Digitale Wörternetze mit neurodidaktischem Ansatz: Erforschung der Wirksamkeit für lernförderliches, nachhaltiges und autonomes Wortschatzlernen im Französischunterricht der Sekundarstufe I mittels Befragung, Testung und Dokumentenanalyse

Knowledge Café und Postersession im Rahmen der LERN-Jahrestagung 2026

Sarah Sunke (Romanisches Seminar)

Abstract:

Kommunikatives Handeln gilt als übergeordnetes Ziel des Fremdsprachenunterrichts (vgl. KMK 2023, 7) und gewinnt im Kontext zunehmender Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Damit Kommunikation gelingt, ist der Aufbau lexikalischer Kompetenz ein zentraler Bestandteil des Fremdsprachenlernens. Allerdings wird der damit einhergehende, unabdingbare Einprägungsprozess – insbesondere beim institutionalisierten Fremdsprachenlernen – von den Lernenden häufig mit negativen Emotionen wie Verzweiflung und Anstrengung assoziiert (vgl. Plikat 2020, 114-115). Mündet dies in Demotivation, besteht das Risiko, dass erfolgreiches Wortschatzlernen behindert wird (vgl. Böttger 2023, 161). Digitale und multimediale Angebote, die in den letzten Jahren verstärkt in den Fremdsprachenunterricht integriert wurden, bieten an diesem Punkt innovative Potentiale, die sich positiv auf den Lernprozess auswirken beitragen können (vgl. Clark/ Mayer 2016, Mayer 2009). Vor dem Hintergrund des Anspruchs, die Wortschatzarbeit lernförderlicher, nachhaltiger und zunehmend autonomer zu gestalten, rückt der Einsatz konkreter digitaler Tools wie etwa Gamification-Formate (vgl. Vogel 2024; Kanngiesser-Krebs 2022, 45-46) oder Vokabel-Lernapps (vgl. Rössler/ Wengler 2022, 4-7) verstärkt in den Fokus aktueller unterrichtspraktischer Vorschläge und empirischer Forschungsvorhaben. Im Sinne der Neurodidaktik gilt es dabei auch, diese motivationsfördernden Hilfen der Wortschatzarbeit dahingehend zu überprüfen, inwiefern sie kognitive Prozesse der Sprachverarbeitung – wie etwa der Funktionalität des mentalen Lexikons (vgl. ebd., 2) oder der Gedächtnisbildung – bei der Handhabung und der unterrichtlichen Einbindung berücksichtigen. Eine fokussierte Betrachtung der Lernwirksamkeit digitaler Wörternetze ist in diesem Rahmen noch nicht erforscht worden, wodurch sich das vorliegende Promotionsprojekt diesem Anliegen widmet. Der nachgewiesene Lernerfolg analoger Wörternetze (vgl. Neveling 2004) dient dabei als Ausgangspunkt. Das Wortschatzlernen mittels Wörternetzen, die sich insbesondere durch das Potential auszeichnen, Abbilder des mentalen Lexikons darzustellen, wird im vorzustellenden Forschungsvorhaben erweitert um die dynamische und multimediale Anwendbarkeit digitaler Wörternetz-Tools, ohne Risiken wie einen Cognitive Overload außer Acht zu lassen (vgl. Sweeler/ van Merrienboer/ Paas 1998, 275; Rummer et al. 2008, 105). Die empirische Überprüfung hinsichtlich ihres lernförderlichen, nachhaltigen und autonomen Gehalts folgt dabei dem methodischen Dreischritt aus Befragung, Testung und Dokumentenanalyse im Sinne eines Mixed Method-Ansatzes.