Forschungsschwerpunkte

Dissertationsprojekt

In meiner Interviewstudie interessiere ich mich für die Frage, ob und inwiefern sich hetero-non-konforme Lebensformen, Gender und*oder sexuelle Orientierung auf das berufliche Selbstverständnis, das berufliche Handeln und die individuelle Theologie von „queeren“ Pfarrpersonen innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands auswirken. Im Hintergrund steht die Hypothese, dass die sog. „Lebensförmigkeit“ des Pfarrberufs queere Pfarrpersonen im heteronormativ geprägten Kontext von Kirche und Theologie besonders herausfordert und in ihrem pastoralen Handeln (Seelsorge, Predigt, u.a.) sowie in der Gestaltung von Interaktion mit Gemeindegliedern und Vorgesetzten prägt. Durch die Auswertung transkribierter Interviews mit Pfarrpersonen mittels Dokumentarischer Methode setze ich den Fokus v.a. auf die Frage nach habitualisierten beruflichen Handlungspraktiken „queerer“ Pfarrpersonen im Umgang mit „Queerness“ und deren (theologischen) Begründungsrahmen. Dazu habe ich insgesamt 15 semistrukturierte Leitfadeninterviews mit Pfarrpersonen geführt, die sich LSBTQ* zugehörig fühlen und im Pfarrdienst tätig sind oder waren. Eine erste Zusammenschau des Materials deutet darauf hin, dass dabei den emanzipatorischen Outing-Prozessen eine besondere professionstheoretische Relevanz zukommt: im Blick auf die intensive Auseinandersetzung mit und Reflexion von Anerkennungs-, Selbstbestimmungs; und Machtfragen sowie im Blick auf das theologisch-kritische Hinterfragen normativer Setzungen und theologischer Denktraditionen. Spannend scheint zudem auch die Frage nach theologischen Deutungen (eigener) Marginalisierungserfahrungen und die Frage nach pastoralen Handlungspraktiken im Blick auf den Umgang mit queerfeindlichen Positionen innerhalb der verfassten Kirche im Allgemeinen und in der ökumenischen und interreligiösen Zusammenarbeit im Besonderen.

Qualitative Sozialforschung, insbes. Dokumentarische Methode

Queer-Theories / Queer-Theology

Gender-Studies

Pastoraltheologie

Vita

Akademische Ausbildung

Promotionsstudium Evangelische Theologie
NRW-Zertifikat "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule"
Studium der evangelischen Theologie (PF/Mag. theol.) in Münster

Beruflicher Werdegang

"Ich sehe was, was Du nicht bist." Workshop zum Umgang mit (Un)sichtbarkeit queerer Lebensformen in der Gemeindearbeit am Beispiel von Pfarrbiografien (Ev.-theol. Fakultät, Uni Tübingen)
"Wir werden bunter!" Diversitätssensible Arbeit im evangelischen Kirchenkreis Münster. Veranstaltungsreihe in Kooperation mit Alicia Anger, Heike Plaß und Nicole Schulte (Jugendreferat und Erwachsenenbildung; Ev. Kirchenkreis Münster).
Blockseminar: Kirche queer gelebt: Projekte und Perspektiven in Seelsorge, Gottesdienst und Pfarramt (Lehrauftrag am Seminar für Praktische Theologie [Prof. Dr. Jan Hermelink], Georg-August-Universität Göttingen)
WMA/Doktorandin im DFG-Projekt: Queer im Pfarrhaus: die pastoraltheologische Relevanz nicht-heteronormativer Lebensformen von Pfarrer*innen
WMA am Seminar für Praktische Theologie und Religionspädagogik (Prof. Dr. Traugott Roser)
Weiterbildung zur Systemischen Beraterin (SoBi Münster, DGSF-konform, Abschlussarbeit: Diversitätsbewusste Organisationsberatung im Handlungsfeld Kirche; Prüfer: Prof. Dr. Ingo Zimmermann)
SHK am Seminar für Reformierte Theologie (Prof. [em.] Dr. Dr. h. c. Michael Beintker, Prof. Dr. Anne Käfer)
SHK in der Bibliotheksverwaltung der Ev.-theol. Fakultät
SHK am Seminar für Praktische Theologie und Religionspädagogik (Prof. Dr. Traugott Roser)
Bildungsreferentin (freiberufl.) in der außerschulischen Jugendarbeit (Kurse zu Teambuilding, Suchtprävention, Tage religiöser Orientierung, Mediation, Begleitseminare für Bundesfreiwilligendienstler*innen)
Berufstätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Schwerpunkt: Psychiatrische Pflege
Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin

Mitgliedschaften und Aktivitäten in Gremien

Uni Frankfurt (Arbeitsgruppe "Arbeiten mit der Dokumentarischen Methode", Mitglied)
Universität Zürich, Ethik Zentrum, Zentrum für Sozialethik (Prof. Dr. Michael Coors) (Arbeitsgruppe "Ethik und Spiritualität", Mitglied)
QuiKT - Arbeitskreis "Queer in Kirche und Theologie" (Arbeitskreis, Mitglied)
Uni Münster (Arbeitsgruppe "DokuMet", Mitglied)
International Association for the study of religion and gender (IARG)
Forschungsnetzwerk Gender am Mittelbau der WWU Münster
Gleichstellungskommission des FB 01 (stellvertr. Mitglied MB)
Lehre

Publikationen
Wissenschaftliche Vorträge

Systemische Beratung für Studierende der Ev.-theol. Fakultät

Bei Interesse an einer Beratungsstunde melden Sie sich gerne per Mail, dann schlage ich Ihnen zeitnah einen Termin vor. Ich freu mich auf Sie!

Katrin Burja
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Workshop in Tübingen: "Ich sehe was, was Du nicht bist" am Montag, den 24. Juni 2024

Workshop zum Umgang mit (Un)sichtbarkeit queerer Lebensformen in der Gemeindearbeit am Beispiel von Pfarrbiografien

Welche Voraussetzungen braucht es, um als transidente Pfarrperson in der Gemeinde überhaupt sichtbar werden zu können? Wie reagiert eine Gemeinde, wenn die Pfarrerin in ihrer Predigt im Sonntagsgottesdienst von „ihrer Frau“ spricht? Welche professionstheoretischen Herausforderungen bringt es mit sich, wenn eine Krankenhausseelsorgerin im Seelsorgegespräch – aus Rücksicht auf ihr als konservativ eingeschätztes Gegenüber – von „ihrem Mann“ (statt ihrer Frau) spricht, sich selbst also (unzutreffend) als heterosexuell ausgibt, in der Absicht, das Seelsorgegespräch nicht zu gefährden? Im Workshop gehen wir gemeinsam unter Berücksichtigung ausgewählter Interviewsequenzen der Frage nach, wo und inwiefern heteronormative Erwartungen zu beruflichen Herausforderungen im Umgang mit der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit „queerer“ Lebensformen im Pfarrberuf führen (können). Ich freue mich auf unser Gespräch! Nähere Infos zum Veranstaltungsort siehe Link in der Überschrift.

© Dorothea Zwölfer

Workshop mit Pfarrerin Dorothea Zwölfer und Dr. Gerhard Schreiber

Das Team vom Seminar für Praktische Theologie freut sich sehr, Pfarrerin Dorothea Zwölfer und AkadR Dr. Gerhard Schreiber (TU Darmstadt) für einen Workshop zum Thema Trans*identität gewinnen zu können! Der erste Workshoptag wird v.a. geprägt sein durch interdisziplinäre Einblicke in den gegenwärtigen Forschungsdiskurs, am zweiten Workshoptag liegt der Schwerpunkt auf biografischen Narrationen. Es wird spannend! Wir freuen uns auf Ihre rege Teilnahme!