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Das ›Nibelungenlied‹ ist nicht nur das bedeutendste mittelhochdeutsche Heldenepos, sondern auch eines der wichtigsten Werke der deutschen Literatur. Es erzählt die Geschichte von Kriemhild, mit deren Jugend und Tod die Dichtung beginnt bzw. endet, ihrer Liebe zum Drachentöter Siegfried, dessen Ermordung durch Hagen und Kriemhilds gnadenlose Rache, die schließlich zum Untergang eines ganzen Volkes führt. Wie für die Gattung üblich, basiert die uns bekannte, um 1200 verschriftlichte Fassung auf ältere Sagen, die wiederum auf historische Ereignisse (Untergang der Burgunden) und Personen (Attila, Theoderich der Große) der Völkerwanderungszeit zurückgehen. Germanisch-heroische Motive und Themen stehen deshalb neben höfisch-modernen. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem ›Nibelungenlied‹ (Stoffgeschichte, Figuren, Handlungsmuster etc.) werden wir uns im Seminar auch mit der Anfang des 13. Jhs. entstandenen und in fast allen Handschriften zusammen mit dem ›Nibelungenlied‹ überlieferten ›Nibelungen-Klage‹ beschäftigen, die das Geschehen fortführt und bewertet.
- Lehrende/r: Heike Bismark
In der Vorlesung soll ein systematischer Überblick über das Niederdeutsche gegeben werden. Schwerpunkte werden in folgenden Bereichen liegen: (1) Geschichte des Niederdeutschen vom Altsächsischen und Mittelniederdeutschen bis zum Neuniederdeutschen, (2) Sprachliche Strukturen mit einem Schwerpunkt auf dem Neuniederdeutschen, (3) Variation des Niederdeutschen im Raum, (4) Funktionen und Status des Niederdeutschen heute.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Die Veranstaltung kann im Bedarfsfall auch für das Modul ELS genutzt werden. Bitte wenden Sie sich für die Onlinestellung der genannten und von Ihnen zu belegenden Module in den Bildungswissenschaften an Frau Averesch (christiane.averesch@uni-muenster.de).
Bitte beachten! Diese Veranstaltung kann nicht außercurricular belegt werden. Die Teilnahme an der ersten, konstituierenden Sitzungwird erwartet! Ein Nachrücken in die Veranstaltung ist ausschließlich über einen Platz auf der Warteliste oder über eine Härtefallregelung möglich.
Das Seminar 'Organisations- und Sozialisationsprozesse in Schule und Unterricht: Anforderungen, Wahrnehmungen und Grenzen' beleuchtet Aspekte der Schul- und Unterrichtsorganisation, der Professionalisierung und Professionalität von Lehrkraften sowie der Sozialisation in schulischen Kontexten. Aktuelle Problemstellen im deutschen Schulsystem dienen als Anker, um zum einen Bezüge zur erziehungswissenschaftlichen Forschung und zum anderen zur Mikroebene des Unterrichts herzustellen.
Eine Festlegung auf thematische Schwerpunkte erfolgt in der ersten Sitzung. Sie sind herzlich eingeladen, in der ersten Sitzung Themenvorschläge und -wünsche vorzustellen, denen wir uns zusätzlich und ergänzend widmen sollten. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Grundlagenliteratur wird erwartet!
- Lehrende/r: Patrick Gollub
Oswald von Wolkenstein (1376/77-1445), ein Tiroler Ritter, gilt als der bedeutendste Lyriker des deutschen Mittelalters nach Walther von der Vogelweide. Über sein sehr abwechslungsreiches Leben – er war Söldner, Diplomat, Kaufmann, erlitt Schiffbruch, geriet in Gefangenschaft und wurde gefoltert – wissen wir recht viel, da neben etlichen urkundlichen Zeugnissen auch seine Lieder über sein Leben informieren. Oswald, früher oft als der „letzte Minnesänger“ bezeichnet, geht in vielen seiner Lieder sehr eigene Wege, erfindet neue Liedtypen und versieht traditionelle mit neuen Inhalten.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Ein leutseliger Mensch und hochherziger Ritter sei Friedrich Barbarossa gewesen, so überliefert es der Zeitgenosse Sicard von Cremona. Und obgleich er keine gelehrte Bildung genossen habe, so sei er doch durch eine Art kultureller Erfahrung gebildet gewesen, zumal er „die Lebensweisen und die Städte vieler Menschen erblickt“ habe. Der Staufer wird hier als ein lebenslang Lernender vorgestellt: Als schwäbischer Herzog auf den Thron des römisch-deutschen Reichs gelangt, regierte Friedrich sein riesiges Reich 38 Jahre lang in rastloser Reiseherrschaft „vom Sattel“ aus. Auf sechs Italienzügen erlebte er den Reichtum der lombardischen Städtelandschaft ebenso, wie er bei zwei Kreuzzugsunternehmen die Welt des Orients erkunden konnte. Dem Lebensweg und Wirken Friedrichs I. zu folgen verspricht daher faszinierende Einblicke in die politische Landschaft und kulturelle Vielfalt des 12. Jahrhunderts. Zugleich eröffnet die Beschäftigung mit dieser prominenten Herrschergestalt die Möglichkeit, grundlegende Arbeitstechniken und Methoden der Mittelalterforschung gemeinsam einzuüben.
Anstelle eines Literaturhinweises: Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt noch bis zum 5. Februar die Ausstellung „Barbarossa – die Kunst der Herrschaft“, deren Besuch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachdrücklich ans Herz gelegt sei.
- Lehrende/r: Jan Keupp
„Wenige Perioden der deutschen Geschichte stellen den Historiker vor so schwierige Interpretations- und Wertungsprobleme wie gerade die Weimarer Republik“, konstatieren Eberhard Kolb und Dirk Schumann. Angefangen von der häufig als „unvollendet“ umschriebenen Revolution 1918/19 bis zum Übergang in die Diktatur, nationalsozialistisch als „Machtergreifung“ verbrämt, handelt es sich um eine kurze, aber von großen Gegensätzen geprägte Epoche der deutschen Geschichte. Das Seminar strebt an, historische und aktuelle Forschungsdebatten zur ersten parlamentarischen Demokratie in Deutschland in den Blick zu nehmen und dabei neben der politischen Geschichte besonders gesellschafts-, sozial- und kulturhistorische Themen zu bearbeiten. Ein geographischer Fokus wird auf Westfalen und dem Rheinland liegen, andere Regionen jedoch vergleichend berücksichtigt.
Für den erfolgreichen Abschluss des Seminars sind die regelmäßige und aktive Teilnahme (inkl. wöchentlicher Lektüre), die Übernahme eines Kurzreferats, das Bestehen der Abschlussklausur sowie das Verfassen einer Hausarbeit (10-15 Seiten) erforderlich.
- Lehrende/r: Lena Krull
"Wir sind Papst!", titelte die Zeitung mit den vier großen Buchstaben, als 2004 ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden war. Der neue Stellvertreter Jesu auf Erden hieß Joseph Ratzinger und war ein Deutscher, ein Bayer. Doch wer war mit "wir" gemeint? Wir Bayern, wir Deutsche oder wir, die Bewohner Deutschlands? Sieben "deutsche" Nachfolger Petri soll es vor Benedikt XVI. gegeben haben, den ersten zwischen 996 und 999, den letzten 482 Jahre vor ihm (bis 1502). Aber waren sie tatsächlich alle "Deutsche"? Ab wann kann man überhaupt von "Deutschen" in der Geschichte sprechen? Wann beginnt die "deutsche" Geschichte? Unter welchen Bedingungen haben die "deutschen" Päpste die westliche Kirche im Mittelalter geleitet? Und hat ihr vermeintliches Deutschsein dabei eine Rolle gespielt? Anhand dieser und anderer Fragen soll mit Hilfe gegenständlicher, urkundlicher, historiographischer und bildlicher Quellen in grundlegende Fragen, Arbeitstechniken, Methoden und Hilfsmittel der Mediävistik eingeführt werden. Voraussetzungen für den erfolgreichen Besuch des Seminars sind regelmäßige und aktive Teilnahme, die Übernahme eines Referats, das Bestehen einer Abschlussklausur sowie einer schriftlichen Hausarbeit.
- Lehrende/r: Wolfgang Wagner
Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Aufgrund der Rasanz der Veränderungen in der Neuzeit stellen Presseerzeugnisse für Historiker:innen bedeutende Quellen dar, mit denen die Diversität und der Wandel gesellschaftlicher Wahrnehmungen über einen längeren Zeitraum hinweg systematisch erforscht werden können.
In dem Proseminar beschäftigen wir uns mit der sozialen, kulturellen und politischen Bedeutung des modernen deutschen Pressewesens seit dem 19. Jahrhundert. Dazu zählt zum einen der Grad der Freiheit beziehungsweise Zensur der Presse in den unterschiedlichen deutschen Staatsformen. Zum anderen geht es um die Frage nach der Partizipation: Wer konnte wann und auf welche Weise Pressearbeit machen und rezipieren? Welche Rolle spielten dabei Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Ethnizität und Religion sowie verschiedene Formen der Öffentlichkeit („Teilöffentlichkeit”, „Gegenöffentlichkeit”, „alternative Öffentlichkeit”)? Nicht zuletzt befassen wir uns mit dem stets umstrittenen Thema der Macht und des Einflusses, den die Presseberichterstattung wiederum auf Politik und Gesellschaft, Diskurse und soziale Praktiken hatte.
In dem propädeutischen Teil des Proseminars werden Sie in die allgemeinen Regeln und Methoden des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens eingeführt und erhalten die Möglichkeit, Techniken der Recherche und Analyse sowie der schriftlichen und mündlichen Präsentation von Ergebnissen einzuüben. In Verbindung damit wird ein Besuch des Zeitungs- und Pressearchivs in Münster stattfinden.
- Lehrende/r: Kerstin Dembsky
Die Referenz auf an- und abwesende Personen in der Interaktion ist eine der zentralen menschlichen Praktiken, die an der Schnittstellte von sprachlichen, kulturellen und interaktionalen Konventionen angesiedelt ist. In diesem Seminar werden wir uns mit der Verwendung von Personalpronomina in Alltagsinteraktionen befassen.
Auch wenn in Grammatiken und in der Forschungsliteratur immer wieder auf die Rolle von Pronomina zur Referenz auf an- und abwesende Personen verwiesen wird, existieren bislang nur wenige Studien zu deren alltäglicher Verwendung in authentischen Interaktionen.
Nach der Aufarbeitung einschlägiger Literatur sollen Verwendungsaspekte verschiedener Pronomen im Deutschen einer genauen Betrachtung unterzogen werden. Dabei werden sowohl prototypische als auch abweichende Verwendungsweisen diskutiert. Nach einer Einführung in die Methoden der Interaktionalen Linguistik sowie einem Überblick über die Forschung zu Funktionen von Pronomen im Gebrauch werden Projektgruppen gebildet, die bestimmte Pronomen bzw. Anwendungsfelder von Pronomen anhand eigener Daten untersuchen.
Das Seminar läuft parallel zu einem Seminar an der Univ. Hamburg (Leitung: W. Imo). Nach getrennten Einführungssitzungen werden die Seminare im Juni (Kompakttage: 16.-17.6.2023) an der Univ. Hamburg zusammentreffen (Exkursionstage) und die Referatsgruppen werden ihre Daten sowie erste Ergebnisse präsentieren und diskutieren.
Teilnahmevoraussetzung:
• Kenntnisse im Bereich Transkription (nach GAT 2) gesprochener Sprache
• Teilnahme an der Exkursion/an den Kompakttagen in Hamburg (Juni 2023) (ein Zuschuss zu den Fahrt- und Übernachtungskosten MS-HH wird von Seiten des Germanistischen Instituts gewährleistet)
• Aktive Mitwirkung durch Teilnahme an einer Referatsgruppe
Eine Anmeldung im Sekretariat (sekguen@uni-muenster.de) sowie Anwesenheit in der ersten Sitzung ist erforderlich.
- Lehrende/r: Susanne Günthner
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das Seminar beschäftigt sich mit den Grundlagen der philanthropischen Theorie und Erziehungspraxis anhand ausgewählter Fallbeispiele. Im Mittelpunkt stehen die Schriften und „Musterschulen“ der philanthropischen Erziehungsbewegung, des wichtigsten Zweigs der deutschen Aufklärungspädagogik, die eine zeitgemäße, an Vernunft und frommer Humanität ausgerichtete und zugleich staatlich-nützliche Erziehung und Schulbildung zu verwirklichen hofften. Vor diesem Hintergrund soll kritisch danach gefragt werden, inwieweit diese Pädagogen und Schulleiter ihrem eigenen Anspruch und dem Selbstverständnis der Philanthropen gerecht zu werden versuchten.
- Lehrende/r: Andreas Oberdorf
Wie und warum ändern sich Sprachen? Wie lässt sich Sprachwandel beschreiben, erklären und ggf. prognostizieren? Welche Sprachwandelphänomene sind hinsichtlich der Entwicklung der deutschen Sprache hervorzuheben? Dass Sprache sich ständig verändert, ist eine Alltagserfahrung, die wir alle jederzeit machen können. Sprachwandel wird außerdem bei der Betrachtung größerer Zeitabschnitte in der Abgrenzung von Sprachstufen manifest. Zugleich ist Sprache ein komplexes System, dessen Funktionsfähigkeit durch Wandelprozesse möglicherweise beeinträchtigt werden könnte und das deshalb grundsätzlich zu Stabilität und Invarianz tendiert. Im Seminar sollen nach der gemeinsamen Lektüre einiger grundlegender Arbeiten verschiedene phonologische, morphologische, syntaktische und lexikalische Sprachwandelprozesse betrachtet werden. Dabei wird es um unterschiedliche Bereiche gehen, in denen sprachlicher Wandel zu beobachten ist (Anrede, Medien- und Werbesprache, Sprache der Politik u.ä.).
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirklichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungstheorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um inklusive Schule sein, sowie Aspekte der digitalisierten Schule. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirk-lichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungstheorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um das Doing Gender in der Schule sein, sowie Aspekte von Schule und Migration. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirk-lichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungs-theorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um soziale Ungleichheit sein, sowie Aspekte von Familie und Bildung. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
Ziel dieses Seminars ist es, schriftsprachliche Kommunikation mit ihren spezifischen Eigenarten als Kulturtechnik in Abgrenzung von oralen Traditionen im historischen Zugriff fachwissenschaftlich zu erforschen sowie Schrift und Schriftlichkeit in verschiedenen medialen und kulturellen Kontexten zu verorten. Im Mittelalter ist schriftsprachliche Kompetenz – ganz anders als heute – die Ausnahme und Kennzeichen spezifischer gesellschaftlicher Gruppen. Kulturzeugnisse und Identitätskonzepte setzen noch wesentlich Mündlichkeit voraus. Neben der soziokulturellen Bedeutung von Schriftsprachlichkeit im Mittelalter sollen im Seminar auch die Themen von Gelehrten- und Laiendiskursen, von mündlichen und schriftlichen Kommunikationskulturen, die Praxis der Erstellung und Tradition schriftlicher Kulturzeugnisse, Forschungspositionen und Theorien zu schriftlicher Kommunikation sowie zur Medialität und Materialität von Schrift in mittelalterlicher Literatur eine Rolle spielen. Auch soll ausgelotet werden, inwiefern mittelalterliche Schriftsprachlichkeit und der Kontakt mit dem Mittelhochdeutschen als ältere Sprachstufe eine Rolle in der Grundschule spielen können. Einen wesentlichen Teil des Seminars wird die Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Schrift und Schriftlichkeit in historischen Erzähltexten bilden. Einer kulturhistorischen Einführung folgt die Auseinandersetzung mit Auszügen aus verschiedenen höfischen Werken des 12. und 13. Jahrhunderts. Alle herangezogenen mittelhochdeutschen Primärtexte liegen in Übersetzung vor. Das Seminar wird von einem Learnweb-Kurs begleitet - die Zugangsdaten werden in der ersten gemeinsamen Sitzung kommuniziert - und integriert auch Elemente des Digitalen Selbststudiums (DSK).
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
Auf 35 Studierende begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich!
Im deutschen Kontext gehen Sozialpädagogik und Sozialarbeit im Begriff der Sozialen Arbeit auf. Das Seminar befasst sich mit den unterschiedlichen Traditionen und Theorien der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit und deren Verhältnis. Kontrastierend zur Beschäftigung mit dem deutschen Kontext werden weitere wohlfahrtsstaatliche/sprachliche Kontexte in den Blick genommen (ein Großteil der Texte wird auf Englisch sein).
- Lehrende/r: Onno Husen
Neben Romanliteratur und Lyrik bildet die als saggistica bezeichnete, historischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen gewidmete Prosa – traditionell einen Schwerpunkt der italienischen Literatur und Verlagswelt. Die saggistica folgt eigenen stilistischen Gesetzen und verwendet ein breites Spektrum sprachlicher Mittel. Das Praxisseminar führt anhand von Beispielen aus verschiedenen Themenbereichen (Geschichte, Philosophie, Kunst, Naturkunde) in die Lektüre und Übertragung italienischer Sachprosa ein und vermittelt Grundkenntnisse und Methoden der übersetzerischen Arbeit. Schwerpunkt bildet die detailgenaue Lektüre italienischer und deutscher Texte im Sprachvergleich. Daneben werden durch die Beschäftigung mit Umberto Ecos Dire la stessa cosa im Original und in der deutschen Fassung von Burkhart Kröber theoretische Grundlagen des Übersetzens thematisiert. Das Seminar dient der Vermittlung von Kriterien und Kompetenzen im Umgang mit fremden und eigenen Sachübersetzungen in Schule und Studium, Forschung, Verlag und Medien. Über den engeren Kreis der Italianistik-Studierenden richtet es sich an alle geistes- und kulturwissenschaftlich Interessierten (Kunstgeschichte; Philosophie und Theologie; Klassische und Moderne Philologien etc.).
Anmeldung über HISLSF.
- Lehrende/r: Achim Wurm
Die geschriebene Sprache folgt im Deutschen in vielen Fällen anderen Regeln und Normen als die gesprochene Sprache. Einen Ausschnitt aus diesen Regeln und Normen sollen Sie in diesem Kurs kennenlernen und praktisch einüben. Das fängt mit dem grammatischen Aufbau eines deutschen Satzes an und endet damit, dass Sie wissen sollten, wie man grammatisch richtige und sinnvolle Sätze zu einem Text zusammenfügt.
- Lehrende/r: Albina Haas
Die Silbe als phonologische Einheit wird etwas seit den 1970er Jahren in der Forschung intensiv diskutiert. Sprachtypologie und Sprachgeschichte interessieren sich für Fragen wie den (universalen) Aufbau von Silben, ihrer sprachentypischen Struktur und deren Wandels. Die Silbe wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern mit anderen Ebenen der phonologischen Beschreibung (Phone/Phoneme, metrische Füße, phonologisches Wort etc.) in Verbindung gebracht. In vielen Sprachen nimmt die Silbe eine zentrale Rolle bei der Beschreibung ihrer phonologischen Struktur ein.
Im Seminar werden ausgehend vom Standarddeutschen die Struktur und die phonologische Relevanz der Silbe besprochen. Es werden unterschiedliche theoretische Ansätze der Beschreibung der Silbe diskutiert (nicht-lineare Phonologie, Silbenphonologie) und an einigen Beispielen auch aus anderen Sprachen als dem Deutschen illustriert.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
„Vectigalia nervi sunt rei publicae ‒ Steuern sind die Nerven des Staates”, wusste bereits Cicero im ersten vorchristlichen Jahrhundert. Und das ist bis heute so geblieben: Steuern bilden in aller Regel die Haupteinnahmequelle moderner Staaten und sie sind das wichtigste Instrument zur Finanzierung der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie der meisten anderen staatlichen Aktivitäten.
Die Entscheidung darüber, wer wie viele und welche Art von Steuern zu leisten hat, gehört zu den konfliktreichsten politischen Fragen überhaupt, handelt es sich bei der Steuerpolitik doch um eine klassisch redistributive Policy, die eng mit machtpolitischen Fragestellungen verbunden ist.
Der Standardkurs zeichnet zunächst einen Überblick über die Steuerpolitik als Policy im politischen System der Bundesrepublik Deutschland und thematisiert dabei folgende Fragen:
- Was sind Steuern und wie ist das deutsche Steuersystem aufgebaut?
- Welche Institutionen und Akteure kennt die deutsche Steuerpolitik?
- Was sind die fiskalischen Grundsätze deutscher Steuerpolitik?
- Welche Besonderheiten weist das deutsche Steuersystem im internationalen Vergleich auf?
- Welche Verteilungseffekte erzeugt das deutsche Steuersystem?
- Wie nähert sich die politische Theorie der Idee der „gerechten” Steuer?
Im zweiten Teil des Seminars wird unter Berücksichtigung der Interessen der Teilnehmenden auf aktuelle Konflikte in der deutschen Steuerpolitik fokussiert, beispielsweise:
- Die Möglichkeiten und Grenzen der Wiedereinführung einer Vermögensteuer und die Diskussion um den Spitzensteuersatz
- Das Ehegattensplitting und seine Auswirkungen auf Geschlechtergleichheit
- Die Herkulesaufgabe einer praktikablen Grundbesteuerung
- Die Debatte um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer
- Die Besteuerung von Energie als Steuerungsinstrument der Klimapolitik
- (…)
Die zu erbringende Prüfungsleistung ist eine Klausur, die in Form eines Take Home Exams geschrieben wird. Studienleistung ist die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe.
Basisliteratur:
Bahjor, Stefan (2007): Grundriss staatliche Finanzpolitik: Eine praktische Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Bieling, Hans-Jürgen (Hrsg.) (2015): Steuerpolitik. Analysen - Konzeptionen – Herausforderungen. Frankfurt am Main: Wochenschau-Verlag.
Genschel, Philipp (2002): Steuerharmonisierung und Steuerwettbewerb in der Europäischen Union. Schriften des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung Köln. Frankfurt a. M.: Campus Verlag.
Sahm, Reiner (Hrsg.) (2019): Theorie und Ideengeschichte der Steuergerechtigkeit: Eine steuertheoretische, steuerrechtliche und politische Betrachtung. Wiesbaden: Springer Fachmedien.
Die Open Book Klausur findet voraussichtlich am 08./09.07.2023 über Examweb statt.
Die Open Book Nachschreibeklausur findet voraussichtlich am 18./19.09.2023 über Examweb statt.
- Lehrende/r: Matthias Freise
Im Herbst 1799 initiierten ein paar Studenten in ihrer Jenaer Wohngemeinschaft ein Treffen, an dem neben den Gastgebern – die Gebrüder Schlegel, zusammen mit Caroline Schlegel und Dorothea Veit – noch Friedrich von Hardenberg (Novalis), Ludwig Tieck und der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling teilnahmen. Dieses legendär gewordene Treffen gilt als Geburtsstunde der Frühromantik.
Die Romantik gilt als eine Schlüsselepoche der deutschen Literatur, für manche auch der Moderne. Aber natürlich entstand die Romantik nicht aus dem Nichts heraus. Das Seminar erkundet die literatur- und kulturgeschichtlichen Bedingungen der Romantik, fragt nach dem Epochenbegriff, analysiert zentrale philosophische, poetologische und politische Konzepte. Die ergänzende Teilnahme an meiner Vorlesung zur Romantik (Di, 10-12 Uhr) ist nicht zwingend, aber doch zu empfehlen.
- Lehrende/r: Britta Herrmann
- Lehrende/r: Lena Hortian
Eine Anmeldung in HISLSF dient der Organisation der Vorlesung und sollte nach Möglichkeit vorgenommen werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie die Verbuchung Ihrer Leistungen in QISPOS ist jedoch auch ohne vorherige Anmeldung via HISLSF möglich.
In der Vorlesung wird zunächst in die Disziplin Berufspädagogik eingeführt. Dabei wird u.a. auf die Genese, disziplinäre Verortung sowie auf Gegenstands- und Forschungsfelder dieser Disziplin eingegangen. Standards wissenschaftlichen Arbeitens werden ebenfalls bearbeitet. Hierauf folgt im Zusammenhang des Begriffspaares Disziplin - Profession eine thematische Einführung in das berufliche Handlungsfeld von Lehrerinnen und Lehrern. Kennzeichen professionellen Lehrerhandelns werden ebenso thematisiert wie bildungspolitische Standards und konkrete Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern an Berufskollegs. Ebenfalls erfolgt eine Auseinandersetzung mit Aufgaben betrieblichen Bildungspersonals. Hieran schließt sich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit begrifflichen und rechtlichen Grundlagen sowie strukturellen Merkmalen des deutschen Berufsbildungssystems an. Die Dualität des deutschen Berufsbildungssystems wird ebenso betrachtet wie die beruflichen Teilsysteme (Übergangsbereich, schulische Berufsausbildung) und es wird ein besonderer Blick auf die Zielgruppen beruflicher Bildung gerichtet. In diesem Kontext werden Fragen von Inklusion in der beruflichen Bildung thematisiert. Unter der Perspektive, Bildungsprozesse im Lebenslauf abzubilden, erfolgt des Weiteren eine inhaltliche Auseinandersetzung mit beruflichen Bildungsprozessen in der Perspektive des individuellen Lebenslaufes.
- Lehrende/r: David Louis Bardiau
- Lehrende/r: Rieke Kippelt
- Lehrende/r: Mona Massumi
- Lehrende/r: Sophie Niehoff
- Lehrende/r: Meike Nienkötter
- Lehrende/r: Neele Räker
- Lehrende/r: Ulrike Weyland
Im Rahmen des deutschen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) wurde eine repräsentative Unterstichprobe im Umfang von 2863 Familien mit Kindern im Alter von 7-17 Jahren vertiefend zum seeli-schen Wohlbefinden und Verhalten befragt. Insgesamt zeigen 21,9 % aller Kinder und Jugendlichen Hin-weise auf psychische Auffälligkeiten. Die Diskussion der KIGGS-Studie bildet – selektiv rezipiert – den ersten Teil des Seminars. In zweiten Teil des Seminars wird diskutiert, was die Ursachen dieser relativ hohen Belastungen der Kin-der und Jugendlichen durch psychische Probleme ist. Hier bietet sich der Bezug auf konkrete Theorien der Gesundheitswissenschaften an (Resilienz HAPA-Modell, Salutogenese, Stressmodelle), die die Daten der KIGGS-Studie möglicherweise erklären können. Im dritten Teil des Se-minars wird die Frage nach konkreten Interventions- und Präventionsansätzen aufgeworfen. Hier sind jene Maßnahmen anzuführen, die mit dem Begriff Empowerment bezeichnet werden und die Stärkung der Handlungsfähigkeit der Akteure zum Ziel haben. Aber auch hier soll weniger der Fokus auf abstrakte Konzeptionen gerichtet werden, sondern an konkreten Beispielen (Stressbewältigung, Suchtprävention, Mobbing usw.) wird gezeigt was Präventionsansätze konkret in der Schule bewirken können. Die Inter-ventionen und Programme sollen Bedingungen erzeugen, in denen sich psychische Gesundheit entwi-ckeln kann und nicht nur angestrebt wird, dass psychische Störungen, Behinderungen, Auffälligkeiten vermieden werden. Die Frage ist, ob und in welchem Umfang dies überhaupt möglich ist. Der Erwerb von Leistungsnachweisen im Rahmen einer Präsentation und schriftlichen Ausarbeitung ist möglich.
- Lehrende/r: Wichard Puls
Die Romantik gilt manchen als Schlüsselepoche der deutschen Literatur. Aber natürlich entstand die Romantik nicht aus dem Nichts heraus. Das Seminar erkundet die literatur- und kulturgeschichtlichen Bedingungen der Romantik, fragt nach dem Epochenbegriff, analysiert zentrale philosophische, poetologische und politische Konzepte, widmet sich der Rolle von Schriftstellerinnen und gelehrten Frauen, erkundet die sozialen Orte und Medien der Romantik und stellt natürlich auch einige zentrale literarische Werke vor.
In meinem begleitenden Masterseminar (Veranstaltungnummer: 092373) kann das Thema im Anschluss an die Vorlesung vertieft werden, doch ist dies keine Teilnahmevoraussetzung.
- Lehrende/r: Britta Herrmann
- Lehrende/r: Lena Hortian
Zusammenfassung
In vordemokratischen Gesellschaften soll Demokratisierung dazu beitragen, die willkürlichen Handlungen der Herrschenden einzuschränken und den von der Herrschaft Betroffenen ein freies Leben zu ermöglichen. Praktisch bedeutet Demokratie dann die Beteiligung der Beherrschten an der Herrschaft. Bürgerinnen wählen Repräsentanten, werden selbst Repräsentanten oder können die politische Organisation des Gemeinwesens als zivilgesellschaftliche Akteurinnen mitbestimmen. In der Regel beschränkt sich die Demokratie allerdings auf den Staat bzw. die öffentlichen politischen Beziehungen und Einrichtungen. Wirtschaft und Markt sind weitgehend ausgenommen von der Demokratie und die Politik soll einzig den Rahmen stecken, um Produktion und Warenaustausch organisieren zu können.
Nichtsdestotrotz werden Fragen einer demokratischen Organisation der Wirtschaft in der modernen politischen Theorie spätestens seit dem achtzehnten Jahrhundert auch immer mit verhandelt. Rousseau beispielsweise analysiert in seinem „Diskurs von der Ungleichheit“ (1755) das Verhältnis von sozialer und politischer Gleichheit. Und Karl Marx hat bekanntermaßen die autoritäre Natur des Kapitalismus zum Ausgangspunkt seiner Gesellschaftskritik gemacht und mit der Utopie des Sozialismus eine Lebensform entworfen, in der alle gesellschaftlichen Bereiche demokratisch organisiert werden. Aus der Perspektive dieser Autoren ist eine demokratische Organisation der Wirtschaft wünschenswert. Wie Wirtschaftsdemokratie funktionieren soll, wird allerdings weder bei Rousseau noch bei Marx erklärt.
Vor diesem Hintergrund versucht das Seminar eine politiktheoretische Annäherung an den Begriff der Wirtschaftsdemokratie. Wir wollen uns den Begriff aus der Perspektive verschiedener Autorinnen erschließen und grundlegende Texte zum Thema Wirtschaftsdemokratie lesen. Auf dieser Grundlage kann dann diskutiert werden, was genau eine demokratische wirtschaftliche Praxis ausmacht, wie eine solche Praxis institutionalisiert werden könnte und wo die Politik anzusetzen hätte, um eine demokratische Organisation der Wirtschaft ermöglichen zu können.
Studienleistung: Review Essay
Prüfungsleistung: Hausarbeit
Ausgewählte Literatur
Sidney and Beatrice Webb. 1897 (1902). Industrial Democracy. London: Longmans, Green and Co.
Emile Durkheim. 1999. Physik der Sitten und des Rechts. Frankfurt/Main: Suhrkamp.
Fritz Naftali. 1928. Wirtschaftsdemokratie: Ihr Wesen, Weg und Ziel. Berlin: Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Robert A. Dahl. 1986. A Preface to Economic Democracy. Berkeley: University of California Press.
Elizabeth Anderson. 2017. Private Government: How Employers Rule Our Lives (and Why We Don't Talk about It). Princeton: Princeton University Press.
James Muldoon. 2022. Platform Socialism. How to Reclaim our Digital Future from Big Tech. London. Pluto Press.
- Lehrende/r: Felix Petersen
Erstaunlicherweise ist die Herkunft des deutschen Wortes Wunder bis heute unklar, belegt ist es zumindest seit dem 9. Jahrhundert: ahd. wuntar, mhd. wunder. Doch mag dieser etymologische Umstand nur umso besser zu dem passen, was mit dem Wort Wunder gerade bezeichnet wird. Denn Wunder sind das Außergewöhnliche und Unvorhergesehene, das Staunenswerte und Erstaunliche, das in jeder Hinsicht Unverfügbare, das sich einer strikten Rationalität ebenso entzieht wie einer stringenten Kategorisierung oder auch nur simplen Einstufung als gut oder böse. Wunder fordern immer wieder dazu auf, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, sich ihnen anzunähern, sie in irgendeiner Form und Art und Weise erfahrbar und wahrnehmbar zu machen. Es geht letzthin um Bemühungen der Verfügbarmachung des Unverfügbaren. Die Kultur der Vormoderne kennt ganz unterschiedliche Möglichkeiten dafür, nicht zuletzt die mittelalterliche Literatur, die vom Wunder geradezu durchdrungen ist: sei es im geistlichen Erzählen von den Wundern Jesu oder der Heiligen, sei es im weltlichen Erzählen von wunderbaren Erscheinungen, wundersamen Dingen oder exorbitanten Helden. Das Seminar möchte solche unterschiedlichen Ausprägungen und auch Annäherungen an Wunder in der mittelalterlichen Literatur nachvollziehen und dabei Fragen stellen einerseits nach den narrativen Möglichkeiten, das Unverfügbare verfügbar zu machen, sowie andererseits nach den funktionalen Einbindungen und Deutungen. Dafür sollen auf kulturtheoretischer Basis verschiedene Texte unterschiedlichster Sorten und Gattungen gelesen und besprochen werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich regelmäßig und aktiv am Seminar und in gemeinsamer Arbeit in Gruppen zu beteiligen, sowie die Lektüre der oftmals einsprachigen mittelhochdeutschen Texte (ohne Übersetzung!). Ein Reader wird zu Beginn des Semesters vorliegen.
- Lehrende/r: Ulrich Hoffmann
Das Seminar behandelt die „Jahre des Übergangs“ von der Endphase der nationalsozialistischen Herrschaft und der Zweiten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten. Alltag und Gesellschaft in dieser „Zwischen-Zeit“ sollen aus der Perspektive unterschiedlicher Gruppen und Akteur*innen im Nachkriegsdeutschland betrachtet werden. Dabei spielen insbesondere alltags-, mentalitäts- und erfahrungsgeschichtliche Ansätze eine Rolle.
- Lehrende/r: Kevin Lenk
- Lehrende/r: Silke Mende
- Lehrende/r: Andrea Streckenbach
Spätestens seit der US-amerikanische Supreme Court im Juni 2022 seine historische Entscheidung Roe v. Wade (1973) kassiert hat, steht der Zugang zu legaler Abtreibung als Kernanliegen der Frauenbewegungen überall auf der Welt erneut im Fokus des Interesses. Das Urteil der amerikanischen Bundesrichter im Jahr 1973, die Ersttrimester-Abtreibung unter Verweis auf das „right to privacy“ der Frau zu legalisieren, hatte Signalcharakter und stützte den Kampf für reproduktive Entscheidungsrechte von Frauen und für Frauenrechte allgemein. Inwiefern die aktuelle Entscheidung auch internationale Auswirkungen zeitigen oder auch in den USA zur Rücknahme weiterer Rechte (Zugang zu Verhütung, gleichgeschlechtliche Ehe) führen wird, ist derzeit offen.
Ausgehend von der aktuellen Entwicklung in den USA, einer neuen feministischen Protestwelle und den Mobilisierungserfolgen religiös-fundamentalistischer Abtreibungs-gegner*innen untersucht die Block-Übung die Frauenbewegungen in den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert. Diese werden mit den feministischen Bewegungen in Westdeutschland nach 1945 verglichen und gemeinsame / differente Entwicklungspfade herausgearbeitet. Ein Blick auf wenig erforschte Ansätzen außerstaatlicher Frauenbewegungen in der DDR der späten 1980er Jahre rundet den Vergleich ab. Am Ende soll die Einordnung der deutschen und amerikanischen Frauenbewegungen in die Entwicklung des internationalen Feminismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen. Bereitschaft zur Lektüre auch englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Leonie Isabel Figge
- Lehrende/r: Isabel Heinemann