2015 Nutztieralsmitgeschoepf

Das Nutztier als Mitgeschöpf. Herausforderung für eine Ethik der Mensch-Tier-Beziehung.

Vom 16. bis zum 17. November nahm unsere Kollegin Frau Asmaa El Maaroufi an der Fachtagung zum Thema „Das Nutztier als Mitgeschöpf“ teil, in der über die Ethik der Mensch-Tier-Beziehung unter besonderer Berücksichtigung des Nutztieres diskutiert wurde. Denn die Tatsache, dass Nutztiere primär als Ressourcen für menschliche Zwecke dienen, lassen den Menschen häufig das Tier als Mitgeschöpf nicht mitdenken. Veranstalter waren nebst der Evangelischen Akademie Tutzing, das Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) an der LMU München sowie das Messerli Forschungsinstitut, Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung.

Im Rahmen der Tagung wurde das Nutztier aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet. Den Auftakt der Veranstaltung bildete der Vortrag von Prof. Dr. Harald Grethe, Leiter des Instituts für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre, mit dem Titel „Mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung“,  in welchem er die Herausforderungen aus der Sicht der Agrarökonomie darzulegen versuchte, die sich insbesondere auch im Verbraucherverhalten aufzeigen. Anschließend wurde das Thema  aus einer theologischen Perspektive beleuchtet: Dr. Lars Schrader stellte die Frage, was (Tier-) Gerechtigkeit im Kontext zum Nutztier zu bedeuten habe.

Im Anschluss wurde eine Vortrag zum Tierwohl aus Sicht des Marketings (Prof. Dr. Achim Spiller), auch die Herausforderung bei der Bewältigung einer Ethik in der Nutztierhaltung, welche zwischen dem Nutztier als Mitgeschöpfe und diesem als lebendigen Rohstoff zu agieren versucht, dargestellt (Prof. Dr. Herwig Grimm). Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Impulsvorträge und einer Plenumsdiskussion mit handelnden Akteuren (Landwirte, Veterinärmediziner).

Diese Tagung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig einer interdisziplinäre Auseinandersetzung mit eben jener Thematik ist, handelt es sich hierbei um eine Herausforderung, mit welcher sich eben nicht nur der Endverbraucher konfrontiert sieht, sondern vielmehr auch die Politik, die Theologie, der (Fleisch-)Handel und die Landwirte.