Grundlagen des Islams im Judentum
Ein Impuls gegen antisemitische Erzählungen
Hier können Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung ansehen (Video):
https://www.youtube.com/playlist?list=PLwPX7LXYDLeraruhf1U73A7k_jQtjuBbG
Mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Universität Münster) wurde am 15. Januar 2026 im Beatrice Strauss Zentrum in Düsseldorf die Vortragsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“ eröffnet. Ausgangspunkt des Abends war die klare Diagnose: Antisemitismus ist keine Randerscheinung, sondern eine ernsthafte Gefahr für die liberale Demokratie und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus präsent.
In seinem Vortrag beleuchtete Khorchide auf Grundlage aktueller Forschung antisemitische Vorstellungen unter Muslim*innen und ihre historischen Entstehungskontexte. Zugleich setzte er bewusst einen anderen Akzent: Der Fokus lag auf einer Würdigung des Judentums aus islamischer Perspektive. Theologisch zeigte er auf, dass zentrale Grundlagen des Islams ohne das Judentum nicht zu verstehen sind: historisch, ethisch und religiös. Diese Perspektive eröffnet eine alternative islamische Erzählung, die antisemitischen Deutungen widerspricht und jüdisches Leben nicht nur schützt, sondern als religiöse Schwestertradition anerkennt.
Dabei wurde Antisemitismus ausdrücklich als gesamtgesellschaftliches Phänomen eingeordnet, nicht als „muslimisches“ oder „importiertes Problem“. Ziel des Vortrags war es, Verantwortung zu übernehmen und theologische Ressourcen sichtbar zu machen, die zu Solidarität, Empathie und gemeinsamer Verantwortung beitragen.
Im Anschluss an den Vortrag fand eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Stimmen aus jüdischen und muslimischen Kontexten, aus Wissenschaft und Politik statt. Diskutiert wurde, wie antisemitische Bilder aufgebrochen werden können, wo Chancen für gemeinsame Projekte liegen und wie einer gesellschaftlichen Spaltung solidarisch begegnet werden kann. An der Diskussion beteiligten sich Nina Coenen (Demokratielotsen e. V.), Lorenz Bahr, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Mouhanad Khorchide. Moderiert wurde die Diskussion von Ludger Hiepel, Beauftragter gegen Antisemitismus der Universität Münster.
Die Veranstaltung war eine Kooperationsveranstaltung von SABRA, RIAS NRW, dem Zentrum für Islamische Theologie sowie dem Beauftragten gegen Antisemitismus der Universität Münster, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V., der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf sowie der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Der Abend setzte ein deutliches Zeichen für Differenzierung, Selbstkritik und eine gemeinsame Verantwortung der Religionen im Kampf gegen Antisemitismus.