Besuch eines Forschers der Universität Münster bei der UEM stärkt die Kooperation zwischen den Institutionen

© Jörg Lingens

Im August 2025 verbrachte Dr. Jörg Lingens, Forscher der Universität Münster, einen Monat als Gastdozent an der Staatlichen Universität von Maringá (UEM) im Paraná, Brasilien. Dabei kombinierte er Forschung, Lehre und die Pflege wissenschaftlicher Kooperationspartnerschaften. Das heißt, dass dieser Besuch in einem wissenschaftlichen Austausch im Bereich der Energieökonomie, der Ausbildung von Studierenden und einer bedeutenden Annäherung zwischen Wissenschaftler*innen der beiden Universitäten resultierte. „Die Zeit in Maringá war in fachlicher, interkultureller und persönlicher Hinsicht äußerst gewinnbringend“, sagt der Forscher. Über diese Zeit ergänzt der Dozent: „Sie hat nicht nur wertvolle fachliche Impulse vermittelt, sondern auch die Basis für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen der Universität Münster und der UEM gelegt.“

Während seines Aufenthalts hielt Dr. Lingens einen Mini-Kurs zur Energieökonomie, sein aktuelles Forschungsthema, für Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende der UEM. Ziel dieser Veranstaltung war es, aktuelle ökonomische Ansätze und empirische Methoden aus Münster vorzustellen und mit der brasilianischen Perspektive auf die Herausforderungen der Energieökonomie und Klimapolitik zu interagieren. Parallel dazu nahm der Dozent an Meetings mit Dozierenden der UEM teil, tauschte Erfahrungen über Datenbasen und methodische Ansätze in der regionalen Energie- und Umweltökonomie aus und identifizierte Themen für gemeinsame Projekte. Die institutionelle Integration wurde von Prof. Dr. Carlândia Brito Santos Fernandes, der Gastprofessorin, koordiniert, die den Zeitplan organisierte, administrative Prozesse erleichterte, Treffen mit Forschungsgruppen förderte und einen Besuch auf dem experimentellen Bauernhof der Universität leitete.


„Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die Zeit in Maringá zurück und kann einen Forschungsaufenthalt in Brasilien uneingeschränkt empfehlen.“ (Jörg Lingens)


Der Aufenthalt von Dr. Lingens bei der UEM brachte zahlreiche unmittelbare und langfristige Vorteile. Für die Studierende bedeutete er eine andere Perspektive auf politische und klimarelevante Herausforderungen sowie auf die Bereiche Energieproduktion und Energieverteilung. „Sie (die Studierende) zeigten sich ausgesprochen motiviert, engagiert und diskussionsfreudig“, berichtet Dr. Lingens. Für beide Universitäten und die Region Paraná stärkt der Austausch die Internationalisierung und schafft Bedingungen für die Zusammenarbeit bei strategischen Themen der Region, darunter Wasserkraft, Energiesicherheit und Dekarbonisierung.

Dr. Lingens brachte empirische Methoden aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften mit und kombinierte sie mit der brasilianischen Perspektive auf die vorliegenden Herausforderungen, wodurch ein Raum für einen internationalen wissenschaftlichen Dialog auf hohem Niveau entstand. „Zwar stellte die Sprachbarriere eine gewisse Herausforderung dar (…), doch überwog der Wille zur Verständigung deutlich“, sagt er. „Mit etwas Geduld und Kreativität in der Kommunikation konnten wir inhaltlich fundierte Gespräche führen und potenzielle Themen für zukünftige Kooperationen identifizieren.“

Auch die menschliche Dimension prägte den Besuch. Neben den akademischen Treffen nahm der Dozent an typisch brasilianischen sozialen Veranstaltungen teil, besichtigte den Campus und den experimentellen Bauernhof und lobte die Lebensqualität von Maringá mit ihren Parks und begrünten Straßen. Außerhalb der Universität erlebte er Erfahrungen, die mit seinem Fachgebiet zusammenhängen, wie beispielsweise den Besuch des Itaipu-Staudamms, eines der größten Wasserkraftwerke der Welt, sowie der Iguazú-Wasserfälle und des Pantanal-Gebiets. „Itaipu ist ein technisches Meisterwerk und ein Symbol der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Energie. Es war eine inspirierende Erfahrung“, berichtet er.

Der Forschungsaufenthalt steht im Einklang mit den Bemühungen der UEM und der Universität Münster, internationale Partnerschaften zu erweitern und die europäischen Erfahrungen im Bereich des Energiewandels mit den Herausforderungen und Potenzialen Brasiliens zu verbinden. Aus wissenschaftlicher Sicht hat er Forschungslinien in der regionalen Energie- und Umweltökonomik mit Schwerpunkt auf methodischen Ansätzen und Datenquellen zusammengeführt, die auf verschiedene Kontexte angewendet werden können. Als Ergebnis diskutieren Teams der beiden Institutionen Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und neue technische Besuche. „Eine Rückkehr zur Vertiefung der begonnenen Kooperationen ist fest in Planung“, kündigt Dr. Lingens an. „Die positiven Erfahrungen, die Offenheit meiner Gastgeber und das große wissenschaftliche Potenzial des

Landes haben mich nachhaltig beeindruckt“ Er kommentiert auch: „Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die Zeit in Maringá zurück und kann einen Forschungsaufenthalt in Brasilien uneingeschränkt empfehlen.“

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