Brasilien-Zentrum ko-organisiert interdisziplinären Workshop zum Thema KI‑unterstützte Forschungsansätze an der Universität Münster

Am 17. November 2025 fand an der Universität Münster ein interdisziplinärer Workshop zum Thema „KI-unterstützte Forschungsansätze: Interdisziplinäre Perspektiven“ statt. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Marcelo Parreira do Amaral und Dr. Luís Filipe de Araújo Pessoa konzipiert und organisiert, wobei das Brasilien-Zentrum als Mitveranstalter fungierte. Ziel des Workshops war es, Spitzwissenschaftler*innen zusammenzubringen, um Künstliche Intelligenz sowohl als methodisches Werkzeug als auch Gegenstand kritischer Reflexion zu begreifen. Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Perspektiven und Forschungsfelder sollten Gemeinsamkeiten und Spannungsfelder identifiziert werden.
Durch die Teilnahme von Professor*innen und Forschenden aus den Bereichen Erziehungswissenschaften, Sprachwissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftsinformatik und des Center for Information Technology, legte der Workshop die Grundlage für ein kollektives Manifest zu KI-unterstützen Forschungsansätzen. Neben den Organisatoren, Prof. Dr. Amaral und Dr. Pessoa, nahmen auch Prof. Dr. Ana Larissa Oliveira, Professorin an der Bundesuniversität Minas Gerais (UFMG) und Inhaberin des CAPES Brazil-Chair an der Universität Münster; Prof. Dr. Fernando Buarque, Professor an der Universität von Pernambuco (UPE) und Forscher-Alumni Ambassador der Universität Münster; sowie Prof. Dr. Wilson Fusco, Professor an der Joaquim Nabuco-Stiftung, teil.

Im Mittelpunkt des Workshops standen Themen wie „Machine Learning“, Netzwerkanalyse, Simulationen und Entscheidungsunterstützungssysteme sowie die Analyse großer Datenmengen und die Erkennung komplexer Muster. Diskutiert wurde auch die Rolle der Wissenschaftler*innen bei der theoretischen Interpretation und Analyse. Die Teilnehmenden diskutierten, dass KI nicht nur Forschungsmethoden beeinflusst, sondern auch die Rationalitäten, Normativitäten und Praktiken der Forschung grundlegend transformiert. Dabei wurde eine reflexive Auseinandersetzung mit der Annahme technischer Neutralität, den politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen ihrer Anwendung sowie den performativen Effekten der Forschung selbst gefordert.
Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit von erklärbarer und verantwortungsvoller KI betont, um Verzerrungen, Unsicherheiten und soziale Auswirkungen transparent zu machen, insbesondere bei politisch relevanten Analysen. Die Teilnehmenden erkannten die Notwendigkeit, eine interdisziplinäre Forschungsagenda mit KI zu entwickeln, die analytisch rigoros, reflexiv, erklärbar und gesellschaftlich verantwortungsvoll ist. Ziel dieser Agenda soll es sein, soziale Diagnosen zu verbessern, evidenzbasierte Politik zu stärken und demokratische Werte zu verteidigen.
Die Teilnehmenden eigneten sich auf ein gemeinsames Engagement für kooperative Projekte, die gemeinsame Betreuung von Studierenden, ethisches Daten‑Sharing und die Integration kritischer Reflexion in die Ausbildung von Forschenden. Als Ergebnis entstand ein in gemeinsam verfasstes Manifest, das die Perspektiven, Gemeinsamkeiten, Ansichten sowie Kooperations- und Forschungspotenzielle verschiedener Bereiche zusammenfasst.
Hier können Sie das Manifest herunterladen.
