Prof. Dr. Elke Söbbeke - Irritation durch Kontrastierung als Anlass mathematischen Lernens
Prof. Dr. Elke Söbbeke
Im mathematikdidaktischen Diskurs wird Lernen zunehmend als sozialer und interpretativer Aushandlungsprozess verstanden. Ausgehend von der Annahme, dass mathematische Inhalte auf unterschiedlichen Repräsentationsebenen – etwa durch Darstellungen, Anschauungsmittel, Sprache und Symbole – zugänglich gemacht werden, thematisiert der Vortrag, wie didaktisch initiierte Kontrastierungen auf diesen Repräsentationsebenen Irritationen bei Lernenden auslösen und dadurch mathematische Lernprozesse anstoßen können. Theoretischer Bezugspunkt ist dabei die Auffassung von Irritation als Markierung situativer Deutungsgrenzen, die Lernende zur kognitiven Klärung und Neudeutung herausfordert. Anhand empirischer Daten wird rekonstruiert, wie durch didaktisch intendierte Kontrastierungen Aushandlungs- und Deutungsprozesse entstehen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Deutungen von anschaulichen Repräsentationen (Punktefelder) im Kontext von Parität sowie sprachlicher Repräsentationen in bilingualen Lernkontexten.
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