
Kiss*lab: Öffentliche Intimität als performative Praxis
Das Kiss*lab Projekt ist ein partizipatives Kunst- und Begegnungsformat, das körperliche Nähe, Berührung und nonverbale Kommunikation als gesellschaftliche und kulturelle Praxis erforscht. Im Rahmen des Kiss*Lab Events entsteht ein temporärer Raum, in dem Besucher:innen zu Mitgestaltenden einer partizipativen Performance werden. In einem achtsam kuratierten Setting aus Rauminstallation, Musik, Film und Performance wird Nähe als positiv besetzte Normalität im öffentlichen Raum erlebbar gemacht. Das Projekt verbindet Performancekunst, Konsenskultur, Soundkunst und visuelle Anthropologie zu einem vergänglichen, aber nachhaltig wirkenden Kunstwerk, das sich über den Körper der Teilnehmenden auf den gesellschaftlichen Alltag auswirkt.
Im Mittelpunkt des Projekts steht das Kiss*Lab Event, das am 8. November 2026 in der B-Side stattfindet. Gerahmt wird es von unterschiedlichen Veranstaltungs-, Lehr-, Reflexions- und Forschungsformaten als Teil des Vorbereitungs- und Nachbereitungsprozesses, in dem Studierende und am Event Teilnehmende eingebunden sind
News aus dem Kiss*lab
Verlängerung der Bewerbungsphase
Schaut euch gerne die Event- und Projektbeschreibungen, Teilnahmebedingungen und unser Awareness- und ethisches Konzept weiter unten an!
Bewerben könnt ihr euch hier.
Die neue Bewerbungsfrist ist der 1. November 2026.Wenn ihr Fragen zum Projekt habt, meldet euch bei uns unter kisslab[at]uni-muenster.de oder auf Instagram: @kisslab.ms
Projektphasen und Termine
Von April bis Juli liegt der Schwerpunkt auf Vorbereitung, Konzeptualisierung und Teambildung. In August und September erfolgt die Rekrutierung der Teilnehmenden sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Das Hauptevent findet im November statt, gefolgt von einer Nachproduktionsphase von Dezember bis zum Februar 27. In dieser Abschlussphase reflektieren das Team und die Teilnehmenden das Projekt und organisieren ein öffentliches Filmscreening mit anschließender Diskussion.
Laufzeit des Projekts: April 2026–Februar 2027
Freitag, 16.10.2026 17 Uhr
Scharnhorststr. 100 - SCH 100.2 (Hörsaal)
Interaktiver Vortrag: In Beziehung - Ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft
Sonntag, 8.11.2026, 15:00 bis 19:30 Uhr
B-Side (Veranstaltungssaal)
Event 'Kiss*lab'Trägerschaft des Projekts und Kooperationen
Das Kiss*Lab Projekt steht unter der Trägerschaft vom Institut für Ethnologie und wird von der Robert Lemelson Stiftung gefördert. Mit Michael Schmalz (Matou La Rouge/Somatic Lab Münster) als künstlerischer Leitung und Dr. Annika Strauss (Institut für Ethnologie) als wissenschaftlicher Begleitung, in Kooperation mit dem B-Side Kultur e.V. und dem Kollektiv lust:kunst.
Verbindung von Lehre, Kunst und Forschung
Das Kiss*Lab verbindet künstlerische Praxis, universitäre Lehre und kollaborative Forschung in einem gemeinsamen Projekt. Im Zentrum steht eine partizipative Performance, an der etwa 20–40 Personen teilnehmen. Die Teilnehmer:innen sind dabei nicht bloß Publikum, sondern Mitautor:innen des künstlerischen Geschehens. In angeleiteten, zugleich offenen Begegnungsformaten erforschen sie Nähe, Distanz, Berührung, nonverbale Kommunikation und körperliche Wahrnehmung. Dabei bestimmen sie jederzeit selbst, wie intensiv sie sich beteiligen und welche Formen der Begegnung für sie stimmig sind.
Die künstlerische Leitung (Michael Schmalz) entwickelt das Konzept, gestaltet den Raum und Ablauf des Kiss*Lab Events und begleitet sowie moderiert den Organisationsprozess. Zum Team gehört außerdem eine wissenschaftliche Begleitung (Dr. Annika Strauss) aus der Kultur- und Sozialanthropologie, die die begleitenden Lehrveranstaltungen konzipiert, die mitwirkenden Studierenden betreut und die den kollaborativen Forschungsprozess begleitet. Studierende der Visuellen Anthropologie sowie der Kultur- und Sozialanthropologie realisieren verschiedene Studien- und Forschungsprojekte im Rahmen des Projekts . Das Support-Team, zusammengesetzt aus Expert:innen mit Vorerfahrung im Bereich Awareness trägt dazu bei, während des Kiss*Lab Events einen konsensbewussten, diversitysensiblen und traumainformierten Raum zu schaffen. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während des Events und bei Bedarf auch darüber hinaus und begleitet Situationen, in denen Fragen, Unsicherheiten oder Grenzen relevant werden. Zusammen bilden alle das Kiss*Lab-Team, das das Projekt über fast ein Jahr hinweg gestaltet und realisiert. Einzelne Übungen und Begegnungsformate für das Kiss*Lab Event werden im Vorfeld vom Kiss*Lab Team erprobt, diskutiert und weiterentwickelt.
Das Projekt ist an verschiedene Lehrveranstaltungen des BA- und MA Programms des Instituts für Ethnologie angebunden:
- Konzeption eines Forschungs- und Berufsfeldprojektes
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The social science of intimacy – Sexology, queer anthropology and sensual ethnography
Die Studierenden beobachten, dokumentieren und reflektieren den Prozess und entwickeln eigene Forschungszugänge und -fragestellungen. Auf diese Weise wird das Kiss*Lab zugleich zu einem Lern-, Erfahrungs- und Forschungsraum: Studierende können Methoden der ethnografischen, visuellen und künstlerischen Forschung praktisch erproben und dabei ihre eigene Rolle im Forschungsfeld reflektieren.
Kollaborative Forschung und Öffentlichkeitswirksame Ethnologie
Das Kiss*Lab versteht Forschung nicht als einseitige Beobachtung, sondern als gemeinsamen, verantwortungsvollen Prozess der Wissensproduktion. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie Nähe und Intimität gesellschaftlich geprägt werden, welche sozialen Normen körperliche Begegnungen bestimmen und wie sich alternative Formen des Miteinanders erfahren und gestalten lassen. Die wissenschaftlichen Perspektiven werden dabei nicht losgelöst von der künstlerischen Praxis vermittelt, sondern entstehen in enger Verbindung mit den Erfahrungen und Fragen, die sich im Projekt und während der organisatorischen Arbeit und Interaktion mit den Teilnehmenden entwickeln.
Die Ergebnisse der Studien- und Forschungsprojekte werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert und mit Teilnehmenden und einer interessierten Öffentlichkeit diskutiert und zugänglich gemacht.
Die Veranstaltung wird außerdem durch einen interaktiven Vortrag begleitet. Künstlerische und sozialwissenschaftliche Positionen treten dabei miteinander in einen Dialog und kommen mit einer interessierten, nichtakademischen Öffentlichkeit ins Gespräch. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam diskutiert, verkörpert und durch performative oder wahrnehmungsorientierte Elemente erfahrbar gemacht.
Der Entstehungs- und Organisationsprozess rund um das Kiss*Lab Event wird filmisch von einer Studierenden der Visuellen Anthropologie begleitet. Die entstehenden Materialien dienen nicht allein der Dokumentation, sondern sind selbst Formen ethnografischer und künstlerischer Praxis und generieren eigene Wissensformen.







