Highlights in unserem Pflanzenbestand

Jeder Garten hat seine besonderen „Schätzchen“ – Pflanzen, die aus der grossen Masse ihrer Mitbewohner herausragen, sei es dass sie nun besonders alt sind oder dass sie an den Kultivateur besondere Ansprüche stellen. Auch bei uns im Arzneipflanzengarten gibt es solche Pflanzen, die der besonderen Erwähnung wert sind.

Droserarotundifolia7
Drosera rotundifolia

Der Sonnentau – Drosera rotundifolia

Im Arzneipflanzensystem des Instituts für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie gedeiht prächtig Drosera rotundifolia L., eine sommergrüne Rosettenpflanze, mit typischen und außergewöhnlichen Eigenschaften aus der sehr kleinen Familie der Sonnentaugewächse (alle Sonnentaugewächse stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz)

Die Bezeichnung „Fleischfressende“-Pflanze (lat. Carnivorenpflanze) ist maßlos übertrieben. Sie vermag mit ihrem Emergenzen, die aus den roten Blatträndern herausragen Insekten festzuhalten und zu verdauen. Diese Drüsenzotten scheiden am Ende ein zähflüssiges, glänzendes (daher auch der bezeichnende Name Sonnentau) Exkret ab, das unter anderem eiweißspaltende Enzyme und Ameisensäure beinhaltet. Werden nun kleine Insekten festgehalten, krümmt sich das Blatt und weitere Verdauungsdrüsen in der Blattmitte sorgen dafür, dass nach Tagen der Zersetzungs- und Auflösungsvorgang des gefangenen Opfers beendet ist. Die Blätter krümmen sich nun zurück für den nächsten Fangvorgang. Da das natürliche Vorkommen dieser Arten nährstoffarme Böden in Heide- und Mohrgebieten sind, verschaffen die Pflanzen sich mit dieser „Technik“ einen Wachstumsvorteil, indem sie sich zusätzlich mit Stickstoff versorgen.

Eine weitere Besonderheit ist, dass sie in kleinen Kapseln winzige Samen bilden, die wie aufgeblasen wirken und die durch den Wind bis zu 10 km verbreitet werden können. Als alte Heilpflanze wird das Sonnentaukraut pharmazeutisch verwendet. Gehandelt werden die oberirdischen Teile (Herba) von Arten, die insbesondere aus Afrika stammen (z. B. Drosera madagascariensis DC ).

Wirksame Inhaltsstoffe sind insbesondere 1,4-Naphthochinonderivate, daneben Flavonoide, proteolytische Enzyme und Schleimstoffe. Die Wirkung ist bronchospasmolytisch (Spasmen der glatten Muskulatur werden gelöst), sekretolytisch (schleimlösend) und antitussiv (hustenstillend). Für die antibakterielle Wirkung wird besonders das Naphthochinon angesehen. Extrakte der Pflanze werden bei Krampf und Reizhusten, insbesondere in der Pädiatrie, eingesetzt. Im Rahmen der pharmazeutisch-medizinischen Nutzung von Sonnenkraut, ist bezüglich der Beschaffung des Pflanzenmaterials immer auch der Naturschutz zu beachten. Wildsammlungen dürfen nicht wahllos geplündert werden, gezielter Anbau von Drosera wird bevorzugt.

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Liriodendron tulipifera

Vor dem alten Institutsgebäude, am Weg zum ehemaligen Haupteingang, steht ein sehr schöner Tulpenbaum, Liriodendron tulipifera L.

Auffallend sind seine Laubblätter, denn sie wirken, wenn man nur den Umriss betrachtet, viereckig!

Er blüht im Mai / Juni, die Blüten sind tulpenförmig, außen grünlichgelb und innen breit orange gebändert.

Die Fruchtzapfen sind ca. 6 -8 cm lang, die Teilfrüchte haben einen spitzen Flügel.

Im Herbst verfärbt sich der Baum goldgelb – einfach sehenswert. Leider beginnt der Baum im Bereich des Wurzelstubbens zu faulen – und versucht dieses Problem durch verstärktes Dickenwachstum auszugleichen.

Wir hoffen, dass uns dieser Baum noch lange erhalten bleibt. Seine Standfestigkeit wird von einem Baumdienst regelmässig kontrolliert.

Mespilus3
Mespilus germanica
© IPBP - Lars Krüger

Weiter unten im Garten, am unteren Ende vom Feld 3a (vgl. Lageplan) steht eine große Mispel, Mespilus germanica L.

Im Mittelalter war die Mispel ein in Europa weit verbreiteter Obstbaum. Heute wird sie aber in Deutschland nicht mehr erwerbsmäßig angebaut. Es gibt natürliche Vorkommen, die unter anderem Sämlinge solitär gepflanzter Mispeln sind.

Die Mispel wird zum Wildobst gezählt. Sie blüht Ende Mai / Anfang Juni, die Blütenfarbe ist weiß bis creme.

Die interessanten Früchte sind Sammelnussfrüchte, apfel– oder birnenförmig, am Kelch schüsselförmig eingesunken und reifen ab Ende Oktober. Bevor man sie roh essen kann, brauchen sie entweder Frosteinwirkung oder eine Lagerung von etwa 3 Wochen. Sie eignen sich gut zum Einmachen, zur Marmeladen- bzw. Geleeherstellung oder für Saft und Likör, dazu ist auch eine Mischung mit anderen Obstarten oder Wildfrüchten empfehlenswert.

Fraxinus Ornus Klein 02
Fraxinus ornus
Fraxinus Ornus Klein 01
Fraxinus ornus

Ein pharmazeutisch sehr interessanter Baum ist die Manna–Esche, Fraxinus ornus L., die im Bereich des systematischen Schaugartens steht.

Man sieht bei unserem Exemplar an dem Wulst zwischen Stamm und Krone noch sehr genau , dass er durch Veredelung entstanden ist. Bei der Veredlung wird ein so genanntes „Edelreis“ (hier Fraxinus ornus) in eine so genannte „Stammunterlage“ (hier Fraxinus excelsior) eingepfropft und verwächst zu einer festen Einheit.

Veredlung wird angewandt, wenn z.B. eine Nutzpflanze auf der eigenen Wurzel zu Krankheitsanfällig oder nicht wüchsig ist. Die Manna–Esche blüht im Mai, die Blüten stehen in dichten, endständigen 10 cm langen und ebenso breiten Rispen, sind weiß und duften.

Pharmazeutisch genutzt wird das so genannte „Manna“. Es ist der getrocknete Siebröhrensaft, der im Herbst durch das Anritzen der Rinde bis ins Kambium gewonnen wird. Angewendet wird Manna als mildes, osmotisch wirksames Abführmittel. Eine der ersten Erwähnungen von „Manna“ findet sich im biblischen Buch Genesis, als dem Volk Israel, in Hungersnot beim Zug durch die Wüste Sinai, das himmlische Manna entgegen fiel. Dies war nichts anderes als die Ausscheidung der Mannaesche oder – hier ist sich die Forschung nicht einig – eine spezielle Tamariskenart, die im Sinai häufig anzutreffen ist.

Gentiana Lutea _ Klein 02
Gentiana lutea

Ein echtes Gartenhighlight ist unser Bestand vom Gelben Enzian, Gentiana lutea L.

Er ist in den mittel– und südeuropäischen Kalkgebirgen zu Hause und gehört in die Gruppe der staudigen Pflanzen, d.h. diese Pflanzen sterben im Herbst nach der Ausreife der Triebe oberirdisch ab und treiben aus den Wurzeln im Frühjahr wieder neu aus. Die Kultur von Gelbem Enzian ist für den Gärtner eine echte Herausforderung, denn das Saatgut verliert sehr schnell die Keimkraft, die Jungpflanzen sind sehr anfällig, d.h. es kommt oft zu hohen Ausfällen. Wenn die Pflanzen dann auf dem Beet stehen, gelten sie nach 3 Jahren als nicht mehr verpflanzbar – sollten sie doch verpflanzt werden müssen, fallen sie zu über 90% aus.

Am Naturstandort dringen die Wurzeln des Gelben Enzian bis zu 6m tief in den Boden ein. Geduld ist auch gefragt, wenn der Gelbe Enzian ausgesät wird, denn von der Aussaat bis zur Blüte vergehen ca. 5 – 7 Jahre.

Angewendet wird Gelber Enzian als bitteres Magenmittel, zur Anregung der Verdauung bei Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Unser umfangreicher Bestand vom Gelben Enzian findet sich hinter der Kastenanlage, direkt vor dem Foliengewächshaus.

Madragora
Mandragora officinarum

Deutlich unscheinbarer, aber durch die gewollte Ausbuchtung im Zaun unübersehbar, sind unsere Alraunen: Mandragora officinarum L.

Oberirdisch ist diese Pflanzenart wenig spektakulär, denn die frühen Blüten (ab März) stehen dicht gedrängt knapp über dem Erdboden, die Blütenfarbe ist wenig auffallend grünweiß. Die Blätter sind glänzend grün, die Früchte, ungefähr so groß wie ein Tischtennisball, sind erst grün und werden dann gelb. Einmal richtig eingewachsen, kann sie nicht mehr verpflanzt werden.

Sie ist eine der ältesten Heilpflanzen und wurde bei Magengeschwüren, Koliken, Asthma, Keuchhusten und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Heute kommt sie nur noch in der Homöopathie zur Anwendung und zwar bei Kopfschmerzen, Herz–Kreislauf–Beschwerden und gegen Verdauungsschwäche bei Leber–Galle–Störungen.

Interessant wird die Alraune für den Gärtner durch die anspruchsvolle Anzucht, denn das Saatgut wird erst keimfähig, nachdem das umgebende Fruchtfleisch vergoren ist und die Samen anschließend eine Kühlperiode durchlaufen haben. Das Saatgut keimt danach sehr unregelmäßig und muss gleich bleibend feucht gehalten werden. Wenn dann die Alraune pflanzfertig ist, muss sie an den endgültigen Standort gepflanzt werden, denn sie ist (s.o.) danach nicht mehr zu verpflanzen.

Im Wortsinne sagenhaft wurde die Alraune durch die menschenähnliche Form ihrer Wurzel und kam dadurch in den Ruf ein echter Glücksbringer zu sein: so verhalf die Alraune dem glücklichen Besitzer (angeblich) zu Geld und Ehre, schützte das Vieh vor dem Verhexen, heilte Krankheiten, erleichterte Frauen die Geburt und half, als Amulett getragen, gegen Verwundung und Zauber – Jeanne d´Arc und auch Wallenstein sollen in ihren siegreichen Schlachten Alraunenwurzeln bei sich getragen haben! Auch galt die Alraune als potenzsteigernd, die Frucht wurde Liebesapfel genannt und sollte einen Mann, wenn er denn den besagten Liebesapfel am St.-Agnes – Abend (20.Januar) überreicht bekam, dazu verleiten sich zu verlieben. Ein solch gewichtiger Glücksbringer konnte natürlich nicht so einfach zu beschaffen sein: Wer sich etwa erdreistete eine Alraune mit bloßen Händen zu pflücken, der starb oder wurde verflucht. Um an die begehrte Wurzel zu kommen, musste sie von einem schwarzen Hund ausgegraben werden. War die Alraune halb ausgegraben, musste man den schwarzen Hund an der Wurzel fest binden und sich rasch entfernen. Auf Zuruf kam das treue Tier angesprungen und riss dabei die Wurzel aus dem Boden. Dabei stieß die Alraune einen solchen Schrei aus, dass das Tier augenblicklich starb. Der Schrei trieb den hörenden Menschen in den Wahnsinn, darum mussten bei einer solchen Aktion zum Schutz die Ohren fest verstopft werden. Angeblich wuchs sie an Plätzen, wo ein Mensch gehängt wurde (daher auch einer der Volksnamen: „Galgmännlein“). War dann die kostbare Wurzel im Besitz einer Familie, wurde sie mit einem Hemdchen bekleidet, mit Nahrung versorgt und in einem mit Samt und Seide ausgeschlagenen Kästchen aufbewahrt. Wenn der Familienvater starb, vererbte er die Alraunwurzel an den Sohn und der musste dafür dem Vater ein Stückchen Brot und ein Geldstück in den Sarg legen.

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Viscum album

Nicht weniger sagenumwoben ist die Mistel, Viscum album L., ein Halbschmarotzer, der auf einigen Bäumen im Arzneipflanzengarten zu finden ist:

  • ein Vertreter der Kiefernmisteln (Viscum album L. subsp. austriacum (Wiesb.) Vollm.) wächst direkt am Weg neben dem Gartenbetriebsgebäude,
  • am Gehölzstreifen in der Mitte des Gartens sind einige Vertreter der Laubholzmistel (Viscum album L.) zu finden, 
  • unübersehbar ist auch eine große weibliche Pflanze in der Mitte dieses Streifens auf einem Apfelbaum.

Die Mistel gehört, wie schon erwähnt, zu den Halbschmarotzern – das heißt, sie ist fest mit der Wirtspflanze verwachsen, ihre Wurzeln, die so genannten Haustorien, sind in den Wirt eingedrungen und entziehen diesem aus den Leitungsbahnen Wasser und Nährstoffe. Dabei ist sie aber selbst in der Lage zu assimilieren. Die Mistel ist zweihäusig, dass heißt dass die Pflanze (wie z.B. der Mensch) entweder männlich oder aber weiblich ist. Die Mistel ist recht schwierig zu kultivieren, denn man benötigt frisches Saatgut und nach der Aussaat sind die Ausfälle recht hoch, denn die Samen sind bei einigen Vögeln im Winter als Futter sehr beliebt. Das klingt paradox, denn verbreitet wird die Mistel durch Vögel, die die Beeren fressen. Die Samen sind von einer sehr klebrigen Polysacharid – Masse umgeben, die beim Fressen der Früchte am Schnabel der Vögel anhaftet und von diesen am Ast abgestrichen wird. Diese Masse „klebt“ das Samenkorn an den betreffenden Ast und trocknet ein. Wenn dann z.B. eine Meise auf diesen Samen trifft, wird sie ihn fressen, allerdings nur in den Monaten, in denen sie ihre Hauptnahrung, nämlich Insekten, nicht findet. Interessant ist auch die Keimung der Mistel: wenn ein Samen es „geschafft“ hat den Nachstellungen hungriger Vögel zu entgehen, wird er zuerst eine so genannte Haftscheibe ausbilden. Diese entspringt dem Samenkorn und neigt sich nach einigen Wochen wieder in Richtung Ast, dort setzt diese Haftscheibe auf der Rinde auf und bildet in den folgenden Monaten ihre Haustorien aus. Im zweiten Jahr erscheinen dann die Keimblätter, im dritten Jahr beginnt die Pflanze zu wachsen. Sie können auch selbst versuchen die Mistel im eigenen Garten anzusiedeln: Frisches Saatgut gibt es im Advent auf den Märkten. Nehmen Sie die weißen Beeren zwischen zwei Finger und drücken sie an einem jungen Trieb im Apfelbaum. Am besten ist es, wenn Sie dann diese Beere mit Gaze schützen – allerdings brauchen Sie viel Geduld, denn die Erfolgsquote liegt bei ca. 1 -2 %! Die Mistel wird therapeutisch in Form von Injektionen zur unterstützenden Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt. Die volkstümliche Anwendung der Mistel als Teebestandteil bei leichtem Bluthochdruck und Arteriosklerose, aber auch bei Verstopfung, Menstruationsbeschwerden, rheumatischen und epileptischen Erkrankungen oder zur Blutstillung ist wissenschaftlich nicht belegt und gilt heute als obsolet. Für unsere Vorfahren war die Mistel geheimnisvoll, weil sie, immergrün, so hoch in den Bäumen wuchs. Und weil sie so geheimnisvoll war, sollte sie auch über zauberhafte Kräfte verfügen – so konnte sie vor Feuer schützen, sie wurde zum Schutz vor Hexen und bösen Geistern an die Hauswand gehängt und man glaubte, dass die Mistel ein Glücksbringer sei wie das vierblättrige Kleeblatt oder das Hufeisen – allerdings nur für den, der die Mistel geschenkt bekam, die selbst gekaufte Mistel war wirkungslos. Für die Druiden, die Hohenpriester der Kelten, war die Mistel die Heiligste aller Pflanzen, denn sie zeigte den Menschen in welchem Baum die Götter anwesend waren. Wenn eine Mistel geschnitten wurde, durfte dies nur im Rahmen eines Gottesdienstes und nur mit einer goldenen Sichel geschehen. Die geschnittene Mistel durfte keinesfalls auf die Erde fallen, sondern wurde mit einem weißen Tuch aufgefangen. Sie war für alle erdenklichen gesundheitlichen Bedürfnisse nützlich und unverzichtbarer Bestandteil des „Zaubertrankes“, der auch Kraft verleihen sollte – in dieser Hinsicht geben die Geschichten um Asterix und Obelix durchaus einen realistischen Einblick in die Glaubenswelt der Kelten. Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Mistel auch ein Symbol des Friedens war, denn unter der Mistel versöhnen sich Feinde und Liebende und geben sich den Friedenskuss.

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Ephedra (Meerträubel)

Im Bereich "Arzneipflanzen entdecken" finden sich einige ausgesprochen schöne Vertreter der Gattung Ephedra.

Wer die Pflanze nicht kennt, hält sie auf den ersten Blick für schachtelhalmartige oder binsenartige Gewächse. Es sind aber xerophile Halbsträucher, die der Familie der Ephedraceae (Klasse Guetopsida) angehören, die unseren Nadelholzvertretern verwandtschaftlich viel näher stehen als Rutengewächse der zweikeimblättrigen Sippen. Der auffälligste Teil der Pflanzen sind die dünnen runden, sich verzweigenden Sprossachsen.

Die Blätter sind sehr klein und schuppenförmig. Die Blüten sind immer eingeschlechtig und in der Regel auf verschiedene Pflanzen verteilt (zweihäusige Pflanzen), klein und unscheinbar. Auffällig entwickelt sind die durch Fleischigwerden der Hochblätter roten, beerenartigen Scheinfrüchte. Das natürliche Vorkommen dieser xerophilen Pflanzen sind Steppen und Wüstengebiete. In Europa gibt es wenig Arten, so z. B. Ephedra distachya.

Ein Vorkommen im Mittelmeergebiet, in Südtirol und im Schweizer Wallis wird beschrieben.

Im Schaugarten des Instituts stehen seit über 40 Jahren folgende Arten unter der Etikettierung:

  • Ephedra distachya L. spp. helvetica C.A. Mey
  • Ephedra equisetina Bunge
  • Ephedra fragilis Dest. ssp. fragilis
  • Ephedra foemina Forssk.

Die zuverlässige Nachbestimmung bereitet Schwierigkeiten, da die Arten im Habitus sehr ähnlich sind. Auf Unterschiede im Blütenbereich kann nicht zurückgegriffen werden, da die Pflanzen seit Jahren nicht blühen. Das Kraut von Ephedra sinica Stapf (und andere Arten) wird als offizinelle Droge gehandelt. Als Inhaltsstoffe kommen Ephedrin und Ephedrinisomere vor (das Handels-Ephedrin wird allerdings synthetisch-mikrobiologisch hergestellt). Die Anwendung erfolgt wegen der gefäßverengenden und bronchienerweiternden Wirkung, wobei die blutdruckerhöhende und zentral anregende Wirkung von Nachteil ist. Es sei darauf hingewiesen, dass das aus Ephedraarten isolierte Ephedrin als Grundlage zur Entwicklung der aufputschenden Amphetamine und anderen Suchtstoffen diente.