Professor Dr. Matthias Schiedel stellt sich dem Fachbereich vor

Mit seiner Antrittsvorlesung zum Thema „Drug Discovery im akademischen Umfeld: Herausforderungen, Chancen und Perspektiven“ stellte sich Professor Dr. Matthias Schiedel offiziell dem Fachbereich vor. Zahlreiche Gäste aus dem Fachbereich folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit beim anschließenden Umtrunk, sich über die vorgestellten Forschungsthemen auszutauschen.
Matthias Schiedel studierte Pharmazie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und promovierte dort im Jahr 2016. In seiner Promotion beschäftigte er sich mit der Synthese und Testung neuer Hemmstoffe gegen Sirtuine, also Enzyme, die an der Regulation wichtiger Prozesse in der Zelle beteiligt sind. Anschließend forschte er unter anderem an der University of Oxford sowie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, bevor er 2023 auf eine W2-Professur für Medizinische und Pharmazeutische Chemie an der Technischen Universität Braunschweig berufen wurde. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er unter anderem den Innovationspreis Medizinische/Pharmazeutische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker sowie den Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie.
Seit Oktober 2025 forscht und lehrt Matthias Schiedel als Professor am Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster. Der Hauptfokus der Arbeitsgruppe von Matthias Schiedel liegt auf der Untersuchung sogenannter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren (GPCRs). Diese leiten Signale aus der Umgebung in das Zellinnere weiter und sind beispielsweise bei der Ausbildung von Licht-, Geruchs- und Geschmacksreizen entscheidend. Darüber hinaus spielen sie eine Rolle bei Entzündungsprozessen, sowie bei der Regulierung von Zellwachstum und -differenzierung. Dadurch können sie bei einer Fehlfunktion oder falschen Regulierung zu verschiedenen Krankheiten führen, darunter chronische Entzündungen oder Krebserkrankungen. Matthias Schiedel entwickelt daher neue Moleküle, die an einer bestimmten Stelle des Rezeptors andocken können. Je nach weiteren Eigenschaften können diese Moleküle entweder als Sonde zur Untersuchung der Rezeptoren verwendet werden, oder als potenzielle Wirkstoffe neue Ansätze für die Behandlung GPCR-verursachter Erkrankungen eröffnen. Langfristig kann die Forschung dazu beitragen, neue Therapieansätze für Krebs, Entzündungen und Infektionskrankheiten zu entwickeln.