
Nachbericht: Gott in Beziehung: Theologische Perspektiven im interreligiösen Dialog
Am 29. Oktober 2025 eröffnete die Veranstaltung „Gott in Beziehung: Theologische Perspektiven im interreligiösen Dialog“ den Auftakt des DFG-Forschungsnetzwerks „Verbunden in Gott. Transformationen der Mensch-Tier-Beziehung in interreligiöser Perspektive“. Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi mit dem Titel „Zur Relationalität Gottes in islamisch-theologischer Perspektive“ wurde eine interdisziplinäre Podiumsdiskussion mit Mitgliedern des Netzwerks abgehalten, die der Bedeutung relationaler Gottesbilder für ein neues Verständnis des Verhältnisses von Mensch, Tier und Schöpfung nachging. Unter der Leitung von Prof.in Dr. Asmaa El Maaroufi und Dr.in Cornelia Mügge untersucht das Forschungsprojekt, wie die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam – ausgehend von ihren jeweiligen Gottes- und Schöpfungsvorstellungen – zur theologischen und ethischen Neubewertung der Mensch-Tier-Beziehung beitragen können.

Seit einigen Jahren rückt das Mensch-Tier-Verhältnis aufgrund von ökologischen Krisen, Artensterben und einer wachsenden Sensibilität für den menschlichen Umgang mit Tieren immer stärker in den Fokus von gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatten – und auch in den Theologien wächst die Auseinandersetzung mit tiertheologischen und tierethischen Fragen. Das DFG-Netzwerk „Verbunden in Gott“ knüpft an diese Auseinandersetzung in den jüdischen, christlichen und islamischen Theologien an und will die Diskussion aus interreligiöser Perspektive vertiefen. Mit einem komparativ-theologischen und interdisziplinären Ansatz möchte das Netzwerk die theologischen Traditionen von Gott-Mensch-Tier-Beziehungen in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten vor allem systematisch-theologisch analysieren und eine interreligiös tragfähige tiertheologische Perspektive entwickeln. Ziel des Netzwerks ist es, sowohl Unterschiede als auch Parallelen der theologischen Traditionen zu Gott-Mensch-Tier-Beziehungen zu analysieren und so zur Profilierung tierethischer und tiertheologischer Positionen innerhalb der verschiedenen Theologien beizutragen. Damit soll die Netzwerkarbeit zum einen durch den interreligiösen wissenschaftlichen Austausch die (inter-)religiöse Sprachfähigkeit in tiertheologischen Diskursen stärken, und zum anderen einen theologischen Beitrag zum Diskurs der Tierethik und der Human-Animal Studies leisten.
Das Netzwerk ist an der Universität Münster angesiedelt und läuft in der ersten Förderphase im Zeitraum von 01.10.2025 - 30.09.2028. Die Ergebnisse des Netzwerks werden am Ende des Projekts in einer Publikation in Form eines interreligiösenHandbuchs zur Tiertheologie festgehalten und dem wissenschaftlichen sowie öffentlichen Diskurs zugänglich gemacht.