Mehr als nur Tradition: Neue Impulse für die Partnerschaft mit der UFV unter strahlendem Himmel

Es scheint schon fast zur Tradition geworden zu sein: Besucht die Bundesuniversität von Viçosa (UFV) die Universität Münster, schenkt die Stadt ihren Gästen sonnige Tage – ein für die Region eher ungewöhnlicher Glücksfall. Ende Mai fand der zweite Besuch der Partneruniversität im Jahr 2026 statt. Nachdem bereits Ende Februar Mitarbeiterinnen der Technik und Verwaltung des Prorektorats für Forschung und Graduiertenstudien (PPG) im Rahmen einer Staff Mobility in Münster zu Gast waren. Das Brasilien-Zentrum der Universität Münster durfte nach drei Jahren Prof. Dr. Raul Narciso Guedes, den Prorektor für Forschung und Graduiertenstudien, und Prof. Dr. Vladimir di Iorio, den Direktor des International Office, erneut begrüßen.
Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, wie die bestehenden Kooperationsbeziehungen zwischen den beiden Universitäten weiter intensiviert und auf neue Fachbereiche ausgeweitet werden können. Die institutionelle Basis dieser Partnerschaft bildet ein bereits seit 2018 bestehendes Kooperationsabkommen. Ein bedeutender Meilenstein wurde im Jahr 2024 mit der Unterzeichnung eines Rahmen-Cotutelle-Abkommens erreicht. Dieses basiert auf intensiven Gesprächen aus dem Vorjahr sowie einer engen Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Biologie und Geowissenschaften. Durch die Vereinfachung der Cotutelle-Verfahren werden die institutionellen Verbindungen erheblich gestärkt. Ein besonderer Erfolg dieser kontinuierlichen Annäherung ist die Aufnahme der UFV in das Programm Erasmus+ KA171 mit Partnerländern. Damit ist die UFV eine von nur zwei ausgewählten Institutionen in ganz Brasilien. Dieses Programm ermöglicht die nachhaltige Vertiefung der bestehenden Kooperation durch die Mobilität von Forschenden, Promovierenden und Professor*innen.

Im Rahmen des Besuchs von Prof. Raul und Prof. Vladimir standen zudem Strategien zur Steigerung der gegenseitigen Sichtbarkeit beider Universitäten im Fokus. Das Ziel besteht darin, das Interesse von Forschenden verschiedenster Fachrichtungen an einer interdisziplinären Zusammenarbeit zu wecken. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Studierenden, die durch gezielte Informationsveranstaltungen dazu ermutigt werden sollen, eine Cotutelle an beiden Institutionen zu absolvieren.
Darüber hinaus erörterten die Partner verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, darunter das bereits erwähnte Erasmus+-Programm sowie das neue Internationalisierungsprogramm „CAPES Global.edu“ der Koordinierungsstelle für die Fortbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses (CAPES). Ebenso wurden Perspektiven für Mobilitäten zwischen Brasilien und Münster im Rahmen einer Kooperation der UFV mit der Stiftung zur Forschungsförderung des Bundesstaates Minas Gerais (FAPEMIG) besprochen.
Beide Universitäten blicken auf eine langjährige und erfolgreiche Kooperationsgeschichte in den Bereichen Biologie, Biotechnologie und Landschaftsökologie zurück. Doch die Zusammenarbeit soll nicht auf diese Bereiche beschränkt bleiben: Es gibt noch ein enormes Potenzial, die Zusammenarbeit auf neue Felder auszuweiten. Ein strategischer Wegbereiter ist hierbei das Programm „CAPES Global.edu“, das die Internationalisierung brasilianischer Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Regionen in Brasilien in einem vernetzten System vorantreibt. Dabei nimmt die UFV am Programm als Koordinatorin des Netzwerks INTEGRAT Interiorem Universum (PT-BR) teil. Mit einem ganzheitlichen Ansatz widmet es sich dem menschlichen, agrarischen, natürlichen und technologischen Universum. Dieses ambitionierte Bündnis vereint zudem die Bundesuniversitäten von Alagoas (UFAL), Mato Grosso (UFMT), Roraima (UFRR), Vales do Jequitinhonha e Mucuri (UFVJM) sowie die Bundesuniversität für Wissenschaft und Innovation von Minas Gerais (UFCIMG). Dadurch entsteht eine beeindruckende geografische und wissenschaftliche Breite. Das Programm „CAPES Global.edu“ setzt dabei also auf multilaterale Synergien: Es fördert die Vernetzung brasilianischer und ausländischer Universitäten, um die Internationalisierung brasilianischer Hochschulen auf eine neue, ambitionierte Ebene zu heben. Dass dieser Ansatz wichtige Früchte tragen kann, zeigt sich daran, dass die Förderorganisation 33 solcher Netzwerke bewilligt hat.

Im besonderen Licht des hundertjährigen Bestehens der UFV vertiefen beide Universitäten ihre Partnerschaft aufs Neue. Dieser zweite Besuch des Jahres ist weit mehr als eine Formsache – er stellt einen strategischen Schritt nach vorne dar. Durch neue Finanzierungswege und die Erschließung neuer Fachbereiche kann die Kooperation nun nachhaltig wachsen. Wenn man dem Münsteraner Himmel glaubt, ist die sonnige Tradition dieser Begegnungen ohnehin gesichert.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1926 hat sich die Universität zu einer nationalen Referenz in Forschung und Lehre im Agrarbereich entwickelt und ihr Portfolio anschließend erfolgreich auf die Ingenieur-, Geistes- und Gesundheitswissenschaften ausgeweitet. Heute zählt die UFV zu den innovativsten Institutionen Brasiliens – ein Anspruch, der im Technology Innovation Centre seinen Ausdruck findet, wo technologische Fortschritte und zukunftsweisende Projekte gefördert werden.
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