Strahlung seien können. So beobachten wir mit den fortschrittlichsten Teleskopen Supernovaüberreste, Pulsare, supermassereiche schwarze Löcher und Gammastrahlenausbrüche und suchen in deren Emission nach Zeichen der kosmischen Strahlung.
    Erst mit der Inbetriebnahme der neusten Generation von Gammastrahlungsteleskopen wie dem Large Area Teleskop an Bord des Fermi Satelliten gelingt es uns den Quellen auf die Spur zu kommen. Durch die Entwicklung immer raffinierterer Analysealgorithmen konnten wir schließlich in den letzten drei Jahren eindeutige Hinweise auf Quellen der kosmischen Strahlung in den Fermi-LAT Daten finden. Ist das hundertjährige Rätsel damit gelöst?

    Mo, 20.05.2019, 19:15 h, Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - doors open 18:00

  • 17. Juni 2019 - Faszination Symbiose

    Jun. Prof'in Dr. Martina Schrallhammer (Institut für Biologie II, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

    Symbiosen sind faszinierend: sie sind allgegenwärtig, gelten als eine der wichtigsten Triebkräfte der Evolution und es gibt vermutlich kein Ökosystem ohne diese Form des Zusammenlebens. Ursache dafür sind neue Eigenschaften oder Fähigkeiten, welche die Symbiose-Partner durch die Interaktion gewinnen. Dadurch sind sie zum Beispiel in der Lage, Lebensräume zu besiedeln, die für die einzelnen Partner ungünstige Umweltbedingungen bieten.
    Anhand des Ciliaten Paramecium („Pantoffeltierchen“) und einigen seiner Symbionten untersuchen wir die Veränderungen, die Symbionten hervorrufen können. Dazu gehören z.B. erhöhte Stressresistenz, verändertes Schwimmverhalten oder der „Killer trait“ – hier werden infizierte Paramecien toxisch für ihre Artgenossen und gewinnen dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Mittels Wachstumsexperimenten, Genom- und Transkriptom-Untersuchungen beleuchten wir den Einfluss der Symbionten auf ihren Wirt. Unsere Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Symbiose und die Rolle der Interaktionspartner für das Zusammenleben.

    Mo, 17.06.2019, 19:15 h, Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - doors open 18:00

  • 22. Juli 2019 - Mit Supercomputern und Diät-Cola den Geheimnissen von Schmarotzerpflanzen auf der Spur

    Dr. Susann Wicke (Institut für Evolution un Biodiversität, WWU Münster)

    Die außergewöhnlichste Wechselwirkung zwischen zwei Pflanzen ergibt sich, wenn eine Pflanze einer anderen sowohl Wasser als auch Nährstoffe entzieht. Diese Art des Schmarotzens kann auf zwei Wegen erreicht werden: Einige Schmarotzerpflanzen entwickeln hierfür ein neuartiges, hochspezialisiertes Organ, mit dessen Hilfe sie sich direkt mit dem Gefäßgewebe einer Wirtspflanze verbinden. Andere Schmarotzerpflanzen wiederum beuten die weitverzweigten Pilzgeflechte zwischen Pflanzenwurzeln im Boden aus um an Wasser und Nahrung zu gelangen. Der Übergang zum Schmarotzertum und damit der Aufgabe einer selbstversorgenden Lebensweise, wie diese für Pflanzen üblich ist, hat massive Umbildungen des Erbguts und der Physiologie zur Folge - oder ist dies die Grundlage? So ist beispielsweise der Verlust von Wurzeln und Blättern sowie des pflanzencharakteristischen grünen Lichtsammlerpigments ein häufig beobachtetes Phänomen bei Schmarotzerpflanzen.

    Dieser Vortrag wird einen allgemeinen Überblick über die Lebensweise von Schmarotzerpflanzen geben und das Fortschreiten des sogenannten parasitären Reduktionssyndroms erörtern. Ein Schwerpunkt wird hierbei auf der Diversität von Schmarotzern in Pflanzenreich liegen aber auch auf deren Bedeutung im natürlichen Ökosystem und in der Landwirtschaft. Anhand der Sommerwurze, Misteln und des Teufelszwirns wird erläutert, welche Änderungen mit dem Übertritt von einer selbstversorgenden zu einer schmarotzenden Lebensweise einhergehen. Im Rahmen dessen wird der Vortrag einen Überblick über die zur Erforschung von Schmarotzerpflanzen zur Verfügung stehenden Mittel geben und die Notwendigkeit von Hochleistungsrechnern erläutern. In kurzen Abstechern wird dabei auch auf ökologisch-evolutionäre Anpassungen von Pflanzen im Allgemeinen eingegangen und warum diese auch in hochmodern ausgestatteten Laboren noch den Einsatz diverser Hausmittelchen notwendig machen.

    Mo, 22.07.2019, 19:15 h, Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - Einlass ab 18:00 Uhr

  • 21. Oktober 2019 -  Von ängstlichen Männchen und wütenden Weibchen - Wie Gene und Umwelt das Verhalten formen

    Dr. Niklas Kästner (Abteilung für Verhaltensbiologie, WWU Münster)

    Stellen Sie sich vor, Sie beobachten eine Gruppe von Tieren einer beliebigen Art. Sie werden schnell feststellen, dass es zwischen den Individuen große Unterschiede im Verhalten gibt. Manche sind neugierig, andere halten sich eher im Hintergrund. Manche sind friedlich, andere scheinen Auseinandersetzungen geradezu zu suchen. Woher kommen diese Unterschiede? Wie stabil sind sie über die Zeit? Welche Rolle spielen die Gene, welche spielt die Umwelt? Anhand von fünf Verhaltens-Studien an Mäusen möchte ich einen Überblick über Faktoren geben, die individuelle Unterschiede im Grad der Ängstlichkeit und der Aggressivität erklären können. Darüber hinaus soll der Vortrag einen Eindruck davon vermitteln, wie man den oben formulierten Fragen wissenschaftlich auf den Grund geht. Die vielleicht wichtigste Botschaft möchte ich aber bereits an dieser Stelle verraten: Das Verhalten eines Individuums lässt sich niemals auf eine einzige Ursache zurückführen. Ob ängstlich oder mutig, friedlich oder aggressiv – darüber entscheiden komplexe Interaktionen zwischen zahlreichen Faktoren.

    Mo, 21.10.2019, 19:15 Uhr Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - Einlass ab 18:00 Uhr

  • 18. November 2019 - Kleine und große Teilchen: Aerosolpartikel in der Luft

    Prof. Dr. Otto Klemm (Institut für Landschaftsökologie, WWU Münster)

    Die Feinstaubkonzentrationen in der Luft sind in den letzten Jahren durchweg unter die EU-Grenzwerte gesunken. Ist damit alles gut? Nein, auch geringere Werte gelten noch als toxisch relevant. Aus wissenschaftlicher Sicht stellen sich noch ganz andere Fragen: Sind die gesetzlichen Maßzahlen überhaupt relevant? Wie kann die Luftqualität weiter verbessert werden? Trägt eine Verbesserung der Luftqualität auch zum Klimaschutz bei? Der Vortrag soll einen kleinen Einblick in die Welt der Aerosolpartikel und ihre Relevanz in der atmosphärischen Umweltforschung geben.

    Mo, 18.11.2019, 19:15 Uhr Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - Einlass ab 18:00 Uhr

  • 16. Dezember 2019 - Tsunami!

    Prof. Dr. Heinrich Bahlburg (Institut für Geologie und Paläontologie, WWU Münster)

    Tsunami entstehen durch Erdbeben, Vulkaneruptionen und assoziierte Hangrutsche sowie durch den Einschlag von Meteoriten insbesondere in die Ozeane. Mehr als 80% aller Tsunami sind Folge von Erdbeben als Ausdruck der Plattentektonik. Von diesen findet der weit überwiegende Teil in den pazifischen und indischen Ozeanen statt. Sind die Küsten Deutschlands deswegen sicher? Das Vorkommen gefährlicher Tsunami gilt hier als unwahrscheinlich. Können wir daher sorglos sein? Der Tsunami im Indischen Ozean vom 26.12.2004 kostete 552 Bundesbürger das Leben und gilt damit als größte "deutsche" Naturkatastrophe seit mindesten 100 Jahren.
    Viele Megacities liegen an gefährdeten Küsten. Tsunami repäsentieren eine große Gefahr für Leib und Leben. Die Gefährdung jeglicher küstennaher Infrastruktur birgt große Gesundheitsrisiken für die betroffene Bevölkerung.
    Unsere ausgedehnte und umfangreiche Reisetätigkeit führt uns verbreitet in tsunami-gefährdete Regionen, z.B. im östlichen Mittelmeer. Ein Verständnis der Prozesse und Phänomene von Tsunami sowie der für uns im Ernstfall notwendigen Verhaltensmuster kann daher lebensrettend sein.

    Mo, 16.12.2019, 19:15 Uhr Ratskeller (Prinzipalmarkt 8-10) - Einlass ab 18:00 Uhr

Archiv

Programm des Science Pub Oktober 2018-März 2019
Datum
Sprecher
Thema
15.10.2018 Prof. Dr. Erwin Amann
(Lehrstuhl für Mikroökonomik, Universität Duisburg-Essen)

Internationale Verhandlungen im Kontext der Unverbindlichkeit

19.11.2018 Dr. Achim Schwermann
(LWL-Museum für Naturkunde Münster)
Hightech-Schatzjagd in der paläontologischen Museumssammlung
17.12.2018 Prof. Dr. Harald Strauß
(Institut für Geologie und Paläontologie, WWU Münster)
Heiße Quellen am Ozeanboden - extremer Lebensraum und Rohstoffquelle zugleich
18.02.2019 Prof. Dr. Joachim Kurtz
(Institut für Evolution und Biodiversität, WWU Münster)
Wirt-Parasit Koevolution - aktuelle Forschungsergebnisse
18.03.2019 Prof. Dr. Franz Goller
(Institut für Tierphysiologie, WWU Münster)
Vögel als Gesangsathleten: Warum und wie sie singen"

Photos

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