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Interreligiöse Begegnung in Regensburg - ZIT Münster zu Gast beim Katholikentag


Beim 99. Deutschen Katholikentag, der vom 28.05. bis 01.06.2014 in Regensburg stattfand, waren im Zeichen der interreligiösen Begegnung auch Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter und Professor für islamische Religionspädagogik am Zentrum für Islamische Theologie Münster (ZIT), sowie Dr. Milad Karimi, Vertretungsprofessor für den Bereich „Kalam“ zu Gast.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Brücken bauen mit Christus“ und bot auch den muslimischen Vertretern des ZIT Gelegenheit zum intensiven Austausch über Konfessionsgrenzen hinweg. So konnten beide unter anderem verschiedene Denkschulen im Islam vorstellen und auch die Position von Jesus als Prophet veranschaulichen: „Wir Muslime glauben an Jesus als Propheten, als Verkünder, als Träger einer göttlichen Botschaft. Mit unseren Glaubensbrüdern und -schwestern im Christentum teilen wir den Inhalt dieser Botschaft Jesu, einer Botschaft der Liebe, der Barmherzigkeit, ein Ruf zu Gott, sein Leben auf Gott hin auszurichten“, so Khorchide.

Dr. Karimi stellte drei Denkschulen des Islam vor: die Mutazila, die dem Verstand als Quelle der Erkenntnis Vorrang geben, die Ashariten, die allein der Offenbarung die Möglichkeit zurechneten, zu erkennen, was wahr ist und was nicht sowie eine dritte Denkschule, die Verstand und Offenbarung zugleich als Wege zur Erkenntnis anerkennt – eine Schule, der auch Karimi selbst sich zugehörig fühlt. „Glaube ohne Verstand ist Phantasie; Denken ohne Glaube ist leer“, so lautete sein Fazit. Er betonte außerdem die Rolle Deutschlands für das islamische Denken, wo an diese verschiedenen Traditionen angeknüpft werden kann, was in vielen Teilen der islamischen Welt nicht möglich sei.
Insgesamt konnten beide Vertreter des ZIT am 99. Katholikentag wichtige Brücken bauen und islamische Denkanstöße bieten und erläutern.